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Schwangerschaftsberatung esperanza: Gefragt wie noch nie!

9.970 werdende Mütter und Väter suchten 2016 Rat. Anlauf-stelle auch für neu in Deutschland angekommene Frauen
18. August 2017; presse@caritasnet.de

Köln. Schwanger – was nun? Diese Frage stellten im Jahr 2016 so viele Menschen wie noch nie der Schwangerschaftsberatung esperanza im Erzbistum Köln. Mit 9.970 Fällen verzeichneten die 36 Beratungsstellen von Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 3,8 Prozent (2015: 9.602). esperanza-Hilfe nehmen auch immer mehr ausländische Frauen in Anspruch. Deren Anteil hat sich 2016 mit 5.339 Menschen auf 53,5 Prozent (2013: 37 Prozent) erhöht. Die Zahl ratsuchender Frauen aus dem nicht-europäischen Ausland verdoppelte sich sogar.

Für neu in Deutschland angekommene, werdende Mütter ist die Schwangerschaftsberatung zu einer wichtigen Anlaufstelle geworden. Besonders geflüchtete Familien suchen professionelle Hilfe in den esperanza-Einrichtungen: „Wir haben enormen Bedarf bei Menschen aus Fluchtgebieten. Dadurch hat sich auch die Beratungspraxis verändert. So brauchen wir jetzt häufiger eine Übersetzungshilfe", erklärt Silvia Florian, Koordinatorin der esperanza-Schwangerschaftsberatung im Kölner Diözesan-Caritasverband.

In mehr als 80 Prozent aller Beratungsfälle war der Anlass eine schwierige finanzielle Situation. 64 Prozent der ratsuchenden Frauen hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung, nur ein Viertel verfügte über ein Einkommen aus eigener Erwerbstätigkeit. Esperanza half 2016 insgesamt mit 3,5 Millionen Euro. Das Geld stammt aus Bundesstiftungen und dem auf eine Million Euro aufgestockten bischöflichen Hilfsfonds des Erzbistums Köln.

Bei esperanza ließen sich 2016 auch elf Frauen im Zuge einer vertraulichen Geburt beraten. Sechs Frauen entschlossen sich schließlich für das Verfahren. Dieses ist seit 2014 rechtlich möglich. „Vertrauliche Geburt bedeutet, dass Frauen ihr Kind medizinisch betreut zur Welt bringen, ohne ihre Identität preiszugeben", erklärt Florian. Damit das Kind später einmal seine Herkunft nachvollziehen kann, werden die Daten beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaft-liche Aufgaben (BAFzA) hinterlegt.

 

Weitere Infos: Silvia Florian, silvia.florian@caritasnet.de, 0221 / 2010-144.

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