Geschichte und Gegenwart

Caritas - Soziale Dienste - Fürsorge - Wohlfahrt - Armenpflege

Begriffe, die seit über 100 Jahren zu unterschiedlichen Zeiten, teilweise mit unterschiedlichen Vorstellungsinhalten dennoch das Gleiche bezwecken: "die Zuwendung zum hilfsbedürftigen Menschen - die Nächstenliebe“

1 Selbstverständnis

Der SKM ist verankert im christlichen Glauben. Die Arbeit geschieht in der Überzeugung, dass jeder Mensch in seiner Person und Würde einmalig, unverwechselbar und wertvoll ist. Eine gute fachliche Arbeit, die den Menschen in seiner Person und Würde ansieht, wird als diakonisches Handeln verstanden. Gelebter Glaube und soziale Alltagsarbeit werden als zusammengehörig betrachtet, ohne dass den Hilfesuchenden eigene Glaubensüberzeugungen aufgedrängt werden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich engagierte Katholiken den sozialen Problemen gestellt und die Arbeit aufgebaut, wobei es insbesondere um die „Betreuung gefährdeter und verwahrloster Jünglinge und Knaben" ging. Der SKM wurde nicht „von oben", von der verfassten Kirche eingesetzt, sondern war und ist ein freier Zusammenschluss von Menschen, die sich bürgerschaftlich engagieren – immer in Anbindung an die katholische Kirche, aber auch mit dem erklärten Wunsch, eigenständig und selbst bestimmt zu bleiben. Er gibt sich seinen Auftrag selbst, ist als Verein nach BGB verfasst. Er orientiert sich an den Prinzipien der katholischen Soziallehre.

2 SKM-Bundesverband: 1912 gegründet

Der SKM – Katholischer Verband für soziale Dienste in Deutschland – Bundesverband e.V. wurde 1912 in Essen aus einer Laienbewegung als „katholischer Männerfürsorgeverein" gegründet und 1962 umbenannt in Sozialdienst Katholischer Männer (SKM). Ein Meilenstein in der Geschichte des Verbandes war die von vielen Ortsvereinen geforderte Öffnung der Mitgliedschaft für Frauen im Jahre 1980. Damit verbunden war auch die Änderung des Verbandsnamen in „SKM - Katholischer Verband für soziale Dienste in Deutschland - Bundesverband e.V.". Im Jahr 1994 hat sich der SKM Rhein-Sieg-Kreis dieser Namensänderung angeschlossen, die offizielle Bezeichnung lautet seit dem „SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis e.V."
Bundesweit umfasst der SKM 120 Vereine auf Orts- und Diözesanebene. Im Erzbistum Köln sind 15 Ortsvereine SKFM und SKM im „Diözesanverein SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste im Erzbistum Köln e.V." zusammengeschlossen.

3 SKM Rhein-Sieg-Kreis: am 14.11.1925

Der erste Vorstand bestand seinerzeit aus zehn "tätigen" ehrenamtlichen Mitgliedern, außerdem unterstützten 46 Mitglieder offenbar durch Beitragszahlungen das Wirken der "Aktiven".
1933 gab es keine Mitglieder mehr, nur 5 aktive Helfer.
1934 wurde der SKM reorganisiert, als erste hauptamtliche Kraft war „Fräulein“ E. Kunze tätig.
Von 1939 bis 1949 gab es keine Lebenszeichen vom SKM.
1950 wurde die Vereinsarbeit wieder aufgenommen; 1951 erneut eine hauptamtliche Kraft eingestellt.
1963 begann aufgrund neuer gesetzmäßiger und organisatorischer Voraussetzungen ein Aufschwung in qualitativer und in quantitativer Hinsicht - wie ihn der Verein noch nie erfahren hatte - u. a. wurde der Begriff „Fürsorge“ durch „Sozialdienst“ ersetzt und der „eingetragene Verein“ eingeführt.

Ehrenamtliche Vereinsvorsitzende waren von 1963 bis 1995 Carl Neuhausen bzw. Helmut Broich, und von 1995 bis März 2012 Clemens Bruch. Somit hatte unser SKM in  48 Jahren nur drei Vorsitzende! Am 26.3.2012 wurde  Monika Bähr, die seit 1997 Geschäftsführerin ist, zur ersten hauptamtlichen Vorsitzenden gewählt. Daneben gehören dem nunmehr verkleinerten Vorstand die Ehrenamtler Georg Becker als stellvertretender Vorsitzender und Heinz Gerd Wiemar als Schatzmeister an.  Darüber hinaus wurde als Kontroll- und Aufsichtsgremium ein  drittes Organ, der Verbandsrat, gebildet.  Vorsitzender ist Willi Bennerscheidt, sein Vertreter Manfred Jüngst.

