Rückblick Elisabeth-Preis 2019

Elisabeth-Preis

Bühne frei für großes Engagement

Vor mehr als 300 Gästen verlieh die CaritasStiftung im Erzbistum Köln bei einem feierlichen Festakt in der Kölner Flora zum 23. Mal den Elisabeth-Preis. Mit insgesamt 9.000 Euro Preisgeld zeichnete die Stiftung herausragendes soziales Engagement im Erzbistum Köln aus. Gleichzeitig feierte sie ihren 20. Gründungstag.

Die Engagierten des Projekts „Herzkissen – Frauen für Frauen“ freuten sich über den ersten Preis und damit über ein Preisgeld von 2.500 Euro. Frauen der Pfarrgemeinde Elsbach / Erft nähen Kissen in Herzform, um sie an Brustkrebs erkrankten Frauen zu schenken. Die Kissen können beispielsweise beim Autofahren unter den Arm gelegt werden, wo sie den Druck des Anschnallgurtes von den Operationswunden nehmen. Jedes Kissen ist ein Unikat und mit einer persönlichen Widmung für die Betroffene versehen. „Mit dem Kissen geben ehemals Betroffene den erkrankten Frauen das gute Gefühl: Du bist nicht allein“, heißt es in der Begründung der Jury.

Der erste Preis in der Sonderkategorie „jung + engagiert“ ging an ein Projekt gegen das Alleinsein in schwierigen Lebenssituationen: www.doch-etwas-bleibt.de ist ein Trauerchat für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Angebot des Hospizes Bedburg-Bergheim begleiten junge Menschen, die selbst Trauererfahrungen gemacht haben, Gleichaltrige bei ihrer Verlustbewältigung. Der Chat ist jeweils montags, 20 bis 22 Uhr, erreichbar. 

Für den Elisabeth-Preis ebenfalls nominiert waren der „KulTour“-Begleitdienst des Malteser Hilfsdienstes aus Köln und das Projekt Familiengeheimnisse des Caritasverbandes Düsseldorf – ein interaktiver Adventskalender für suchterkrankte Familien. In der Kategorie „jung + engagiert“ gingen außerdem der Blog „Mädchen für Mädchen“ des Vereins intombi und das „Breite Bündnis Jugendpolitik“ aus dem Rhein-Sieg Kreis ins Rennen. Alle Nominierten erhielten ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro.

In diesem Jahr hatten sich insgesamt 37 Projekte um den Elisabeth-Preis beworben. Unterstützt wurde die Preisverleihung in der Kölner Flora von der Kreissparkasse Köln.

Die Gewinner und Nominierten 2019

Der Gewinner des Elisabeth-Preises 2019

Nach einer Brustkrebsoperation klagen viele Patienten über Druck- bzw. Wundschmerzen in den Achselhöhlen, die vor allem durch Lymphknotenschwellungen, Reibung und/oder Wundheilung entstehen. Um diese zu lindern, gibt es sogenannte „Herzkissen“. Das Kissen wird in Form eines Herzens mit längeren „Ohren“ genäht und passt sich dadurch dem Körper der Betroffenen gut an. Es erleichtert ein Liegen auf der Seite und bietet Schutz bei plötzlichen Bewegungen und Stößen, wie sie beim Husten oder im Straßenverkehr auftreten können. Ebenfalls kann es unter dem Gurt getragen werden und sorgt damit für uneingeschränkte Mobilität während des Heilungsprozesses. 

Die Frauen des Projekts „Herzkissen“ – Frauen für Frauen, der Pfarrgemeinde Elsbach / Erft Frauen, waren zum Teil selbst von einer Krebserkrankung betroffen. Gemeinsam treffen sie sich und nähen Kissen für Brustkrebspatientinnen: Die Kissen in Herzform lindern aufgrund ihrer Passform nicht nur Schmerzen, sondern spenden dank persönlicher Widmung Trost und Hoffnung in schweren Zeiten. Mit den bislang über 500 erstellten Herzkissen vermitteln die Näherinnen den Betroffenen: „Du bist nicht allein!“ Durch die Kooperation mit 13 Krankenhäusern werden die Kissen Frauen kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Nominiert für den Elisabeth-Preises 2019

Kultur und Gemeinschaft zusammen zu erleben – darum geht es dem „KulTour“-Begleitdienst der Malteser: Zehn Betreuerinnen und Betreuer sowie acht Mitarbeitende des Malteser-Fahrdienstes begleiten einmal im Monat ältere Menschen auf unterschiedlichen Ausflügen im Erzbistum.

