Dankbarkeit macht glücklicher als Geld

05.02.18 11:24
Kaspar Mueller-Brinkmann
180125_Azubis_2_hp (c) Alois Müller

Zwei Auszubildende, zwei Werdegänge

Hürth – In der Altenpflege werden Fachkräfte dringend gesucht. Besonders für die junge Generation scheint sie kein Traumberuf zu sein. Doch es gibt auch Menschen, für die dieser Beruf eine Berufung ist: Corinna Degen und Stefan Orlik sind zwei davon. Die beiden absolvieren zurzeit beim Caritasverband Rhein-Erft eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger. Ihr Weg dahin könnte allerdings kaum unterschiedlicher sein: Corinna Degen wählte den Beruf ganz gezielt. Stefan Orlik arbeitete zunächst an der Börse, wanderte nach Peru aus und kam erst spät zur Altenpflege.

Für die 22-jährige Corinna Degen stand schon früh fest, sie möchte anderen Menschen helfen. Nach ihrem Fachabitur entschied sie sich für eines freiwilliges soziales Jahr. Das führte sie in das Caritas-Seniorenzentrum Sebastianusstift in Hürth-Gleuel. Nach einigen Wochen in der Hauswirtschaft wechselte Degen in die Pflege und erkannte schnell, hier bin ich beruflich richtig. Besonders der medizinische Bereich faszinierte die junge Frau.

Seit Februar 2016 ist sie in derselben Einrichtung als Auszubildende beschäftigt und hat ihre Berufswahl bisher keinen Tag bereut. „Für mich ist das der schönste Beruf der Welt.“ Auch wenn die physische und psychische Belastung manchmal hoch sei. „Man muss schon dafür gemacht sein“, sagt die 22-Jährige. Doch die Resonanz, die man von der Bewohnern bekomme, bestätige sie jeden Tag in ihrer Entscheidung. „Es ist einfach sehr befriedigend. Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich glücklich.“

Ganz anders war der Weg bei Stefan Orlik. Der 43-Jährige Hürther studierte nach dem Abitur Bauingenieurwesen und arbeitete via Internet als Broker an amerikanischen Börsen. 2009 wanderte er mit seiner Frau nach Peru aus. Als die Beziehung scheiterte, kam er zurück nach Deutschland. „Die Börse ist schon sehr riskant. Ich suchte eine sichere Arbeit“, so Orlik. So kam er zur Altenpflege. Er machte zunächst ein sechswöchiges Praktikum im Sozialen Dienst des Caritas-Seniorenzentrums St. Ursula in Hürth und kam dort viel mit dementiell veränderten Menschen und Patienten im Wachkoma in Kontakt. „Die ersten Tage waren für mich ein Schock“, gibt der Hürther zu. „Das war für mich eine völlig neue Welt.“

Doch die anfängliche Distanz wich schnell. „An der Börse kann man an einem Tag hunderttausende Euro verdienen, aber was man in diesem Beruf zurückbekommt, kann einem Geld nicht geben“, betont Stefan Orlik. Er fühle die Dankbarkeit der Bewohner, habe selbst das Gefühl etwas wirklich Sinnvolles zu tun. „Es macht mir einfach Spaß“, so der 43-Jährige. Zudem sei die Ausbildung sehr vielseitig und abwechslungsreich. „Anatomische und psychologische Themen, Arbeitsorganisation, es ist sehr interessant und fordernd“, so Stefan Orlik. Zusätzlich sorgen Praktika im Krankenhaus oder der Psychiatrie für weitere Abwechslung. Sein Fazit: „Wer sich vorstellen kann, mit älteren Menschen zu arbeiten, sollte sich die Ausbildung näher anschauen.“

Quereinsteiger seien in der Altenpflege nicht ungewöhnlich, sagt Marita Menzel-Kollenberg, Leiterin des Fachseminars für Altenpflege im Caritasverband Rhein-Erft. Das Verhältnis von Direkt- zu Quereinsteigern liege bei rund 60 zu 40.

 

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Der Caritasverband Rhein-Erft-Kreis e. V. ist Träger von rund 70 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante und stationäre Pflege, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsdienste. Neun Seniorenzentren betreibt der Verband im Kreisgebiet. Mit über 1.600 Mitarbeitenden gehört er zu den größten Arbeitgebern im Rhein-Erft-Kreis. Hinzu kommen rund 1.000 Ehrenamtler. Damit ist der Caritasverband zugleich der größte Wohlfahrtsverband im Rhein-Erft-Kreis.

 

Bildzeile:

Starten ins dritte Ausbildungsjahr zu staatlich anerkannten Altenpflegern: Stefan Orlik und Corinna Degen mit einer Übungspuppe im Fachseminar für Altenpflege des Caritasverbandes Rhein-Erft.

 

Foto: Alois Müller/Abdruck honorarfrei

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