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Kinderarmut endlich wirksam bekämpfen

Caritas-Appell an die künftige NRW-Landesregierung
8. Mai 2012; (presse@caritasnet.de)

Köln. Bundesweit sind 1,6 Millionen Kinder unter 15 Jahren auf Hartz IV angewiesen, davon lebt mehr als jedes vierte Kind in Nordrhein-Westfalen:

450 000. Wenige Tage vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen appelliert der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln an die künftige Landesregierung, alles gegen die enormen sozialen Benachteiligungen vieler Kinder und Jugendlicher zu tun.

 

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl armer Kinder seit Jahren unverändert hoch – das ist kein Naturgesetz, sondern die Folge politischer und gesellschaftlicher Entscheidungen. Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Haushalten erleiden häufiger Infektionskrankheiten und Unfälle. Sie zeigen außerdem überdurchschnittlich häufig Verhaltensauffälligkeiten und haben psychische Probleme.


Gerade in Nordrhein-Westfalen müssen der Schutz und die Förderung von Kindern und Familien ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Das vor etwas mehr als einem Jahr eingeführte Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung ist dabei aus Sicht der Caritas kein geeignetes Mittel. „Es wirkt wie ein Wundpflaster, dass eine offene Stelle zwar abdeckt, aber nicht heilen kann“, so Dr. Frank Johannes Hensel, Diözesan-Caritasdirektor im Erzbistum Köln. „Kinder bekommen nur dann eine echte Chance, wenn die Folgen von Armut und schwierigen familiären Lebensbedingungen rechtzeitig und wirksam aufgefangen werden.“
 

Deshalb fordert die Caritas den flächendeckenden Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten und Unterstützungsformen der Frühen Hilfen. Sie müssen in Nordrhein-Westfalen zum Standard werden in der Daseinsvorsorge. Denn gerade Angebote der frühzeitigen Unterstützung und Begleitung ermöglichen das psychisch und physisch gesunde Aufwachsen von Kindern.


Notwendig sind ausreichende und gut ausgestattete Betreuungs- und Bildungsmöglichkeiten in Kindergärten und Schulen mit einem Personalschlüssel, der den Anforderungen angemessen ist. Und natürlich gehört ein kostenloses Mittagessen an ganzen Tagen in jedem Fall dazu. Darüber hinaus fordert die Caritas die künftige NRW-Landesregierung auf, sich für einen verfassungskonformen Regelsatz für Kinder aus Hartz-IV-Familien einzusetzen.
 



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