Rechtliche Betreuung

Das Betreuungsgesetz regelt die Betreuung einer wachsenden Zahl von Menschen, die ihr Leben aufgrund einer Beeinträchtigung oder Behinderung teilweise oder ganz nicht mehr selbst regeln können. In Nordrhein-Westfalen ist die Gesamtzahl der Betreuungsverfahren von 146.000 im Jahr 1995 auf 309.000 im Jahr 2011 angestiegen.

 

Besondere Sensibilität und Zuwendung sind erforderlich, um Betreuung nicht in entwürdigende Bevormundung umschlagen zu lassen. Nicht umsonst hat die Rechtsordnung in Deutschland seit 1992 die Entmündigung abgeschafft und durch die Betreuung ersetzt.

 

Im Sinne einer Entstaatlichung sozialer Auffangnetze sollen zunächst Familie oder Nachbarschaft einen Betreuungsfall ehrenamtlich übernehmen. Nur wenn solche freiwilligen Leistungen nicht zur Verfügung stehen, oder wenn im Einzelfall ein Betreuter besonders fachkundige, Unterstützung braucht, sieht das Gesetz die Einrichtung einer hauptamtlich geführten rechtlichen Betreuung vor.

 

Im Erzbistum Köln gibt es derzeit Caritative Betreuungsvereine. Sie gewinnen systematisch ehrenamtliche Betreuer, bilden diese aus und begleiten selbige. Darüber hinaus informieren die Betreuungsvereine über Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen und beraten Bevollmächtigte.