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Aktuelles aus dem Kreis

Geflüchtete in Arbeit bringen!
10.08.2017 - Der aktuelle Arbeitslosenreport NRW zeigt: bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten ist noch viel zu tun. Nach der starken Fluchtmigration im Jahr 2015 und der Beschleunigung der Asylverfahren werden geflüchtete Menschen inzwischen auch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar. Die Arbeitslosigkeit von Personen aus den zuzugsstärksten Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien ist NRW-weit von 22.602 Personen im Juni 2015 auf 58.283 Personen im Juni 2017 gestiegen. Die gleiche Tendenz ist auch im Kreis Mettmann festzustellen
Caritas-Flüchtlingshilfe in Haan feiert Sommerfest
10.08.2017 - Am Freitag, dem 18.8.2017 von 15:00 bis 17:30 Uhr sind Groß und Klein auf dem Gelände der städtischen Flüchtlingsunterkunft Kaiserstraße 10-14, 42781 Haan herzlich willkommen beim bunten Sommerfest der Caritas-Flüchtlingshilfe.
Caritas gestaltet "Strand International"
12.07.2017 - Haan. Ganz im Zeichen gesellschaftlicher Vielfalt und der Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft steht beim Haaner Sommer am Samstag, 22. Juli, von 14 bis 20 Uhr der "Strand International". Den Tag gestaltet der Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes für den Kreis Mettmann mit seinem Begegnungs- und Vernetzungsprojekt "vielfalt. viel wert" in Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen der Haaner Flüchtlingsarbeit und zahlreichen Akteuren.

Geflüchtete in Arbeit bringen!

10. August 2017; Helene Adolphs

Geflüchtete in Arbeit bringen! Der aktuelle Arbeitslosenreport NRW zeigt: bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten ist noch viel zu tun.

 

Nach der starken Fluchtmigration im Jahr 2015 und der Beschleunigung der Asylverfahren werden geflüchtete Menschen inzwischen auch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar.

Die Arbeitslosigkeit von Personen aus den zuzugsstärksten Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien ist NRW-weit von 22.602 Personen im Juni 2015 auf 58.283 Personen im Juni 2017 gestiegen. Die gleiche Tendenz ist auch im Kreis Mettmann festzustellen: Lag die Zahl der Arbeitslosen aus den zuzugsstärksten Asylherkunftsländern hier im Juni 2015 noch bei 306 Personen, stieg sie im Juni 2017 auf 962 Personen an.

Doch der von der Wohlfahrtspflege in NRW herausgegebene Arbeitslosenreport NRW zeigt ebenfalls auf, dass in dem verstärkten Zuzug von Personen aus Asylherkunftsländern außerhalb Europas auch eine wirtschaftliche Chance für die Region liegen kann. Denn auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus diesen Ländern ist im Kreis Mettmann im Zeitraum von September 2015 bis September 2016 um 54,5 Prozent auf insgesamt 437 Personen gestiegen.

Insgesamt macht der Arbeitslosenreport NRW deutlich, dass für eine gelungene Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten noch viel zu tun ist. Denn die mitgebrachte schulische und berufliche Qualifikation der Geflüchteten ist nach den aktuellen statistischen Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit mehrheitlich für eine erfolgreiche und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt im Moment noch nicht ausreichend. Das gilt auch für in Kreis Mettmann. Zwar bringen 23,6 Prozent ein überdurchschnittlich hohes schulisches Bildungslevel durch Abitur oder Hochschulreife mit. Allerdings ist der Anteil Geflüchteter ohne Hauptschulabschluss mit 30,2 Prozent ebenfalls vergleichsweise hoch. Bei vielen Geflüchteten ist von einem großen Bildungspotential auszugehen. Denn in NRW sind 62 Prozent der Geflüchteten jünger als 35 Jahre.

