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Weniger Zuschuss für Sozialtickets bedeutet mehr Stillstand für ärmere Menschen

Diözesan-Caritasverband kritisiert Pläne der NRW-Regierung
23. November 2017; (presse@caritasnet.de)

Köln. Der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln wendet sich gegen die Pläne der NRW-Landesregierung, das Sozialticket schrittweise zu schwächen. „Wer Armut bekämpfen will, muss Mobilität fördern. Denn wer sich kein Ticket für Busse und Bahnen leisten kann, der kommt weder beruflich noch privat von der Stelle“, so Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel.


Wie jetzt bekannt wurde, will das Land den jährlichen Zuschuss zum Sozialticket von derzeit 40 Millionen Euro um fünf Millionen Euro im kommenden Jahr kürzen und bis 2020 sogar halbieren. Hensel: „Damit wird das Sozialticket vielerorts faktisch verschwinden, denn etliche Kommunen werden den Fehlbetrag nicht kompensieren.“

Anspruch auf das Sozialticket haben Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Wohngeld, aber auch Asylbewerber. Rund 300.000 Menschen nutzen das Sozialticket derzeit.

Der Anteil der Ausgaben für Verkehr im Hartz-IV-Regelsatz beträgt unter 26 Euro im Monat. Schon jetzt liegt der Preis für das Sozialticket deutlich darüber. Regulär kostet die Monatskarte etwa in der Stadt Köln sogar 94,30 Euro. „Hier die Landeszuschüsse zu kürzen, ist ein armutspolitischer Rückschritt, der für viele Menschen unmittelbaren Stillstand bedeutet“, so Hensel.

Der Diözesan-Caritasdirektor appelliert an die NRW-Landesregierung, den Zuschuss zum Sozialticket – im Gegenteil – sogar aufzustocken: „Das Ticket ist ein wichtiger Baustein der Armutsbekämpfung.“

 

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