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Leitbild des Caritasverbandes Altenkirchen e.V.

Präambel

  1. Caritas ist konkrete Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von Konfession und Herkunft. Aus der christlichen Verantwortung heraus leiten sich Aufgaben und Tätigkeiten des Caritasverbandes ab.
  2. Der christliche Glaube ist die Orientierung und Richtschnur für die tägliche Arbeit mit Menschen in Krisen- und Problemsituationen. Dabei werden gesellschaftliche Gegebenheiten und Prozesse in der Arbeit berücksichtigt und mitgestaltet.
  3. Der Caritasverband als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche wirkt an der Gestaltung des gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens mit. Durch den Einsatz für Benachteiligte und Schwache, wie auch durch das Aufmerksam machen auf Missstände und das Aufzeigen von Lösungswegen trägt der Caritasverband zur öffentlichen Beglaubigung der kirchlichen Verkündigung bei.
  4. Der Caritasverband lässt sich vom Bild einer solidarischen und gerechten Gesellschaft leiten, in der auch Arme und Schwache einen Platz mit Lebensperspektive finden können.

I. Ziele und Aufgaben

Die Einmaligkeit und die Würde jedes einzelnen Menschen sind zu achten. Es gilt das menschliche Leben in allen Lebensphasen zu schützen, zu achten und bei Not helfend zu begleiten. Ureigenstes Ziel der Caritas Arbeit ist es, besonders benachteiligte, schwache Menschen vor Ausgrenzung und Ausnutzung zu schützen und gleichzeitig, die Selbsthilfekräfte anzuregen und zu fördern. Hierbei müssen die Pluralität der Gesellschaft und die gegebenen Lebensumstände des Betroffenen berücksichtigt werden.

Durch die Arbeit vor Ort leistet der Caritasverband einen Beitrag zu einem solidarischen Miteinander, in dem Vorurteile keinen Platz haben und Minderheiten geschützt werden.
Die Caritas setzt sich weltweit für gerechte Lebensbedingungen und Menschenrechte ein. Grundsätzlich erfordert menschliche Not in Form von individuellen Beeinträchtigungen - sei es geistiger, körperlicher, seelischer oder materieller Art - menschliche Hilfe. Menschen mit diesen Beeinträchtigungen fallen zumeist aus dem sozialen Gefüge heraus. Hier setzt unsere ganzheitliche Hilfe zur positiven Beeinflussung der Lebensumstände an.

Der Betroffene soll durch Vermittlung und Stärkung zu einem eigenständigen und verantwortlichen Leben hingeführt werden.
Dazu gehört auch die Vermittlung von sozialer Kompetenz. Die Hilfsbedürftigen sollen lernen ihre Lebenssituation zu verändern. Der Caritasverband versteht sich als Anwalt sozial schwacher und ausgegrenzter Menschen. Auf gemeindenaher Ebene nimmt der Caritasverband durch die Mitarbeit in politischen Gremien Einfluss auf die sozialen Bedingungen.

II. Theologische Grundlagen

  1. Der liebende, menschenfreundliche, den Menschen auch in seinen Schwächen und Nöten annehmende Gott ist die Quelle der Caritas.
  2. Jesus von Nazareth hat diese Botschaft vom mitsorgenden und mitleidenden Gott verkündet und gelebt. Aus dieser Botschaft und dem vorbildlichen Leben und Wirken Jesu leitet die Caritasarbeit ihren Auftrag und ihre Ermutigung ab.
  3. Gottes Geist umfasst die Gemeinschaft der Menschen in ihrer Vielfalt. Menschen werden durch ihn zu Schwestern und Brüdern. Er ermöglicht dadurch solidarisches Handeln.
  4. Gott selbst ist der Anwalt der Armen, Schwachen und Entrechteten. Damit ist es Aufgabe der Caritas, die gesellschaftlichen Ursachen von Missständen, Ungerechtigkeiten und Not zu benennen und an Lösungen mitzuarbeiten.
  5. Gottesdienst, Verkündigung und der Dienst der Caritas bilden die drei Säulen kirchlichen Lebens. Die Caritasarbeit setzt dabei auf das soziale Bewusstsein und die Hilfsbereitschaft aller Christen.
  6. Die Kirche Jesu ist die Kirche der Freiheit und lebt von der Vielfalt ihrer einzelnen Elemente. Die Caritasarbeit steht in einer langen Tradition zahlloser engagierter Christen und christlicher Vereinigungen, die sich für die Verbesserung der Lebenssituation vieler Menschen eingesetzt haben. Diesen Reichtum an Ideen, Konzepten, Spiritualität und Erfahrung gilt es zu aktualisieren. Dieser Tradition verpflichtet, geht es darum, neue Visionen zu entwickeln und umzusetzen.

3. Organisationsprofil

Der Caritasverband Altenkirchen e.V. ist ein eingetragener Verein und für seinen Bereich Verband der freien Wohlfahrtspflege auf Kreisebene. Er ist Repräsentant der sozial-caritativen Arbeit der katholischen Kirche im Kreisdekanat Altenkirchen. Spitzenverband ist der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.. Der Caritasverband Altenkirchen e.V. steht unter der Aufsicht des Erzbischofs von Köln.

