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Vor Ess-Störungen kann man sich schützen

Caritas eröffnet Wanderausstellung „Der Klang meines Körpers“
in neuem Suchthilfezentrum in Dormagen
 

Klang meines KörpersErzbistum Köln. Texte, Bilder und Lieder mit sehr persönlichem Anstrich stehen im Mittelpunkt der Wanderausstellung über Ess-Störungen mit dem Titel „Der Klang meines Körpers“. Die Ausstellung des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln e.V. ist seit dem 4. September 2009 im neuen Suchthilfezentrum des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss in Dormagen, Netterstraße 37, zu sehen.

An der Eröffnung nahm auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt teil. Partner der Ausstellung sind die AOK Rheinland/Hamburg und die Aktion Mensch.

„Es geht vor allem um Aufklärung und Prävention für die betroffenen Altersgruppen und um Hilfestellungen für Pädagogen im Umgang mit Ess-Störungen“, erläutert Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel das Konzept.

DiöDiözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel und die Musiktherapeutin Stephanie LahusenEntwickelt wurde die Ausstellung von der Musiktherapeutin Stephanie Lahusen gemeinsam mit betroffenen Mädchen und Frauen. „Der Klang meines Körpers“ zeigt auf kreative Weise Wege aus der Ess-Störung auf. Die Krankheit hat bei Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland-Hamburg, erklärt: „Zukunftsweisend ist, dass hier die Vorbeugung von Ess-Störungen bei Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt steht. Die Entwicklung macht uns gesellschaftspolitisch Sorgen, sie beeinflusst aber auch die Kosten im Gesundheitswesen.“

Bundesgesundheitsministerin Schmidt wies darauf hin, dass Ess-Störungen „ein oft unterschätztes gesundheitspolitisches und gesellschaftliches Problem“ seien. Sie lobte die Initiative des Diözesan-Caritasverbandes. Mit Unterstützung der AOK Rheinland/Hamburg und der Aktion Mensch soll die Ausstellung in den kommenden Monaten in Schulen und Jugendeinrichtungen gezeigt werden.

 
Videos zur Ausstellung

     Klangbotschaft der Wise Guys
 domradio-Reportage zur Ausstellung



Eröffnung des neuen Suchthilfezentrums

Der Caritasverband zeigt die Ausstellung anlässlich der Eröffnung des neuen Suchthilfezentrums erstmals im Kölner Erzbistum. Mit dem „Netterzentrum“ hat der Caritasverband für ganz Dormagen eine zentrale Beratungs-, Therapie- und Informationsstelle geschaffen, in deren Mittelpunkt ein integriertes Versorgungskonzept steht. Therapeuten der Caritas, Haus- und Fachärzte, Krankenhäuser und Ernährungsberatung arbeiten hier eng zusammen. Die ambulante Therapie findet in Einzel-, Gruppen- und Familiengesprächen statt.


Untergebracht ist die Einrichtung in einem Gebäude der Pfarre St. Michael, das zuvor länger leer stand. Nach kompletter Renovierung ist das „Netterzentrum“ entstanden. Es besteht aus der Kindertagesstätte Flohkiste, die im Nachbargebäude untergebracht ist, und dem neuen Suchthilfezentrum.

Norbert Kallen, Vorsitzender des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss, ist stolz darauf, dass neben Neuss und Grevenbroich nun auch in Dormagen ein gemeindenahes Angebot der Caritas existiert: „Suchthilfe findet dort statt, wo Sucht entsteht: Mitten im Leben. Wir holen die Krankheit Sucht aus der Tabuzone.“

Im Netterzentrum gibt es für Betroffene und ihre Angehörigen Präventions-, Beratungs- und Rehabilitationsangebote bei stoffgebundenen Suchterkrankungen (Alkohol, Zigaretten, Medikamente, z.T. Drogen) sowie bei Ess-Störungen. Darüber hinaus existieren gezielte Angebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien.

„Wir arbeiten vor allem an den Hintergründen der Ess-Störungen, und die sind meist seelischer Natur“, erklärt Dirk Jünger, Leiter der Suchtkrankenhilfe. „Es geht nicht darum, den Klienten zu sagen: ‚So wirst Du wieder schlank’ oder ‚So zählst Du die Kalorien richtig.“ Wichtig sei vor allem der Präventionsgedanke: So hat der Caritasverband erst kürzlich ein „Prevent-Mobil“ in Betrieb genommen, das zum Beispiel an Schulen Aufklärungsarbeit leistet. Die Ministerin zeigte sich insbesondere von der engen Verbindung zwischen ambulanter Therapie und Prävention beeindruckt.



Ihre Ansprechpartner:

Dirk Jünger
Leiter der Suchtkrankenhilfe
CaritasSozialdienste Rhein-Kreis Neuss GmbH
Tel. 02131 - 889 171
E-Mail: dirk.juenger@caritas-neuss.de  

Georg Seegers
Referent für Suchtkrankenhilfe, Aidshilfe und Bahnhofsmission
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.
Tel. 0221 - 2010-278
E-Mail: georg.seegers@caritasnet.de  


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