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Familiengründung als Armutsrisiko

Cilly von Sturm, Irene Rütten und Anne Winter stellten den aktuellen Jahresbericht der Beratungsstelle esperanza vor.Cilly von Sturm, Irene Rütten und Anne Winter stellten den aktuellen Jahresbericht der Beratungsstelle esperanza vor.Familiengründung ist ein Armutsrisiko, so eröffnete Cilly von Sturm, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend, Familie und Senioren der Caritas Euskirchen, die Vorstellung des aktuellen Jahresberichtes der Beratungsstelle „esperanza“ für (werdende) Eltern. Stress und Existenzsorgen belasteten immer mehr schwangere Frauen, die sich Rat suchend an katholische Schwangerschaftsberatungsstellen wendeten. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf ein aktuelles Positionspapier der Diözesan-Caritasverbände in NRW. Laut Caritas hätten das Sparpaket der Bundesregierung und sozialrechtliche Veränderungen deutliche Spuren hinterlassen. Ungesicherte und nicht ausreichende Einkommen, Arbeitslosigkeit und Verschuldung führten zu gesundheitlichen und psychischen Belastungen, Beziehungsproblemen und Zukunftsangst. Familiengründung sei für viele inzwischen ein Armutsrisiko. „Ungesicherte und nicht ausreichende Einkommen, Arbeitslosigkeit und Verschuldung führen zu gesundheitlichen und psychischen Belastungen, Beziehungsproblemen und Zukunftsangst. Familiengründung ist für viele inzwischen ein Armutsrisiko“, zitierte von Sturm aus dem Papier.

 

Diese Tendenz schlägt sich auch im aktuellen Jahresbericht der Euskirchener Caritas-Beratungsstelle „esperanza“ nieder. So waren im vergangenen Jahr von 307 Ratsuchenden lediglich 43 Prozent verheiratet, während rund 30 Prozent nicht in einer Paarbeziehung lebten. Über 50 Prozent der Personen, die das katholische Beratungs- und Hilfenetz vor, während und nach einer Schwangerschaft in Anspruch nahmen hatten einen Migrationshintergrund. Lediglich 35 Prozent der Beratenen verfügte über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Obwohl der Anteil der Ratsuchenden, welche Hartz IV bezogen, im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig war, empfanden über 90 Prozent der Beratenen ihre persönliche finanzielle Situation als problematisch. „Dies liegt an dem Phänomen der zunehmenden prekären Beschäftigungsverhältnisse“, so Beraterin Irene Rütten. Ihr seien Fälle bekannt in denen ein Familienvater, trotz Wechselschicht, lediglich etwas mehr als 1.000 Euro netto monatlich mit nach Hause brächte. „Das reicht nicht zum Leben für eine vierköpfige Familie“. Leiharbeit, befristete Beschäftigungsverhältnisse und Niedriglöhne seien mittlerweile in den beratenen Familien häufig Alltag und Lebensrealität. Die finanzielle Situation führe zudem dazu, dass Eltern häufig mehrere schlecht bezahlte Jobs hätten und die Frage nach der Betreuung der Kinder ein zusätzliches Problem darstelle.

 

„Diese Entwicklung sehen wir auch in unserer Begegnungsstätte Kinderkram mit angeschlossener Baby-Kleiderstube“, erklärte Rütten. „Nicht nur, dass wir an über 200 bedürftige Familien gebrauchte Kinderkleidung und andere Ausstattung abgegeben haben, auch die Nachfrage nach den Betreuungs- und Leihomadiensten ist nach wie vor hoch.“ Zwar sei durch Kitas und Ganztagsschulen das Betreuungsangebot mittlerweile besser, als noch vor einigen Jahren, dennoch sei es für Mütter ohne familiäre und soziale Einbindung in die Umgebung schwer die sogenannten Randzeiten abzudecken.

