Wer durch Lernfähigkeit, Lernbereitschaft und Mut zu konkretem Handeln sich selbst voranbringt, gibt damit ein Beispiel für andere und verbessert die Leistungsfähigkeit unseres Verbandes.
2. Fort- und Weiterbildung wird immer wichtiger
Wir fördern die qualifizierte Fort- und Weiterbildung. Wir machen darüber hinaus allen Interessierten in unseren Reihen das Angebot, sich mit religiösen Fragen zu beschäftigen. Es geht dabei immer um fachliche, zugleich aber auch um soziale Kompetenz.
3. Nur informierte Mitarbeiter sind auf die Dauer motiviert
Je besser die Information, desto größer die Motivation. Deshalb erhalten alle die für ihre Arbeit notwendigen Informationen. Der Träger informiert darüber hinaus über Ziele und Perspektiven sowie den jeweiligen Sachstand des Verbandes. Die Mitarbeiter sind verpflichtet, nicht nur " abzuwarten, bis man auf sie zukommt, sondern auch aktiv auf andere zuzugehen und sich Informationen zu beschaffen. Wenn die Informationsflüsse nicht funktionieren, soll jeder darauf aufmerksam machen.
4. Wir wollen eine offene Gesprächsatmosphäre
Was verbesserungsbedürftig und verbesserungswürdig ist, muß offen ausgesprochen werden; es geht nicht darum, Schuldige zu suchen, sondern darum, es im Interesse aller besser zu machen. Je größer die Fähigkeit, aufeinander zuzugehen und als Team zu arbeiten, desto besser ist die Arbeit und umso größer ist der Erfolg.
V. Wir praktizieren kooperative Führung und Delegation
Motivation und Engagement versanden, wenn Organisationsformen und Führungsstil in einem Unternehmen nicht stimmen. Deshalb arbeiten wir an optimalen Organisationsformen, die Entfaltung am Arbeitsplatz ermöglichen, aber auch wirtschaftlichen Erfordernissen Rechnung tragen. Wir delegieren und praktizieren einen kooperativen Führungs- und Arbeitsstil.
1. Führen heißt überzeugen
Grundlage jeder Führung ist die Überzeugung durch vorbildliches Handeln. Ohne die persönlicher Integrität und fachlicher Qualität entspringende Überzeugungskraft bleibt Führen nichts anderes als die Umsetzung des überholten Prinzips von Befehl und Gehorsam.
2. Kooperative Führung bedingt wechselseitiges Vertrauen
Persönliche Integrität und fachliche Qualität ermöglichen die Bildung wechselseitigen Vertrauens. Wechselseitiges Vertrauen ist Grundlage kooperativer Arbeit. Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, aber auch zwischen Kollegen, ist die entscheidende Grundlage einer erfolgreichen Kooperation.
3. Vertrauen muß erarbeitet werden
Vertrauensvolle Zusammenarbeit stellt sich nicht von selbst ein; sie kann auch nicht durch Grundsätze und Leitlinien verordnet werden. Vertrauensvolle Zusammenarbeit muß erarbeitet werden. Wichtige Bausteine sind das Mitarbeitergespräch und die Mitarbeiterbesprechung. Das Mitarbeitergespräch unter vier Augen eröffnet die Möglichkeit, auch persönliche Angelegenheiten zu erörtern. Die Mitarbeiterbesprechungen ermöglichen unbefangene Stellungnahmen, jeder Mitarbeiter kann sich an der gemeinsamen Willensbildung beteiligen und sie beeinflussen. Die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen vergrößert die Chance, dass auch unbequeme Wege von allen bejaht werden.
4. Ziele sind unverzichtbar
Ziele sind unverzichtbar. Ohne Ziele gibt es in der täglichen Arbeit keine ausreichende Orientierung. Sie müssen klar, verständlich, erreichbar und auch jedermann bekannt sein. Die erleichtert die Selbstkontrolle der Mitarbeiter, aber auch die unverzichtbare Kontrolle durch die Vorgesetzten. In aller Regel sollen die gesetzten Ziele erreicht und die Aufgaben abgeschlossen sein, bevor neue Aufgaben in Angriff genommen werden können.
5. Vereinbarung ist besser als Vorgabe
In vielen Fällen ist es unvermeidbar, Ziele vorzugeben. Motivierender als die Vorgabe ist allerdings die gemeinsam erarbeitete Vereinbarung. Das Prinzip der Beteiligung muß für alle Arbeitsbereiche gelten, vom Reinigungsdienst bis zur Erarbeitung und Kontrollierung der Budgets einzelner Abteilungen. Alle in unserer Dienstgemeinschaft haben den Anspruch, dass Vereinbarungen eingehalten werden, gleich auf welcher Ebene bzw. mit wem die Vereinbarung getroffen worden ist.
6. Kooperativer Führungsstil führt zur Delegation
Kooperativer Führungsstil führt zwangsläufig zur Delegation. Wir delegieren soweit wie möglich Kompetenzen, Verantwortung und Aufgaben an unsere Einrichtungen und in unseren Einrichtungen. Wer die Arbeit unmittelbar macht, weiß in aller Regel auch besser Bescheid.
