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Verantwortung für uns anvertraute Menschen

Ergebnisbericht zu Säuglings- und Kinderheim Schloss Allner vorgelegt – Kontakte mit 35 ehemaligen Heimkindern und Mitarbeitern

Bonn, 30. August 2010. Der Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. hat heute die Ergebnisse der Recherchen zur Vergangenheit des Säuglings- und Kinderheims Schloss Allner vorgestellt. Das Heim war von 1953 bis 1972 in der Trägerschaft der Bonner Caritas. Im März 2010 hatte der Verband einen Aufruf an ehemalige Heimkinder und Mitarbeiter des Kinderheims Schloss Allner gestartet mit der Bitte, mit dem Verband Kontakt aufzunehmen, um mehr über die Vergangenheit des ehemaligen Kinderheims zu erfahren. Zeitgleich wurden der ehemalige Bonner Stadtarchivar Dr. Manfred van Rey sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Birgit Heiseke damit beauftragt, in allen verfügbaren Archiven der Umgebung Informationen über das Heim zusammenzutragen.

Der vorliegende Archiv-Bericht sowie der zusammenfassende Bericht aus zahlreichen Kontakten mit insgesamt 35 ehemaligen Heimkindern und Mitarbeitern ergeben ein, wenn auch unvollständiges, nachvollziehbares Bild der Situation in dem ehemaligen Säuglings- und Kinderheim. Danach hat es im Heim Schloss Allner zum Teil gravierende Missstände gegeben. Es fehlte sehr oft an ausreichendem Fachpersonal, sodass die Kinder nicht nur unzureichend versorgt und betreut waren. Eine frühpädagogische Förderung fand praktisch nicht statt. Der Mangel an ausreichend geschultem Personal führte zu Vernachlässigung und auch in Einzelfällen zu Misshandlung. Hinzu kamen bauliche und hygienische Mängel.

„Die Ergebnisse unserer Nachforschungen haben uns erschüttert. Offensichtlich gab es im Kinderheim Schloss Allner zum Teil schlimme Missstände, unter denen Menschen noch heute zu leiden haben“, sagte Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider. „Ich bedauere dies persönlich zutiefst. Ich bitte die Menschen, die dieses Leid erfahren mussten, um Verzeihung. Gleichzeitig möchte ich mich bei den ehemaligen Heimkindern bedanken. Mit ihrem Engagement und indem sie das Wort ergriffen haben, wurden wir aufmerksam auf dieses Kapitel unserer Verbandsgeschichte. Sie haben uns durch ihre persönlichen Berichte der Wahrheit ein Stück näher gebracht und uns mit ihrer Initiative bei der Aufarbeitung unterstützt. Ich bin mir bewusst, wie schwierig dieser Schritt für manche gewesen sein muss“, sagte Schneider.

„Als Caritasverband sind wir uns der Verantwortung für die uns täglich anvertrauten Menschen sehr bewusst. Umso mehr erschüttert es mich, dass solche Missstände damals möglich waren. Wir möchten den ehemaligen Heimbewohnern unsere Hilfe und Unterstützung anbieten, nicht nur in therapeutischer Hinsicht, sondern auch bei der Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte. Vielleicht können wir auch einige wichtige Informationen geben oder Kontakte herstellen.“

Der Caritasdirektor betonte, wie konstruktiv die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von Schloss Allner auch für den Verband sei. Als direkte Reaktion hat die Caritas die internen Richtlinien zum Kinderschutz erneut überarbeitet und Mitarbeiterschulungen durchgeführt. Zudem wird die Bonner Caritas die Ergebnisse der Untersuchungen zu Schloss Allner auch den Betroffenen unter Wahrung der datenschutzrechtlichen Vorschriften zur Verfügung stellen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Mechthild Greten,
unter der Tel. Nr. 0228 – 108 312



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