Nach GEW-Schätzungen fehlen spätestens ab 2013 bundesweit 50.000 Fachkräfte. Der bereits jetzt spürbare Mangel an Erzieherinnen und Erziehern wird sich zukünftig noch weiter verschärfen. Besonders im Betreuungsbereich für Kinder unter drei Jahren, in dem Männer mit nur rund 1 Prozent noch seltener vertreten sind als in der Arbeit mit Kindern über drei Jahren, soll eine Steigerung des Männeranteils erreicht werden. In diesem Zusammenhang ist die Steigerung der Arbeitszufriedenheit der vorhandenen Fachkräfte ein wichtiges Anliegen, um die Kitas als attraktive und moderne Arbeitsorte zu gestalten.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass derzeit bundesweit nur knapp 3 Prozent der Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen Männer sind. Im Erzbistum Köln arbeiteten zuletzt inklusive Zivildienstleistenden, Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres und Therapeuten 147 Männer in katholischen KiTas - bei insgesamt rund 6.500 Beschäftigten eine Quote von 2,3 Prozent.
Wie Kindertageseinrichtungen es schaffen, sich selbst für potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessant zu machen und neue Fachkräfte zu werben, wird in Teilprojekten der Personalentwicklung und -gewinnung erarbeitet. Gut ausgebildete Fachleute werden dringend gebraucht; Frauen und Männer, die gerne mit Kindern arbeiten, die einen lebendigen, abwechslungsreichen und zukunftssicheren Beruf suchen, für die Kreativität und Wissen genauso zählen wie selbständiges Arbeiten und Teamfähigkeit.
Die Teilprojekte, die hierzu mit Personalverantwortlichen von Trägern und Einrichtungen bearbeitet werden, zielen neben einer Imagekampagne für den Erzieherberuf, auf konkrete Maßnahmen und Empfehlungen für eine strategische Personalgewinnung ab. Hierbei sollen verstärkt männliche Erzieher für die Arbeit in Kitas gewonnen und langfristig gebunden werden.
Aktuelles
Männliche Fachkräfte gesucht - Ausbildungsmessen nutzen, um Einblicke in den Beruf zu ermöglichen
"Ich hätte nicht gedacht, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist und so viel Spaß macht", staunt der fünfzehnjährige Marvin. Er ist nur einer der zahlreichen Jugendlichen, die das Projektteam von MAIK bei Berufs- und Ausbildungsmessen informiert und beraten hat. Und da man am besten durch ausprobieren und selber-machen, ein Bild von einem Beruf erhält, ermöglicht MAIK im Rahmen der Kampagne: Dein Talent für Kids, einen ganz konkreten Einblick in den Alltag einer Kita. Neben wissenschaftlichen Experimenten oder Bewegungsspielen, sind auch Erzieherschüler dabei, um über die Ausbildung zu informieren.
Lesen Sie den Bericht von unserem Projektreferenten Dominik Duballa, mit Tipps und Hinweisen für eine gelungene Messeaktion, hier.
In Stellenanzeigen um männliche Fachkräfte werben
Nach Auskunft des Referats Grundsatzangelegenheiten und Beratung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind Formulierungen in Stellenanzeigen für Erzieherinnen und Erzieher, in denen besonders männliche Fachkräfte zur Bewerbung aufgefordert werden, zulässig. Das Allgemeine Gleich-behandlungsgesetz (AGG) legt jedoch fest, dass in der Stellenanzeige eine Begründung dafür gegeben werden muss. (2-2012)
Die Stellungnahme finden Sie hier. (externer Link)
Leitfaden zur Erstellung von Stellenanzeigen in Kitas
Vielerorts ist der sich verschärfende Fachkräftemangel zu spüren. Es wird zunehmend schwieriger, gute Bewerberinnen und Bewerber für freie Stellen in den Kitas zu finden. Aus diesem Grund wurde der „Leitfaden zur Erstellung von Stellenanzeigen“ erarbeitet, der Träger und Kitaleitungen bei der Personalgewinnung unterstützt.
Der Leitfaden wurde im Rahmen der Kita-Stellenbörse im Erzbistum Köln, gemeinsam von den zuständigen Fachabteilungen im erzbischöflichen Generalvikariat (Hauptabteilung Seelsorgebereiche) und im Diözesan-Caritasverband (Abt. Tageseinrichtungen für Kinder) entwickelt. Die Kita-Stellenbörse sowie der Leitfaden möchten einen Beitrag dazu leisten, dass katholische Kitas im Erzbistum Köln auch in Zukunft konkurrenzfähig, modern und zeitsparend auf Personalsuche gehen können. Im „Leitfaden zur Erstellung von Stellenanzeigen“ finden Sie Grundinformationen und Anwendungsbeispiele die Ihnen helfen, die Qualität Ihrer Anzeigen zu verbessern und qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher gezielt anzusprechen.
Den Leitfaden finden Sie als pdf-download hier.
Kita-Stellenbörse im Erzbistum Köln
Bereits jetzt ist vielerorts der sich verschärfende Fachkräftemangel zu spüren. Es wird zunehmend schwieriger, gute Bewerberinnen und Bewerber für freie Stellen in den Kitas zu finden. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte – Frauen und Männer gleichermaßen, damit die uns anvertrauten Kinder in den Kitas weibliche und männliche Rollenvorbilder erleben können und die zum Gelingen eines ganzheitlichen Erziehungsauftrages auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes beitragen.
Um Träger und Kitas bei der Personalgewinnung zu unterstützen findet sich unter: www.job-kita.de die online-Stellenbörse für alle katholischen Tageseinrichtungen im Erzbistum Köln.
Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche geschlechtergerecht führen
Eine gleichstellungsorientierte Personalführung trägt wesentlich zur Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und damit zum Erfolg einer Organisation bei. Darüber hinaus stellt sie ein wichtiges
Handlungsfeld zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern dar.
Der Vorbereitungsbogen für ein gender-orientiertes Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräch soll Vorgesetzte und Mitarbeitende unterstützen, die Gespräche nach den Kriterien der Geschlechtergerechtigkeit zu führen.
Das Bundeskanzleramt in Österreich hat einen Leitfaden hierzu entwickelt.
Den Link zur Webseite mit dem pdf-Dokument finden Sie
hier.
Anonymisierte Bewerbung - weniger ist fair.
Mehr Geschlechtergerechtigkeit im Auswahlprozess
Bewerbungen ohne Foto, Name und Geschlecht sollen die Chancengerechtigkeit verbessern. Denn Vorurteile auf Arbeitgeberseite wirken zu Beginn oft unbewusst.
Die Vorteile: Personalverantwortliche entscheiden nur nach Qualifikation, wen sie zum Gespräch einladen, nicht nach Aussehen, Geschlecht oder nach der Herkunft der Bewerbenden. Die Qualifikation erhält somit einen entscheidenden Stellenwert.
"Arbeitgeber sind in Zeiten wachsenden Fachkräftemangels auf die Potenziale und Talente aller Mitarbeiter angewiesen", sagte ein Sprecher der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). "Schon aus demografischen Gründen können es sich Unternehmen nicht leisten, geeignete Bewerbende nach unsachlichen Kriterien auszusortieren."
Vielleicht ist dieses Verfahren auch eine Möglichkeit, um qualifizierten Männern den Einstieg in den Kitabereich zu erleichtern.
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