Der Bereitschaft des Trägers, das Delegationsprinzip ernst zu nehmen und das Ausmaß der möglichen Delegation immer wieder zu überprüfen, muß die Bereitschaft der Mitarbeiter entsprechen, das entsprechende Maß an Eigenverantwortung zu übernehmen.
7. Delegation heißt, sich an die vereinbarte Ordnung zu halten
Das bedeutet für alle Beteiligten, sich an die vereinbarte Ordnung zu halten - im Sinne eines wechselseitigen Prozesses von Delegation, Information und Transparenz. In die übertragenen Aufgaben und Kompetenzbereiche kann die vorgesetzte Ebene nur eingreifen, wenn vereinbarte Ziele ernsthaft gefährdet sind und Schaden von zu Betreuenden, von Mitarbeitern oder vom Träger abgewehrt werden muß.
VI. Wir stellen uns dem Gebot der Wirtschaftlichkeit
1. Wir sind kein Unternehmen der Wirtschaft; wirtschaftliches Handeln ist dennoch unser Ziel
Unsere Einrichtungen unterscheiden sich von Unternehmen der Wirtschaft in einem entscheidenden Punkt: Sie entspringen nicht unternehmerischer Zielsetzung, sie dienen der Verwirklichung unserer Aufgabe. Deshalb müssen wir unsere Einrichtungen so führen, dass wir unsere Arbeit auch in Zukunft so gut wie nur irgend möglich fortführen und die Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter sichern können.
2. Wir gehen mit den uns zur Verfügung gestellten Mitteln so sorgsam wie möglich um
Zwischen unserem Auftrag und wirtschaftlichen Überlegungen gibt es ein Spannungsverhältnis; in einzelnen Fragen werden immer wieder Konflikte auftreten.
Dennoch bejahen wir die Notwendigkeit, in allen Bereichen des Sozial- und Gesundheitssystems mit den zur Verfügung gestellten Mitteln so sorgsam wie nur irgend möglich umzugehen. Wir wissen, dass ein Großteil unseres Haushaltes auf Leistungen der Arbeitnehmer und der Unternehmen unserer Wirtschaft zurückgeht. Auch dies verpflichtet uns zu besonderen Anstrengungen.
3. Wir sind gut und wirtschaftlich
Die Leitung des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.V. und die Leitung der einzelnen Abteilungen stehen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit gegenüber allen unseren Partnern und gegenüber der Öffentlichkeit in einer besonderen Verantwortung. Ihrer Verantwortung können sie aber nur gerecht werden, weil alle Mitarbeiter in diese Verantwortung miteinbezogen sind. Wir wollen gut und wirtschaftlich sein. Wir schaffen es, weil wir Verantwortung gemeinsam tragen, uns gegenseitig informieren, delegieren und kooperativ miteinander umgehen.
VII. Wir entlasten die Umwelt
Auch wir stellen uns der großen Aufgabe Umweltschutz.
Im Rahmen unserer Möglichkeiten, müssen wir zur Bewahrung der Schöpfung beitragen; wir haben deshalb in allen Umweltfragen besondere Sorgsamkeit an den Tag zu legen. Wir entlasten die Umwelt, indem wir soweit nur irgend möglich umweltbezogene Erfordernisse und wirtschaftliche Notwendigkeit in Einklang bringen. Wir nutzen die vorhandenen Möglichkeiten der Entsorgung und suchen selbst nach innovativen Lösungen. Technologische Erzeugnisse nutzen wir nur zur Arbeitsvereinfachung, jedoch nicht als Instrument zur Personaleinsparung.
VIII. Wir sind faire und verlässliche Partner
Fair und verlässlich wollen wir mit anderen zusammenarbeiten.
Wir erbringen Leistungen für andere, andere erbringen aber auch Leistungen für uns. Mit unseren Partnern erstreben wir faire und auf Dauer angelegte Zusammenarbeit. Wir wollen, dass andere gerne mit uns zusammenarbeiten, und dass wir auch bei unterschiedlicher Interessenlage als Partner vorbildlich sind. Wir begegnen unseren Partnern mit Respekt; wir vermitteln Kenntnisse über unsere Zielsetzung, aber auch über den aktuellen Stand. Wir wollen durch Information gegenüber Außenstehenden so die Voraussetzungen schaffen, auch bei Meinungsverschiedenheiten und Konflikten gute und verläßliche Partner zu bleiben.
IX. Wir sind Teil der demokratischen Ordnung
Auch uns geht es um die Sicherung und Stärkung des demokratischen und sozialen Rechtsstaates.
Wir betreiben keine Politik, sind aber dennoch nicht unpolitisch. Wir verfolgen das politische Geschehen in Gemeinde, Land und Bund aufmerksam; wir nehmen Stellung, wenn wir betroffen sind. Wer unseren Rat haben will, dem stehen wir zur Verfügung. Wir wollen durch unseren Dienst und durch Mitwirkung zur Stärkung des demokratischen und sozialen Rechtsstaates beitragen. Wir treten dafür ein, dass auch in einem vereinten Europa das Sozialstaatsprinzip in Deutschland erhalten bleibt.