Gleiche Startchancen für alle!

02.04.18 06:58
Christine Schäfer

Vor zehn Jahren gründeten Inge und Karl-Rudolf Thull eine Stiftung für benachteiligte Kinder: KiJuStar

Ende letzten Jahres gab es einen Aufruf in der Zeitung: Eine Frau aus Langenfeld, alleinerziehend, mit zwei behinderten Kindern brauchte dringend Unterstützung. Die Kinder wurden an verschiedenen Orten betreut und um sie dort hinbringen zu können, benötigte die Mutter ein Auto. Rasch sprach man sich im Kuratorium der Stiftung ab und nur wenig später konnte das Auto angeschafft werden.

Schnelle, unbürokratische Hilfe leisten – das ist dem Ehepaar Inge Straßen-Thull und Karl-Rudolf Thull bei der Gründung ihrer Stiftung wichtig gewesen. Sie wollten, dass alle Kinder ihrer Heimatstadt Ratingen und des Kreises Mettmann die gleichen Chancen haben, sich zu entfalten und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Hierin sehen sie bis heute einen wichtigen Ansatz, um hilfebedürftigen Familien aus der Armutsfalle heraus zu helfen.

„Im Kindesalter werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt“, erklärt Inge Straßen–Thull. Sie berichtet von einer alleinerziehenden Mutter mit sechs Kindern. „Alle Kinder waren im Schwimmverein, doch der Frau war es nicht mehr möglich, die Mitgliedsbeiträge aufzubringen.“ KiJuStar sprang ein und der Schwimmunterricht konnte weitergeführt werden. Wenig später las Inge Straßen-Thull in der Zeitung, dass die Kinder erfolgreich an Wettkämpfen teilgenommen hatten.

Startbedingungen gerechter machen

Wo Kindern ganz alltägliche Dinge, aber auch die Realisierung von kleinen Träumen (wie z.B das Erlernen eines Musikinstruments) aufgrund der finanziellen Situation ihrer Familie nicht möglich ist, dort wollen die Eheleute Thull mit ihrer Stiftung helfen. Deswegen nannten sie ihre Stiftung vor zehn Jahren KiJuStar - Kinder Jugend Starthilfe. Das war und ist ihr Kernanliegen. Alle Kinder sollen einen guten Start ins Leben haben.

Nun kann das Ehepaar auf zehn Jahre Stiftungsarbeit zurückblicken. Am 2. April 2008 gründeten sie ihre Stiftung unter dem Dach der CaritasStiftung im Erzbistum Köln, die das Stiftungsvermögen von mittlerweile über 150.000 Euro treuhänderisch verwaltet. In diesen Jahren konnten sie rund 40.000 Euro für die Unterstützung von Kindern aus den Erträgen des Stiftungskapitals bereitstellen. Die Stiftungsarbeit ist ein großer Bestandteil ihres Lebens geworden. „Das hätte ich mir bei Gründung der Stiftung so nicht vorstellen können, aber es ist sehr schön“, erzählt Inge Straßen-Thull. Seitdem ihr Mann krank ist, kann er sie leider nicht mehr bei Stiftungsarbeit unterstützen.

„Den Traum eine eigene Stiftung zu gründen, um damit benachteiligten Kindern und Familien zu helfen, hatte ich schon sehr lange,“ sagt Frau Straßen-Thull. „Eine längst verstorbene vermögende, kinderlose Tante und ihr Mann wollten vor langer Zeit eine Kinder-Stiftung gründen. Sie konnten ihr Vorhaben damals nicht verwirklichten.“ „Aber mir ging der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf,“ berichtet sie. Als sie schließlich einen Anteil des elterlichen Hofes erbte und damit über einen Geldbetrag verfügen konnte, war die Chance gekommen. Das Geld sollte nicht einfach irgendwie verbraucht werden und somit in ihren Augen verloren gehen, sondern sie wollte etwas Dauerhaftes schaffen.

Nachhaltig helfen

Außerdem konnten die Eheleute Thull nicht mehr tatenlos mitansehen, dass es gleich vor ihrer Haustüre im reichen Deutschland Familien und vor allem Kinder gab, die wegen ihrer Armut ausgeschlossen waren und am Rande der Gesellschaft standen. „Eine afrikanische Flüchtlingsfamilie hat mit unserer Hilfe Fahrräder für ihre vier Jungs angeschafft,“ erzählt Inge Straßen-Thull. „In solchen Fällen wollen wir helfen, am liebsten schnell und unbürokratisch. Und wir wollten sehen, was mit unserem Geld geschieht und selbst darüber entscheiden.“ „All dies ist mit der CaritasStiftung im Erzbistum Köln möglich“ sagt Inge Straßen-Thull. Sie und ihr Mann sind im Kuratorium ihrer Stiftung. „Liegt etwas an, sind die Wege kurz und Entscheidungen können rasch getroffen werden. Die CaritasStiftung bietet uns den organisatorischen Rahmen und nimmt uns die administrative Arbeit ab. Das finde ich bis heute schön“, betont sie. „Man bleibt in Kontakt, weiß wie es einem geht und fühlt sich einfach gut aufgehoben“.

Für die nächsten zehn Jahre wünschen sich die Stifter weitere finanzielle Unterstützung durch Zustiftungen oder Spenden an ihre Stiftung. Denn sie haben den Eindruck der Hilfebedarf wächst, sagt Inge Straßen-Thull. „Der Staat zieht sich immer weiter aus der Verantwortung, umso mehr fühlen wir uns aufgerufen zu helfen“.

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