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Caritas mahnt fehlende Sozialwohnungen an

9. Mai 2018; Wolfgang Drötboom

Nach Angaben der Caritas fehlen in Deutschland derzeit etwa eine Million Wohnungen. Mieten steigen und Menschen werden aus ihrem angestammten Umfeld verdrängt. Besonders im Bereich der Sozialwohnungen sei die Lage angespannt: Laut Caritas müssten bundesweit jährlich rund 80.000 davon gebaut werden, doch in 2016 seien es nur 25.000 gewesen.

 

Um Politik, Investoren und Bürger darauf aufmerksam zu machen, hat der Caritasverband am Mittwoch das „Zimmer auf der Straße“ organisiert. In Bergisch Gladbach wurde in der Fußgängerzone ein "Wohnzimmer" aufgebaut, wo Passanten mit Mitarbeitern von Caritas, Kreis- und Stadtpolitik und Wohnungswirtschaft ins Gespräch kommen konnten.

 

Moderiert von Basti Wirtz, Radio Berg, diskutierten bei einer Wohnzimmer-Runde Sabine Merschjohann, Geschäftsführerin der Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesellschaft mit Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach und Bau- und Planungsdezernent Gerhard Wölwer als Vertreter des Rheinisch-Bergischen Kreises, gemeinsam mit Caritas-Vorstandssprecher George Koldewey zum Thema Wohnungsnot. Aus verschiedenen Blickwinkeln trugen sie Meinungen und Ideen zum Thema bei. Zuschauer konnten sich mit Fragekarten aktiv an der Caritas-Aktion beteiligen. Das Motto des Tages: "Jeder Mensch braucht ein Zuhause".

 

"Die Zahl der Sozialwohnungen ist im Rheinisch-Bergischen Kreis in den letzten 25 Jahren um fast 50 % und somit massiv zurückgegangen", erklärt Goerge Koldewey, Sprecher des Vorstands bei der Caritas RheinBerg. Im Kreis gebe es derzeit noch rund 4.600 vermietete Sozialwohnungen; vor 25 Jahren seien es doppelt so viele gewesen. Die Preisbindung für viele der öffentlich geförderten Wohnungen laufe aus, so dass die Eigentümer die Mieten erhöhen könnten und die Objekte aus dem sozialen Wohnungsmarkt herausfielen. Die Caritas betont, dass Wohnen nach der Europäischen Sozialcharta ein Menschenrecht sei. Deshalb müsse der Staat gesetzliche Regelungen schaffen, um den sozialen Wohnungsbau zu fördern. Städte und Kreise könnten mit dem Bauplanungsrecht direkten Einfluss darauf nehmen, wo und wie sozial gebaut werde.

 

Bei einer Voting-Aktion unter den Passanten zeigte sich, dass 63 % der Befragten zwischen 30 und 50 Prozent ihres Gesamt-Nettoeinkommens für Wohnungskosten aufbringen müssen. Fast 16 % der Befragten gaben an, bereits über 50 Prozent des Einkommens für Miete/Wohnkredit und Nebenkosten auszugeben. Diese Entwicklung wurde von allen Gesprächsteilnehmern zwar bedauert, doch relativ wenig eigene Handlungsmöglichkeit gesehen.

 

„Der Markt von Angebot und Nachfrage reguliert auch das Mietniveau.“ konstatierte Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach. Weiter: „In einer Stadt, die in den letzten Jahren um fast 10 Prozent gewachsen ist, sind die Mieten naturgemäß hoch, da der Wohnbestand nicht in gleichem Umfang mithalten kann. Wir bemühen uns natürlich, auch preiswerten Wohnraum zu schaffen, sogar im Stadtkren zum Beispiel mit dem Objekt „Altes Arbeitsamt“ und dem ehemaligen Steinbüchel-Komplex.“

 

Einen weiteren möglichen Lösungsansatz, Wohnraum zu schaffen, sieht Gerd Wölwer darin, kleine Senioren-Wohnanlagen stärker zu fördern und den Wohnungstausch zwischen Alt und Jung auch durch entsprechende Unterstützungsangebote zu forcieren.

 

Als Vertreterin der Wohnungswirtschaft wies RBS-Geschäftsführerin Sabine Merschjohann auf die Problematik hin, im innerstädtischen Bereich überhaupt Baugrund zu generieren. „Das geht nur über Verdichtung. Diese muss natürlich maßvoll sein, wie wir es derzeit in unserem ältesten Baubestand, der Heidkamper Märchensiedlung, praktizieren“, führte Merschjohann aus. „Das schafft dann natürlich keine hundert Wohnungen, aber zumindest zusätzlichen Wohnraum“.  

 

Mit einem Blick in die Zukunft aus jeweils fachlicher Sicht der Gesprächsteilnehmer ließ Radio Berg-Moderator Basti Wirtz die gut einstündige Diskussion ausklingen. Die Reaktionen der gut 60 Zuschauer, die ihren Einkauf am Vormittag unterbrachen und dem Gespräch lauschten, zeigte, dass dieses neue Caritas-Format bei ihnen gut ankam – handfeste Lösungen konnten allerdings erwartungsgemäß nicht präsentiert werden. „Man kann die Welt eben nicht in 30 Sekunden erklären und auch schon die Lösungen alle mitliefern“ zog Sabine Merschjohann ihr persönliches Fazit. Das zustimmende Nicken der Zuschauerinnen gab ihr recht.

 

 

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