ESF-Modellprogramm MEHR Männer in Kitas
Die gesellschaftliche Anerkennung von Kindertagesstätten als Bildungseinrichtung steigt seit einigen Jahren und Kindertagesstätten erfahren eine bildungspolitische Aufwertung. Deutliche Zeichen hierfür sind der beschlossene Ausbau von Betreuungsplätzen bis zum Jahr 2013 und die bundesländerspezifischen Bildungsprogramme, die anspruchsvolle Bildungsziele für die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen festlegen.
Die gesellschaftliche Aufwertung frühkindlicher Erziehung und Bildung fällt in eine Zeit, in der sich auch in der Gleichstellungspolitik ein Paradigmenwechsel vollzieht. Neben Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit von Frauen, richten sich gleichstellungspolitische Maßnahmen zunehmend an Männer und Jungen mit dem Ziel, ihnen neue Perspektiven jenseits traditioneller und einengender Männlichkeits- und Lebensentwürfe zu eröffnen.
Studie: Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten
Die Studie „Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten“ des BMFSFJ, beleuchtet erstmals umfassend die aktuelle Situation von Männern in Kindertagesstätten und in der Ausbildung zum Erzieher. Sie weist unmissverständlich nach, dass die Türen der Kindertagesstätten für männliche Erzieher weit geöffnet sind und die wenigen dort arbeitenden männlichen Fachkräfte von Kita-Trägern, Kita-Leitungen und Eltern als große Bereicherung für die pädagogische Arbeit wahrgenommen und geschätzt werden. Aber die Studie verdeutlicht auch, dass es bislang trotz des großen Interesses an männlichen Fachkräften an nachhaltigen, koordinierten Strategien zur Erhöhung des Männeranteils fehlt.
Die Studie als pdf-download finden Sie hier. (3,6MB)
Mit Hilfe des Modellprogramms "Mehr Männer in Kitas", soll bis Ende 2013 der Anteil der Männer in Kindertageseinrichtungen von derzeit knapp drei Prozent gesteigert werden. Junge Männer sollen für den Beruf des Erziehers begeistert und bei der Entscheidung für den Erzieherberuf unterstützt werden. Ebenso sollen die Perspektiven für Männer und Frauen in den Kitas verbessert werden.
MEHR Männer in Kitas - sind 16 Modellprojekte mit 1.300 Kindertageseinrichtungen in 13 Bundesländern, die mit insgesamt gut 13 Millionen Euro gefördert werden. Hierbei werden Instrumente, Strategien und Materialien entwickelt und erprobt, die zur Vielfalt und qualitativen Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis in den Kitas beitragen.
Das ESF - Programm „MEHR Männer in Kitas“ ist Teil der gleichstellungspolitischen Gesamtinitiative „Männer in Kitas“, die auf die Entwicklung moderner Rollenbilder für Männer und Frauen, eine Änderung des Berufswahlverhaltens von jungen Männern und eine geschlechtersensible frühkindliche Bildung abzielt.
Bis Ende 2013 werden innovative Ideen und Strategien gefördert, um mehr männliche Fachkräfte für Kitas zu gewinnen und deren Anteil auf das EU-weite Ziel von 20% zu steigern.
Die Ziele des Modellprogramms sind:
- in den im Projekt mitwirkenden Kindertageseinrichtungen den Anteil von Männern als Erzieher zu steigern,
- die Berufszufriedenheit der Erzieher in den Kitas zu erhöhen und damit ihren Verbleib dort zu sichern,
- das Berufsbild des Erziehers in der Modellregion zu verbessern und
- durch Kooperation verschiedener Akteure Instrumente zu entwickeln, die zu einer nachhaltigen Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in Kitas führen sowie
- eine qualitätsvolle geschlechtersensible frühkindliche Bildung zu gewährleisten.
Links zum Modellprogramm
Mehr Informationen zu dem Modellprogramm und den weiteren bundesweiten Projektstandorten erfahren Sie auf der Internetseite der Koordinationstelle Männer in Kitas:
www.koordination-maennerinkitas.de
oder unter: www.bmfsfj.de
und www.esf-regiestelle.eu
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