 

Dazu kämen bürokratische Hürden, die es Menschen aus den sogenannten bildungsfernen Schichten häufig schwer bis nahezu unmöglich machten, ihnen eigentlich zustehende Sozialleistungen auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. „Manchmal fehlt es auch einfach an der Information oder dem nötigen sprachlichen Verständnis“, so Anne Winter, zuständig für das Caritas-Netzwerk Frühe Hilfen bei der Caritas Euskirchen. Das Netzwerk, welches der Wohlfahrtsverband frei finanziert, hat sich auf die Fahnen geschrieben hier – auch mit dem Einsatz ehrenamtlicher Familienpatinnen – Abhilfe zu schaffen. Daneben ist Winter auch noch für die ergänzenden Präventionsangebote des Beratungsnetzwerkes „esperanza“ verantwortlich. Gemeinsam mit einem männlichen Kollegen leistet sie sexualpädagogische Arbeit an Schulen und ist mit dem Projekt „Babybedenkzeit“ sehr erfolgreich. Lebensechte High-Tech Puppen simulieren einen Säugling mit all seinen Bedürfnissen und ermöglichen über einen Computerchip die präzise Auswertung der Behandlung durch die „Elternpraktikanten“. „Wir wollen hier ein Gefühl für die Verantwortung schaffen, die ein Kind mit sich bringt“, betonte von Sturm.

 

Überhaupt seien, laut von Sturm, die ergänzenden Dienste von besonderer Bedeutung für die Beratungsstelle: „Durch unsere zusätzlichen Hilfen, wie etwa die beiden Familienhebammen, das Netzwerk Frühe Hilfen, die Begegnungsstätte mit Baby-Kleiderstube, die Sexualpädagogik an Schulen, die Säuglingssimulatoren oder den Eltern-Kind-Kurs Babynest - welchen wir in Kooperation mit dem Haus der Familie anbieten – können wir den Menschen, die unsere Hilfe brauchen ein breitgefächertes Angebot machen.“ Dies sei wichtig, um den zumeist jungen Erwachsenen eine Perspektive für ein gelingendes Leben mit Kindern aufzeigen zu können.

 

Caritas und Katholisches Bildungswerk starten Demenzhelfer Schulung

Gemeinsam Brücken bauen – Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen

Schulung für Ehrenamtliche und Angehörige   

 

Unter dem Motto Gemeinsam Brücken bauen bietet die Caritas Euskirchen in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk ab Juni 2012 eine intensive Schulung für Angehörige und Ehrenamtliche im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen an.

 

Ziel der Schulung ist es, Menschen, die sich ehrenamtlich in der Betreuung demenziell Erkrankter engagieren möchten, sowie Angehörigen, die sich auf die Demenzbetreuung vorbereiten, Sicherheit im Umgang mit Demenzkranken zu geben.

 

Die Schulungsteilnehmer sind nach Abschluss in der Lage, pflegende Angehörige im Alltag bei der Betreuung ihrer erkrankten Angehörigen zu unterstützen und zu entlasten. Die Schulung umfasst 33 Unterrichtsstunden und schließt mit einem Zertifikat des kath. Bildungswerkes in Verbindung mit dem Servicezentrum Demenz der Caritas Euskirchen ab. Pflegenden Angehörigen bietet die Schulung erweiterte Kenntnisse über die Erkrankung und den alltäglichen Umgang damit. Die Schulung ist auch für pflegende Angehörige nur im gesamten Umfang buchbar. Der Kostenbeitrag für die Schulung beträgt 30 Euro.

 

Die Schulung findet im Café Insel in der Frauenberger Straße 2-4, in 53879 Euskirchen, jeweils mittwochs in der Zeit von 18.30 bis
21 Uhr (Ausnahme: 04.07. Beginn 19.30 Uhr) statt. Im Vorfeld finden am 9. Mai in Bad Münstereifel, Josefshaus, Alte Gasse 19, am 16. Mai in Euskirchen, Café Insel, Frauenberger Straße 2-4 und am 23. Mai in Zülpich, Caritas-Büro, Kölnstraße 2, Informationsabende statt. Diese beginnen jeweils um 18.30 Uhr.

 

Alle Interessierten sind herzlich zu diesen unverbindlichen Informationsabenden eingeladen.

 

Weitergehende Informationen gibt es im Euskirchener Caritas-Servicezentrum Demenz, in der Frauenberger Straße 2-4, unter der Rufnummer 02251/126712 oder unter demenz@caritas-eu.de

 

Neue Kleider für den Stoffwechsel 33

Filialleiter Karl-Dieter Spilles legte selbst mit Hand an.Filialleiter Karl-Dieter Spilles legte selbst mit Hand an.Über eine umfangreiche Spende neuer Damen- und Herrenoberbekleidung konnten sich die Mitarbeiter des sozialen Kleiderladens „Stoffwechsel 33“, der Caritas Euskirchen, freuen.

