Online-Vortragsreihe voller Erfolg!

14.04.21, 16:24
Christa Abts
logo_ann_klein.jpg_129279382 (c) Erzbistum Köln

Gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk hat der Integrationsbeauftragte der Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln eine fünfteilige Reihe von Online-Vorträgen an den Start gebracht, die nicht nur an dieser Stelle ausführlich beworben worden war und die letztlich als Erfolg verbucht werden kann. Es wurden Referenten und Themen ausgewählt, die in die Zeit passen und die Menschen zurzeit bewegen, dabei aber auch von langfristigem Interesse sind. 
Los ging es am 09.02.2021 mit Sami Omar und „Sprache und Rassismus“. Nach einer erfolgreichen Kooperation in der Vergangenheit bei der Veranstaltung „Trauminsel III“ kam eine erneute Zusammenarbeit mit dem erfolgreichen Autor und Caritas-Kollegen zustande. Er legte seinen Fokus auf den sprachlichen Umgang mit Rassismus und die Macht der Worte in diesem Zusammenhang. Es geht dabei nicht um das Verbot bestimmter Begrifflichkeiten, sondern um eine Auseinandersetzung mit und Reflexion von Sprachnutzung im Alltag. Dem Vortrag folgte eine angeregte und spannende Diskussion der Teilnehmer, die auch noch ihre Gelegenheiten nutzten und Fragen an Herrn Omar richteten.
Am 23.02.2021 sprach Martin Gerner über seine persönlichen Erfahrungen mit der europäischen Flüchtlingspolitik auf Lesbos. Er vermochte es, ein eindringliches und unverfälschtes Bild seiner Aufenthalte dort zu zeichnen und beschrieb die Situation in seiner prägnanten, aber keinesfalls dramatisierenden Art und Weise. Die Bilder, die er präsentieren konnte und die Erlebnisse, von denen er berichten konnte, sprachen für sich. Er konnte deutlich aufzeigen, dass Europa auf den griechischen Inseln seiner Verantwortung nicht gerecht wird und es einfach Zeit wird, dass sich etwas ändert. Auch bei dieser Veranstaltung kamen die Teilnehmer zu Wort, die sich gerne und ausgiebig an der Diskussion beteiligten.
Der 14tägige Rhythmus wurde dann aufgebrochen, da der nächste Vortrag „Die Normalität von Rassismus“ mit Saba-Nur Cheema am 10.03.2021 stattfand. Die Referentin glänzte hier mit einem eher akademischen Zugang und widmete sich ausführlich dem Fakt, dass Rassismus ein strukturelles Problem ist, das letztlich die ganze Gesellschaft betrifft. Lange Zeit waren rassistische Äußerungen und diskriminierende Zuschreibungen „normal“, erst in der heutigen Zeit macht sich langsam ein Umdenken bemerkbar, das aber noch lange nicht in der breiten Bevölkerung angekommen ist. Die Teilnehmer ließen sich nicht zweimal bitten, rege Fragen zu stellen und daher blieb es nicht aus, dass der Zeitrahmen an diesem Abend ein wenig gesprengt wurde.
Henning Flad sprach dann am 23.03.2021 zur „Neuen Rechten“, die sich in unserem Land eine Plattform geschaffen hat. Er ordnete dabei vor allem die AfD ein und konnten anhand von prägnanten Beispielen deutlich aufzeigen, wie sehr die Partei am rechten Rand verortet ist und wie sie sich nach außen selbst verharmlosend gibt. Das nur wenige Tage später veröffentlichte Wahlprogramm der AfD zeigte dann, wie nahe Herr Flad in seinem Vortrag der Wahrheit gekommen ist. Auch an diesem Abend blieb die Diskussion nicht aus, was erneut zu einer „Überziehung“ geführt hat.
Der letzte Online-Vortrag in der Reihe gehörte dann Ulrich Paffrath, der sich am 06.04.2021 dem Thema „Flucht und Migration als Waffe – Verschwörungsglaube online“ zuwandte. Die aktuelle Präsenz von sogenannten „Querdenkern“ in der Öffentlichkeit gab den Anlass für diese Veranstaltung, die klar machte, wie viel Anti-Semitismus in vielen Verschwörungserzählungen steckt.  Diese Narrative bilden das Gerüst eines Glaubenssystems, das sich bis in rechtsradikale Kreise zieht. Sie dienen dabei oft als Rechtfertigung für Hassrede und Diskriminierung im Internet. Die Kommentarspalten quillen über davon, weshalb es wichtig ist, ein Verständnis für dieses aktuelle Phänomen zu entwickeln. Natürlich wurde an diesem Abend nicht weniger diskutiert und Fragen gestellt wie an den anderen Abenden zuvor.
Die Online-Vorträge waren gut besucht und stießen auf regen Zuspruch und Interesse. Dabei kamen Teilnehmer aus dem ganzen Erzbistum und darüber hinaus zu den Veranstaltungen, was aufgrund des Formats am Ende auch kein Problem war. Es werden weitere Veranstaltungen geplant, auf die auch hier wieder zu gegebener Zeit hingewiesen wird. Ein kleines Save-the-Date: Am 26.05.2021 wird es eine Veranstaltung zum Dokumentarfilm „Wir sind jetzt hier!“ geben – weitere Info folgt!
Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Fabian Apel und Ute Meyer vom Katholischen Bildungswerk, ohne die diese Vortragsreihe nicht möglich gewesen wäre. Ein weiterer Dank geht an die vielen Teilnehmer und die fünf Referenten, die das neue Format des Online-Vortrags so gut angenommen haben.

 

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