Suchen & Finden

 

Aktuelles

"Es wurde nie realistisch ermittelt, was Kinder wirklich brauchen"
Kölner Diözesan-Caritasdirektor bemängelt unzureichende Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder
"Abschiebungen nach Afghanistan können zum Himmelfahrtskommando werden!"
Kölner Diözesan-Caritasdirektor fordert Abschiebestopp
"Ich stehe dazu, Gutes zu tun"
Erzbistum Köln - "zusammen-gut"-Kampagne - monatliche Porträts
"Die Arbeit hilft mir dabei, in Deutschland anzukommen"
Der Syrer Renas Azadi lebt seit zwei Jahren in Deutschland. Inzwischen absolviert er dank einer Jobpatin der Caritas eine Ausbildung zum Lagerlogistiker. Über eine Erfolgsgeschichte

"Ich stehe dazu, Gutes zu tun"

Erzbistum Köln - "zusammen-gut"-Kampagne - monatliche Porträts
presse@caritasnet.de

  Köln. „Wenn Menschen, die sich für andere Menschen ein- setzen, als Gutmenschen beschimpft werden, so ist das absurd und gefährdet unsere Gesellschaft. Kann denn Engagement für das Gemeinwohl schlecht sein?" Das fragte der Kölner Erzbi-schof Rainer Maria Kardinal Woelki anlässlich des Auftakts der Ehrenamtskampagne „zusammen gut", die vom Erzbistum Köln und dem Diözesan-Caritasverband ins Leben gerufen wurde. In loser Reihenfolge stellen wir Menschen vor, die sich für andere einsetzen. Diesmal: Maria Müller (57), Gründerin eines Handarbeitertreffs für geflüchtete Frauen.

Es regnet, aber die meisten Frauen hält das nicht davon ab, sich trotzdem auf den Weg zum „Café Zick Zack" im Gemeindehaus in Flamersheim bei Euskirchen zu machen. Das Café ist ein Handar-beitstreff und offen für jeden. Maria Müller hatte ihn ursprünglich für geflüchtete Frauen gegründet. Heute kommen die Frauen, damit sie sich Kleider sowie Deko-Artikel ändern oder selbst nähen können. „Ich kannte das Projekt aus Potsdam. Da hatte ich daran schon ein-mal teilgenommen und fand die Idee toll", erklärt Müller.

Mehrere Nähmaschinen gibt es im „Café Zick Zack" und Maria Mül-ler weiß, wie man sie bedient. „Ich kann gut handarbeiten. Ich hatte das Gefühl, dass ich es tun muss. Ich sehe die Not der Familien. Ich habe die Zeit und die Möglichkeit, also mach ich das! Für mich ist das normal", erklärt die 57jährige. Ihr Engagement ist ehrenamtlich und doch bekommt sie viel zurück. Die geflüchteten Frauen würden immer sagen, dass „positive energy" rüberkomme, erzählt Müller.

Das „Café Zick Zack" ist längst mehr als ein Handarbeitstreff. Inzwi-schen gibt es neben Maria Müller vier bis fünf weitere Frauen, die sich regelmäßig um die neuen Mitbürger kümmern - ihnen bei An-meldungen in Kindergarten und Schule helfen oder bei der Woh-nungssuche. Der Treff ist zu einer Kontaktstelle geworden. Viele Geflüchtete seien in notdürftigen Unterkünften untergebracht, er-zählt Müller. Kein Ort, um Freunde zu empfangen. Deshalb würden sich viele im „Café Zick Zack" treffen: „Mittlerweile nehmen auch deutsche Frauen das Angebot wahr, und mit der Zeit sind viele Freundschaften entstanden, die auch privat weiter gelebt werden."

Die aktuelle Debatte um die Beleidigung von engagierten Ehrenamt-lichen findet Maria Müller absurd. „Ich empfinde mich nicht als nega-tiven Menschen, weil ich etwas Gutes tue. Also stehe ich dazu", sagt sie ganz deutlich. Sie hofft, dass ihr offener Handarbeitstreff in Flamersheim noch sehr lange weiterbesteht.

Für Menschen wie Maria Müller ist Anfang Dezember 2016 die Kampagne „zusammen gut" vom Erzbistum Köln und dem Diöze-san-Caritasverband mit einer bistumsweiten Sprühaktion gestartet worden. „zusammen gut" soll gesellschaftliches Engagement stär-ken und Menschen ermutigen, sich für Andere und die Gemein-schaft einzusetzen. Bis November stellen wir Ihnen monatlich wei-tere Persönlichkeiten vor, die sich für andere Menschen einsetzen.

 

Link zum Videoclip mit Maria Müller: https://youtu.be/QNQCBajax-4

Informationen zur Kampagne: www.zusammen-gut.de

Bildinformation: Maria Müller mit einer Besucherin des Treffs; Maria Müller an ihrer Nähmaschine, Fotos: Tobias Al Shomer.

Zurück