 

Das Euskirchener Bekleidungshaus Robert Ley sammelt regelmäßig abgeschriebene Bekleidung aus 21 Filialen in ihrem Zentrallager in Euskirchen. Robert Ley suchte nun einen Partner, an den diese Textilien gespendet werden konnten. „Einerseits wollten wir Hilfe vor Ort leisten, andererseits ist es uns wichtig, sicher zu gehen, dass die gespendete Kleidung nicht in dunklen Kanälen versickert und etwa über das Internet kommerziell von Dritten vermarktet wird“, so Karl-Dieter Spilles, Leiter der Euskirchener Filiale von Robert Ley.

 

So sei man auf die Caritas und ihren sozialen Kleiderladen „Stoffwechsel 33“ aufmerksam geworden. Hier sei man sich sicher, dass die Kleiderspende in die richtigen Hände gelange. Das sieht Caritas-Chef Franz Josef Funken genauso: „Wir geben die Kleidung in unserem sozialen Kleiderladen zwar an jedermann gegen eine geringe Gebühr ab, achten aber genau darauf, wer bei uns einkauft.“ Sollte jemand versuchen Mengen zu erwerben, die über den persönlichen Bedarf hinausgehen, werde dies von den Mitarbeitern des Kleiderladens konsequent unterbunden.

 

20 Kartons Damen- und Herrenoberkleidung für alle Jahreszeiten, von Blusen beziehungsweise Hemden über Hosen bis hin zu Jacken konnten Caritas-Mitarbeiter jetzt am Zentrallager auf der Roitzheimer Straße entgegennehmen. „Das Angebot unseres sozialen Kleiderladens richtet sich an sozial benachteiligte Mitbürger. Ihnen wollen wir die Möglichkeit geben sich und ihre Familien menschenwürdig einzukleiden. Wir sind der Firma Ley ausgesprochen dankbar für die großzügige Spende und das uns entgegengebrachte Vertrauen“, so Funken abschließend.


Voll EXTREM?! - Theaterworkshop in der Jugendvilla

jugendvilla_buttonDie Caritas Euskirchen startet unter dem Titel „VOLL EXTREM?!“ ein mehrwöchiges Theaterprojekt. Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren sollen für die Gefahren extremistischer Weltanschauungen sensibilisiert werden und so zu einem kompetenten und selbstbewussten Umgang mit extremistischen Konfrontationen befähigt werden. Gemeinsam mit der Theaterpädagogin Friederike Wilckens von Hein erarbeiten die Fachkräfte der Euskirchener „Jugendvilla“ mit den Jugendlichen Spielszenen, die sich mit Situationen beschäftigen, in denen die jungen Menschen selbst mit Extremismus in Kontakt gekommen sind.

 

Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: „Was soll ich jetzt tun?“, „Wie fühle ich mich?“, „Was wollen die?“, „Welche Motive haben die?“. Die Jugendlichen erarbeiten unter Anleitung der Theaterpädagogin Dialoge und entwickeln die Charaktere und ihre Rollen. Daraus entsteht ein interaktives Theaterstück, welches Fragen an das Publikum aufwirft und dieses bei der Lösung miteinbezieht. Daneben entwickeln die Jugendlichen gemeinsam mit einem Profimusiker die Begleitmusik und gestalten unter Anleitung eines professionellen Bühnenbildners Kulissen und Requisiten.

 

Den Höhepunkt des Projektes bildet die Aufführung des Stückes in der Jugendvilla am Samstag, den 9. Juli mit anschließendem Grillfest für Schauspieler und Zuschauer.

 

Los geht es am Samstag, den 28. April 2012, um 11 Uhr mit dem ersten Workshop-Termin.

 

Workshops/ Proben:

SA 28. April 11-17 Uhr, SA 05. Mai 11-17 Uhr, FR 11. Mai 16-21 Uhr, SA 12.05. 11-17 Uhr, SA 19.05. 11-17 Uhr, SA 26.05. 11-17 Uhr, Fr 01.06. 16-21 Uhr, SA 02.06. 15-21 Uhr

Generalprobe & Aufführung: FR 08.06.16-21 Uhr Generalprobe, SA 09.06.14 Uhr Probe, 17 Uhr Theateraufführung mit anschließendem Grillfest für Schauspieler & Zuschauer

 

Der Kostenbeitrag beträgt 5 Euro pro Teilnehmer (SA Mittagessen, FR Abendsnack inklusive).

 

Infos und Anmeldung:

Caritas Euskirchen/ Jugendvilla

Sandra Schüer oder Dieter Edelmann

Tel. 02251/921327

jugendvilla@caritas-eu.de



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