Der Arbeitslosenreport NRW gibt auch erste Anhaltspunkte darüber, für welche Berufe die Mitarbeiter der Jobcenter und Arbeitsagenturen die erwerbsfähig Geflüchteten aktuell als sofort vermittelbar einstufen. Dabei wird grob unterschieden nach Helfer, Fachkraft/Spezialist und Experte. Demnach kommen im Moment in NRW für mehr als jeden zweiten Geflüchteten (65 Prozent) lediglich Jobs auf Helferniveau infrage. Nur 13 Prozent können Fachkraft- oder Spezialistenniveau nachweisen. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich im Kreis Mettmann. Hier kommen 46,8 Prozent als Helfer und nur 25,5 Prozent als Fachkraft oder Spezialist in Frage.

Bei der Interpretation der Statistik der Bundesagentur für Arbeit muss aber auch berücksichtigt werden, dass grundsätzlich jede Person, die beispielsweise aufgrund fehlender berufspraktischer Anerkennung, aktuell in Deutschland nicht als Fachkraft arbeiten kann, in der Statistik der Arbeitsagentur zunächst als „Helfer“ geführt wird – selbst wenn er oder sie im Herkunftsland Arzt oder Apothekerin war.

Für den Caritasverband im Kreis Mettmann liegt es auf der Hand: Es muss strukturiert und engagiert in die Qualifizierung von jüngeren Arbeitslosen investiert werde. Sprachförderung, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen und Investitionen in berufliche Qualifizierung und Berufsausbildung sind wichtige Beiträge für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration“.

Bisher, so zeigt der Arbeitslosenreport NRW, werden für Geflüchtete hauptsächlich eher kurze Maßnahmen angeboten. Auch im in Kreis Mettmann sind im März 2017 82,6 Prozent aller arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Geflüchtete eher kurze Kurse der Aktivierung und beruflichen Eingliederung. „Diese kurzen Maßnahmen leisten zu Beginn der Arbeitsmarktintegration Geflüchteter lediglich einen Beitrag zur ersten Orientierung am deutschen Arbeitsmarkt“, so Bereichsleiter Thomas Rasch von der Caritas im Kreis Mettmann „Um das bei doch vielen bestehende Defizit bei Qualifikation und beruflichen Vorkenntnisse zu beheben, sind erheblich mehr Anstrengungen notwendig. Deshalb fordern wir für Geflüchtete individuelle, bedarfsgerechte und kontinuierliche Begleitung zur Integration in Ausbildung und Arbeit durch längerfristige und an pädagogischen Konzepten ausgerichtete Coachingangebote. Um dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt über die Vermittlung kurzer Jobs hinaus sicherzustellen, müssen wir die Eingliederungsprozesse längerfristig planen. Unser Jobcenter braucht dafür zusätzliche Finanzmittel aus Berlin mit denen auch mehrjährige Fort- und Weiterbildungen finanziert werden können!“

 

Hintergrund:

Die Wohlfahrtsverbände in NRW veröffentlichen mehrmals jährlich den „Arbeitslosenreport NRW“. Darin enthalten sind aktuelle Zahlen und Analysen für Nordrhein-Westfalen; Basis sind Daten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunktthema. Hinzu kommen Kennzahlen zu Unterbeschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit und zur Zahl der Personen in Bedarfsgemeinschaften, um längerfristige Entwicklungen sichtbar zu machen. Der Arbeitslosenreport NRW sowie übersichtliche Datenblätter mit regionalen Zahlen können im Internet unter www.arbeitslosenreport-nrw.de heruntergeladen werden. Der Arbeitslosenreport NRW ist ein Kooperationsprojekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz. Ziel der regelmäßigen Veröffentlichung ist es, den öffentlichen Fokus auf das Thema Arbeitslosigkeit als wesentliche Ursache von Armut und sozialer Ausgrenzung zu lenken, die offizielle Arbeitsmarktberichterstattung kritisch zu hinterfragen und dabei insbesondere die Situation in Nordrhein-Westfalen zu beleuchten. Alle Ausgaben des Arbeitslosenreports sowie weiterführende Informationen unter:

http://freiewohlfahrtspflege-nrw.de/initiativen/arbeitslosenreport-nrw/

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW haben sich 16 Spitzenverbände in sechs Verbandsgruppen zusammengeschlossen. Mit ihren Einrichtungen und Diensten bieten sie eine flächendeckende Infrastruktur der Unterstützung für alle, vor allem aber für benachteiligte und hilfebedürftige Menschen an. Ziel der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege ist die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit.

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