Michael Schweinheim, 32 Jahre, Erzieher

Kita St. Matthias in Essen-Kettwig

Herr Schweinheim, KFZ-Mechaniker, Gartenlandschaftsbauer, Fernkraftfahrer – die Liste der typischen Männerberufe ist lang und vielfältig. Warum dann gerade Erzieher?

Ich war bei der Bundeswehr und bin gelernter Drucker. Erst mit 28 Jahren habe ich mich entschieden Erzieher zu werden. Ich wollte lieber mit Menschen (insbesondere Kindern) als mit Maschinen arbeiten.

Als Ihre Entscheidung bezüglich Ihres Berufswunsches gefallen ist, gab es da von Mitschülern oder Kollegen schiefe Blicke?

Nein, bei mir nicht, da ich bereits 28 Jahre alt war und mir genau überlegt hatte, was ich machen will.

Wie haben Sie Ihre Entscheidung verteidigt?

Dieser Beruf passt einfach zu mir.

Wie lang arbeiten Sie jetzt schon in diesem Beruf?

Seit 3 Jahren arbeite ich als Erzieher.

Wie reagieren die Kinder auf Sie? Nehmen sie den Unterschied überhaupt wahr?

Ja, die Kinder nehmen den Unterschied wahr. Sie fragen zum Fußballspielen, bauen oder mit Autos spielen eher mich, als meine Kolleginnen. Aber gravierende Unterschiede gibt es eigentlich nicht.

Als Sie bei Ihrer jetzigen Arbeitsstelle angefangen haben, wie waren die Reaktionen der Eltern?

Durchweg positiv und sind es noch.

Was ist Ihre Lieblingsaufgabe?

Ich turne und spiele gerne mit den Kindern. Auch vorlesen und Geschichten erzählen mit Handpuppen macht mir Spaß.

Fühlen Sie sich im Team wohl, oder doch eher als Hahn im Korb?

Manchmal fühlt man sich unter Kolleginnen schon ein bisschen als Hahn im Korb, allerdings fühle ich mich in meinem Team sehr wohl.

Was würden Sie gerne an den Rahmenbedingungen des Erzieherberufs ändern, um so auch das Image zu verbessern?

Leider heisst es oft: ihr spielt doch nur ein bisschen mit den Kindern. Welche pädagogischen Ziele wir mit unserer Arbeit verfolgen, wird meist nicht erkannt. Ein Kind auf die Schule vorzubereiten und für das weitere Leben stark zu machen erfordert mehr als nur ein bisschen spielen. Es erfordert die Förderung in vielen verschiedenen Bereichen, was leider kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft? Bleiben Sie bei Ihrem Beruf als Erzieher, oder wie sehen Sie die weiteren Möglichkeiten, die Ihnen offen stehen?

Ich bin mit Leib und Seele Erzieher!