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Kindertagesstätten im Erzbistum Köln geben 902 Kindern mit Fluchterfahrung Heimat

Diözesan-Caritasverband und Bonner Caritasverband stellen Jahreskampagne "Zusammen sind wir Heimat" in Bonner Kita St. Maria Magdalena vor
17. Februar 2017; (presse@caritasnet.de)

Köln/Bonn. Die katholischen Kindertagesstätten im Erzbistum Köln waren Ende 2016 Heimat für 902 Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Damit hat sich ihre Zahl innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt (2015: 512). Das hat eine Online-Befragung des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln unter allen 667 katholischen Kitas im Erzbistum Köln ergeben.

 

Insgesamt halten die katholischen Kitas 40.450 Plätze für Kinder von null bis sechs Jahren vor. Der Anteil der Kinder mit Fluchterfahrung beträgt 2,2 Prozent. Mehr als die Hälfte dieser Kinder kommen aus den drei Kriegs- und Krisenstaaten Syrien (341), Irak (78) und Afghanistan (66).

 

Der Anteil der Kinder unter drei Jahren mit Fluchterfahrung liegt bei 20 Prozent (179 Kinder). 1.193 Kinder aus Flüchtlingsfamilien stehen aktuell auf den Wartelisten der katholischen Kitas.

 

Anlässlich der Vorstellung der Caritas-Jahreskampagne 2017 „Zusammen sind wir Heimat“ in der Bonner Kita St. Maria Magdalena sagte Dr. Frank Joh. Hensel, Diözesan-Caritasdirektor für das Erzbistum Köln: „Für Kinder aus Flüchtlingsfamilien bedeutet die Aufnahme in eine Kita eine faire Zukunftschance – eine Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen, in Kontakt mit Gleichaltrigen zu kommen, Traditionen und Lebenskultur kennenzulernen und Erlerntes und Erfahrenes an ihre Familien weitergeben zu können.“ Zu keinem anderen Zeitpunkt im Leben erfolge Integration so schnell und nachhaltig wie im Kleinkindalter.

 

Das bestätigte auch die Leiterin der Kita, Maria Brünker: „Die Kinder lernen spielend deutsch, oft können sie sich schon nach wenigen Wochen gut verständigen.“ 80 Kinder aus 20 Nationen besuchen derzeit die Kita St. Maria Magdalena, unter ihnen fünf Kinder aus einer benachbarten Flüchtlingsunterkunft.

 

Als „Heimatgeber“, so die Caritas, seien die Kindertagesstätten im Erzbistum Köln, aber auch Schulen und Arbeitsplätze von enormer Bedeutung. „Die Bonner Caritas unterstützt geflüchtete Menschen in den unterschiedlichsten Einrichtungen. Ob in den Offenen Ganztagsschulen, in Familienberatungsstellen oder in Qualifizierungsmaßnahmen – überall gilt es, Menschen Sicherheit, Fürsorge, Geborgenheit und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Allein in den Qualifizierungsmaßnahmen für junge Menschen unter 25 Jahren beschäftigt die Bonner Caritas derzeit 21 Flüchtlinge, denn eine Heimat
finden, das bedeutet auch berufliche Teilhabe“, ergänzte der Bonner Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider.

 

Die Caritas-Kampagne „Zusammen sind wir Heimat" thematisiert die Chancen und Voraussetzungen für eine offene Gesellschaft. Angesichts der großen Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen, sind Einheimische und Zuwanderer gleichermaßen gefordert, ihren Beitrag zu leisten für ein gelingendes Miteinander. Klar ist, eine offene Gesellschaft lebt von Vielfalt, nicht von Beliebigkeit. Zusammenleben braucht Regeln, die für alle gelten: Einheimische und Zugewanderte. Heimat wird nicht bewahrt oder geschützt, indem man Grenzen zieht. Zusammenleben gelingt zum Beispiel, wenn Bildung und Befähigung in Kindergärten und Schulen unterstützt wird, wenn gesellschaftliche Teilhabe sowohl auf der Arbeit, also auch in der Freizeit möglich ist. Zusammenleben gelingt, wenn freiheitlich demokratische Grundwerte von allen geteilt werden und Alltagsrassismus und Rechtspopulismus keine Chance haben.

 

Weitere Infos zur Kampagne: www.zusammen-heimat.de

 

Foto: Caritas/Jo Schwartz

BU: Aufmerksame Kinder beim Mitmachtheater „Frau von Hier und Herr von Dort“ mit den Schauspielern Fug und Janina.

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