Die Kontinuität in den Führungspositionen hat  erheblich dazu beigetragen,  dass sich der Verein weiter positiv entwickelt hat. So sind  z. Z. ca. 90 hauptamtliche und ca. 400 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen beim SKM beschäftigt und im Jahr 2011 betrug der  Jahresumsatz  ca. 4.0 Mio. € und die Bilanzsumme ca. 4.5 Mio. €.

4 Stärke in der Vielfalt

Die Vereine auf Bundesebene präsentieren sich sehr unterschiedlich - es gibt kein einheitliches Logo und keinen einheitlichen Vereinsnamen - was eine gemeinsame Außendarstellung oftmals schwierig macht. Im Rhein-Sieg-Kreis hat der SKM jedoch sein eigenes Profil, unter dem er bekannt ist und seit vielen Jahren erfolgreich arbeitet. Die Arbeit ist schwerpunktmäßig auf die Armen, die Randgruppen und die mehrfach Belasteten ausgerichtet. Daneben gibt es im Sinne der Prävention unterstützende Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche.
Der Fachverband SKM zeichnet sich durch seine Fachlichkeit aus. Sowohl ehrenamtliche als auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bestmöglich für ihre jeweilige Aufgabe qualifiziert. Die Arbeit erfolgt nach anerkannten Standards der sozialen Arbeit.

5 Arbeitsfelder

Vormundschaften und Pflegschaften sind das Kernarbeitsfeld des SKM von Beginn an. Heute differenziert sich die Arbeit vielfältiger und die Schwerpunktsetzung vor Ort ist sehr unterschiedlich. Während sich früher die Angebote vorwiegend an Männer und männliche Jugendliche richteten, sind heute Frauen und Männer, Kinder und Familien gleichermaßen im Blick. Einige Vereine haben darüber hinaus bewusst männerspezifische Angebote entwickelt.
Die Arbeit umfasst insbesondere die ganz konkrete praktische Hilfe. Doch genauso wichtig ist die Anwaltschaft, soziale Missstände sehen und Abhilfe schaffen, in der politischen Diskussion die Stimme für die erheben, die sich selber nicht äußern können – das versteht der SKM als selbst gesetzten Auftrag. Der SKM Rhein-Sieg bietet im Jahr 2012 insgesamt 44 Einrichtungen in 7 Fachbereichen an, u .a.

  • Ambulante Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Rechtliche Betreuung (BtG)
  • Schuldnerberatung mit Nebenstelle in Meckenheim
  • Obdachlosenarbeit
  • Hilfeverbund Don-Bosco-Haus Siegburg mit Einrichtung für Haftentlassene (Resozialisierung) und Notschlafstelle für Nichtsesshafte
  • Wohnungslosenhilfe mit Betreutem Wohnen und Streetwork
  • Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ) in Meckenheim mit Nebenstelle in Bornheim
  • Allgemeine Sozialberatung
  • Senioreneinkaufsdienst in Siegburg
  • Die Tafel – Lebensmittel für Bedürftige in sechs Städten
  • Koordination Ehrenamt
  • Verschiedene Projekte wie Stromspar-Check, Keine Kinder im Obdach, Marte Meo, Adele und FIPS
  • Wolfgang Overath Fonds u. a. mit Weihnachtsfeier für Menschen in Not, Soforthilfe in Notlagen
  • Gebrüder Mennigen Stiftung mit finanzieller und ideeller Unterstützung des SPZ in Meckenheim
  • Ortsgruppen in 11 Gemeinden

6 Arbeitsweise unter dem Leitbild des SKM Rhein-Sieg-Kreis: "Gemeinsam"

Wichtiges Prinzip ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, was sich durch alle Strukturebenen durchzieht. Während hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die fachliche Kompetenz und Kontinuität sichern, ergänzen und unterstützen die „Ehrenamtler" die Fachdienste. Sie sind darüber hinaus auch in der Leitung der Verbände verortet  Die Herangehensweise der Hilfe ist spontan und unbürokratisch: Not sehen und anfangen, etwas zu tun, gefolgt von Überlegungen zu Struktur und Finanzierung. Hilfe erfolgt unmittelbar, schnell und ortsnah. Die Ortsnähe führt zu einer genauen Kenntnis der Lebensverhältnisse der Menschen, die am Rand unserer Gesellschaft leben.

7 Einordnung in die Caritas und freie Wohlfahrtspflege

Der SKM ist Fachverband im Deutschen Caritasverband. Spitzenverband für die SKM/SKFM-Ortsvereine im Erzbistum Köln ist der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. Dieser vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf Landesebene, u. a. in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.