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Mit dem richtigen Schuhwerk auf einem langen Lebensweg
Ein Nachruf auf Hilde Röseler

Köln. Als Hilde Röseler am 17. August 1915 das Licht der Welt erblickte, war ihr Leben bereits ähnlich geprägt wie das ihres späteren Ehemannes Paul, nämlich von Schuhen. Sie stammt aus der Kölner Familie Micheel, die ein Schuhgeschäft in Köln Kalk betrieb, er war der Enkel des Schuhmachers Antonius Röseler. Wenn man Hilde Röseler fragt, wie die beiden zueinanderfanden, antwortet sie mit einem weisen Lächeln. Ganz Expertin ihres Faches fügt sie dann aber schmunzelnd hinzu: „Ich habe die Mustergröße 37,5. Das hat Paul besonders gut gefallen.“ Das wird wohl nicht  der einzige Grund für die vielen glücklichen Jahre gewesen sein, die Hilde und Paul Röseler bis zu dessen Tod im Dezember 1982 gemeinsam verbrachten.

 

Das junge Paar zog nach Ohligs, wo Paul das familieneigene Schuhgeschäft führte. Nacheinander wurden die drei Kinder Herbert, Doris und Robert geboren, die Hilde Röseler allein durch die Kriegsjahre bringen musste, da ihr Ehemann als Soldat eingezogen worden war. Nach dem Krieg waren die Regale im Schuhladen leer. „Es gab ja so gut wie nichts“, erinnert sich Hilde Röseler. „Das wenige, was man noch besaß, wurde in Lebensmittel umgesetzt. Man musste Ideen und  auch etwas Glück haben, dann kam man irgendwie zurecht“, fügt sie hinzu.

 

Und Paul Röseler hatte Ideen. „Wenn es keine Schuhe gibt, dann muss ich eben welche machen,“ soll er gesagt haben und bewies das für die damalige Zeit notwendige Organisationstalent bei der Suche nach Materialien. Schon 1946 wurden Sandalen, genannt „Kläpperchen“, von der frisch gegründeten Firma P. Röseler&Co., Schuhfabrik in Solingen-Ohligs in einem ehemaligen Kartoffelbunker am Schützenplatz in Ohligs hergestellt. Hilde Röseler erinnert sich: „Als wir die ersten 50 Paar Kläpperchen fertig hatten, stellten wir sie im Schuhgeschäft ins Schaufenster. Das war ja sowieso leer. Es war Winterzeit, vielleicht November. Und es war Wochenende. Als ich am Montagmorgen zum Geschäft kam, habe ich mich erschreckt wegen der Menschenmenge, die sich vor dem Fenster drängte. Ich bekam es direkt mit der Angst und habe die Polizei gerufen. Der Polizist hat dann die Leute schubweise rein gelassen.“

 

Mittlerweile bittet Hilde Röseler nicht mehr um Polizeischutz, wenn sich Menschenmengen vor den mittlerweile weltweit vertretenden Filialen des Unternehmens, das seit 1949 unter dem Namen ara firmiert und zu dem unter anderen die Marken Legero, Think!, superfit, Salamander und LLOYD gehören. Aber der Schutz und das Wohl ihrer über 4.000 Mitarbeitenden wie auch die Unterstützung in Not geratener Menschen sind der Seniorchefin ein besonderes Anliegen. Die Übernahme sozialer Verantwortung für Mitarbeitende, Umwelt und Gesellschaft hat bei ara eine lange Tradition, die bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreicht. Als Stifterin engagiert sich Hilde Röseler seit 2012 persönlich für die CaritasStiftung im Erzbistum Köln und unterstützt damit Projekte, die benachteiligten Menschen Unterstützung und neue Chancen ermöglichen.  Und auch bei den Veranstaltungen der Stiftung ist Hilde Röseler regelmäßig ein gern gesehener Gast. „Wenn die Kirche ruft, dann kommt sie gerne“, heißt es dann aus dem Hause ara.

 

Die CaritasStiftung dankt Hilde Röseler im Namen der Vielen, die durch Sie nachhaltig Hilfe erfahren haben. Zwei Monate nach ihrem 100. Geburtstag, den sie noch im Kreise ihrer großen Familie feiern durfte, verstarb die "Grand Dame der guten Taten". Gott vergelt‘s, liebe Hilde Röseler.

 

Auszüge aus der Chronik: „Elfie Steckel: Der rote Papagei erzählt-60 Jahre ara Shoes in Langenfeld“