Zum Verband gehören:
  • alle Caritasausschüsse und sonstigen caritativen Gruppen
  • alle caritativen Fachverbände, die ihre satzungsgemäßen Tätigkeiten selbstständig ausüben
  • alle katholisch-caritativen Einrichtungen, deren Einzugsbereich nicht wesentlich über den Verbandsbereich hinausgeht.
Organe des Verbandes sind:
  • der Vorstand
  • der Caritasrat
  • die Vertreterversammlung
Sie gewährleisten und fördern Mitbestimmung und Mitwirkung. Der Caritasverband Altenkirchen e.V. unterstützt den ehrenamtlichen caritativen Einsatz in Pfarrgemeinden, Verbänden, Gruppen und Initiativen und fördert die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen. Als Dienstgeber nimmt der Verband die soziale Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahr und legt Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Fachliche, persönliche und religiöse Weiterentwicklung und Weiterbildung werden gefördert. Kompetenz, Flexibilität, Engagement und Loyalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennzeichnen die Professionalität der Verbandsarbeit.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an der Ausgestaltung ihrer Arbeitsfelder beteiligt. Dadurch wird das Bild des Verbandes nach innen und außen geprägt. Dienstnehmer und Dienstgeber bilden eine Dienstgemeinschaft durch das Schaffen einer Atmosphäre vertrauensvoller und kollegialer Zusammenarbeit. Grundlage für das eigene Selbstverständnis und die Glaubwürdigkeit nach außen ist die Umsetzung und das Mittragen der im Leitbild formulierten Ziele und Aufgaben.

4. Leistungsprofil

  1. Die Grundsätze des Handelns des Caritasverbandes orientieren sich an der Soziallehre der Kirche.
    Die Würde des Menschen ist die Basis des Handelns; daraus ergibt sich die Förderung von Eigenständigkeit und Selbstvertrauen von Einzelpersonen, Familien und Gruppen. Durch Hilfe zur Selbsthilfe bleibt der Mensch selbst im Beratungsprozess der Handelnde. Der präventive Ansatz soll vorrangig Menschen erreichen, die sonst nur unzureichend oder gar keine Hilfe erhalten und durch das soziale Netz fallen könnten. Das Gemeinwohl im Sinne der christlichen Sozialethik wird durch solidarisches Handeln und Verhalten unterstützt.
  2. Leistungen werden bedarfs- und sachgerecht erbracht.
    Die Probleme der Klienten bestimmen die sozialen Dienstleistungen. Als Verband der freien Wohlfahrtspflege leistet der Caritasverband Hilfe unabhängig von der religiösen, ethischen und politischen Einstellung der Betroffenen. Regelmäßige Reflexion und Anpassung der Angebotes an den Bedarf der Hilfesuchenden und die Zusammenarbeit mit den Pfarrgemeinden sind unverzichtbar.
  3. Dienste werden professionell und zukunftsorientiert geleistet.
    Die Professionalität der Arbeit ist ausgerichtet an fachlichen Standards aktueller, wissenschaftlicher Erkenntnisse; ihre Weiterentwicklung wird durch Weiterbildung, Evaluation und Supervision gewährleistet. Die Entwicklung und Durchführung von Projekten mit modellhaftem Charakter können flexibel und kreativ mit eingezogen werden. Die dort gewonnenen Erfahrungen werden in fachliche, ethische und politische Diskussionen mit eingebracht.
  4. Der Caritasverband arbeitet unternehmerisch.
    Aus dem Bewusstsein seiner arbeitsmarktpolitischen Verantwortung heraus, achtet der Caritasverband auf Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit und macht dies der Öffentlichkeit transparent. Die nicht zweckgebundenen Mittel werden für Aufgaben eingesetzt, die durch andere Angebote nicht gesichert sind und für den Caritasverband Priorität haben. Die Mitverantwortung für die Erhaltung der Schöpfung findet Berücksichtigung in den Arbeitsabläufen.
  5. Der Caritasverband setzt auf Zusammenarbeit und Vernetzung
    Die Vielfalt der im sozialen Netz vertretenen Hilfeleistungen von Pfarrgemeinden, Verbänden, privaten Initiativen, Selbsthilfegruppen, freien Trägern und Verbänden der Öffentlichen Wohlfahrtspflege wird respektiert und anerkannt; die Zusammenarbeit wird gesucht. Initiativen, die den Selbsthilfegedanken fördern, finden besondere Berücksichtigung. Die Mitgliedschaft im Deutschen Caritasverband und die damit einhergehende Verbindung zu Caritas International gewähren eine Mitverantwortung für die Notsituation der Welt. Die Idee der Ökumene und die Zusammenarbeit mit den nicht christlichen Religionsgemeinschaften ist Bestandteil der Arbeit des Caritasverbandes. Der Caritasverband bekennt sich zu Offenheit und Erneuerung.

Schlusssatz

Träger, Leitungsverantwortliche, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen die Ziele, Grundsätze und Verhaltensregeln dieses Leitbildes in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern gemeinsam um.


Caritasverband Altenkirchen e.V.
Rathausstraße 5
57610 Altenkirchen

Telefon: (02681) 2056 
Telefax: (02681) 3785

E-Mail: info@caritas-altenkirchen.de

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