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"Ohne Gutmenschen wäre die Welt arm!"

Erzbistum Köln - "zusammen-gut"-Kampagne - monatliche Porträts
27. Juli 2017; (presse@caritasnet.de)

  Bonn. „Wenn Menschen, die sich für andere Menschen einsetzen, als Gutmenschen beschimpft werden, so ist das absurd und gefährdet unsere Gesellschaft. Kann denn Engagement für das Gemeinwohl schlecht sein?" Das fragte Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki anlässlich des Auftakts der Ehrenamtskampagne „zusammen gut", die vom Erzbistum Köln und dem Diözesan-Caritasverband ins Leben gerufen wurde. In loser Reihenfolge stellen wir Menschen vor, die sich für Andere einsetzen. Diesmal: Thomas Mohr (58) aus Bonn, zweifacher Fami-lienvater und ehrenamtlicher Helfer in der Flüchtlingshilfe.

Es ist 18.30 Uhr, ein Mittwoch. Feierabend hat Thomas Mohr noch nicht; für ihn fängt die Arbeit jetzt erst richtig an. Im weißen Liefer-wagen fährt er vor. Darin stapeln sich Möbel für Familie Almarmar. Die ist aus Syrien geflohen und fängt in Bonn ein neues Leben an. Auf der Flucht konnten sie nichts mitnehmen. In Deutschland müssen sie sich alles ganz neu aufbauen.

Seit zwei Jahren engagiert sich Mohr in der katholischen Kirchenge-meinde St. Barbara in Bonn-Ippendorf für Geflüchtete. „Ich habe mir gedacht, wir haben eine Menge Sachen, die irgendwo stehen, rumliegen, nicht mehr gebraucht werden. Dann hatte ich die Idee, dass man diese Sachen denen bringt, die es nötig haben", erklärt er.

In diesem Fall bringt Mohr die Sachen zu Familie Almarmar. Er hat Betten, Kleiderschränke und Stühle dabei. Mehrere Helfer packen mit an. Sie schleppen die Möbel gemeinsam mit der Familie nach oben. Die Almarmars zeigen sich dankbar für die Unterstützung. In diesen Momenten weiß Mohr, wie wichtig es ist, was er macht. „Ich finde, wenn du heute geflüchtete Kinder siehst, die dir irgendwann am Hosenbein hängen, weil du ihnen irgendwelche Dinge gebracht hast, dann macht es das wett. Da kann man seine Zeit für opfern."

Der 58-Jährige war früher in der Jugendhilfe tätig. Zwei Söhne hat er großgezogen, seine Frau ging arbeiten. Die Söhne sind inzwi-schen erwachsen. Jetzt habe er Zeit, erzählt der Familienvater. „Ich bin so erzogen worden, dass man sich um andere Menschen küm-mert." Sein ehrenamtliches Engagement habe sein Leben berei-chert, da er dadurch viele Menschen kennenlerne. Ihn beeindruckt besonders, dass das ehrenamtliche Engagement alle Altersschich-ten umfasst. „In der Anfangsphase hieß es mal: Nicht, dass es nur noch ‚Gutmenschen‘ gibt, die sich um alles kümmern. Aber die muss es halt auch geben, sonst wäre die Welt echt arm."

 

Für Menschen wie Thomas Mohr wurde die Kampagne „zusammen gut" vom Erzbistum Köln und dem Diözesan-Caritasverband im De-zember 2016 mit einer bistumsweiten Sprühaktion angestoßen. „zusammen gut" soll gesellschaftliches Engagement stärken und Menschen ermutigen, sich für Andere und für die Gemeinschaft ein-zusetzen. Bis November 2017 stellen wir Ihnen monatlich weitere Persönlichkeiten vor, die sich für andere Menschen einsetzen.

 

Link zum Videoclip mit Thomas Mohr: https://youtu.be/lsI70o51wBM

Informationen zur Kampagne: www.zusammen-gut.de

Bildinformation: Thomas Mohr (vorne rechts) mit Familienvater Ahmad Almarmar (vorne links) und einem weiteren Helfer beim Umzug; Fotos: Tobias Al Shomer.

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