Die Bandbreite der Aktivitäten reicht von Theateraufführungen in Mundart über Konzerte, Museumsbesuche bis hin zu einer Naturpark Besichtigung. Ein fester Programmpunkt ist die feierliche Weihnachtsfeier mit geschmückter Tafel, weihnachtlichen Leckereien, Überraschungen in Form von musikalischen Höhepunkten, z.B. “40 Jahre Kölsche Weihnacht“, Kölner Kleinkunst Theater, sowie stimmungsvoller Live-Musik zum Mitsingen.

Für die kulturellen Unternehmungen stehen fünf Behindertenfahrzeuge zur Verfügung. Die Senioren werden zuhause abgeholt und nach der Veranstaltung wieder sicher zurückgebracht. Dieser Abhol- und Bringservice, der ein sicheres Hin- und Zurückkommen gewährleistet, überzeugte die Jury. Der „KulTour“-Begleitdienst trägt dazu bei, die alters- und oft auch krankheitsbedingte Isolation alter Menschen aufzubrechen und ermöglicht Teilhabe am sozialen Leben.

www.malteser-stadt-koeln.de

Nominiert für den Elisabeth-Preises 2019

Circa 3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben in suchtbelasteten Familien in Deutschland. 500.000 Minderjährige haben mindestens ein psychotisches Elternteil. Kinder von suchtkranken und psychisch kranken Eltern sind um ein Vielfaches häufiger von seelischer und körperlicher Gewalt betroffen. Bis zu 60 Prozent der Kinder entwickeln später selbst psychische Störungen.

Der interaktive Adventskalender „Familiengeheimnisse“ des Caritasverbandes  Düsseldorf informiert Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte über das Thema Sucht und psychische Erkrankungen und sensibilisiert für die Situation von Kindern und Jugendlichen aus ebendiesen Familien. Hinter den 24 Türchen verbergen sich Informationen rund um dieses zunehmend wichtige Thema, die im Klassenverband bearbeitet werden können. Wichtig ist, dass die Hilfsangebote für suchtbelastete und psychisch belastete Familien transparent werden. Betroffene erfahren, an wen sie sich in ihrer Stadt wenden können, damit frühszeitige Hilfe möglich wird. Dieses Netzwerk aus Sucht-, Jugend- und Gesundheitshilfe hat die Jury besonders überzeugt. 

chanceforkids@caritas-duesseldorf.de

Der 1. Preis in der Kategorie "jung+engagiert"

Im Trauerchat „doch-etwas-bleibt.de“ begleiten und unterstützen junge Menschen mit eigenen Trauererfahrungen Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Trauerprozess. Ängste und Sorgen, die mit Freundinnen und Freunden nicht besprochen werden können, kommen im Trauerchat zur Sprache. Seit zehn Jahren chatten junge Menschen mit ähnlichen Schicksalen über die allzu häufig noch tabuisierten Themen „Tod und Trauer“.

Das Projekt füllt eine Lücke in der Vielfalt der Angebote für Trauernde, indem es sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene richtet und deren Bedürfnis nach Austausch mit anderen in einer ähnlichen Situation mit der Anonymität des Internets paart. Bisher ist nicht eine Woche vergangen, in der nicht junge Menschen Unterstützung im Chat gesucht und gefunden haben. Viele von Ihnen kommen über einen langen Zeitraum, und werden durch das Team in allen Phasen des Trauerprozesses begleitet.

www.doch-was-bleibt.de

Nominiert für den Sonderpreis jung + engagiert

Für Schülerinnen kann es schwer sein, eine klare Orientierung für ihre Zukunft zu finden. Einige Mädchen sind sich ihrer Fähigkeiten und Potentiale nicht bewusst, was z.B. zu Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf führen kann.

„Mädchen für Mädchen“ ist ein Blog ganz abseits von Mode- und Beautythemen. Alle Blog-Autorinnen sind Mädchen oder junge Frauen, hauptsächlich zwischen 12 und 25 Jahren. Die inzwischen rund 100 Autorinnen berichten über lebenspraktische Themen, etwa nachhaltiges Leben, Selbstverwirklichung oder ihren Weg zum Traumberuf. Sich austauschen, voneinander lernen, sich füreinander einsetzen und Chancen für eine erfolgreiche Zukunft schaffen – hierbei unterstützen sich die Mädchen gegenseitig weltweit. Zudem animiert das Schreiben dazu sich selbst zu reflektieren, sich der eigenen Kompetenzen und Potentiale bewusst zu werden. Unterstützt wird der „Mädchen für Mädchen“-Blog von prominenten Influencern, unter ihnen die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung, Dorothee Bär.

www.intombi.de

Nominiert für den Sonderpreis jung + engagiert

Vor der Bundestagswahl 2017 schlossen sich – auf Initiative von Kreisjugendseelsorger Thomas Taxacher – in Siegburg Initiativen, Pfarrgemeinden, Verbände und die Jugend-Organisationen von Parteien zum „Breiten Bündnis Jugendpolitik“ zusammen. Ziel ist es bis heute, partei-übergreifend Jugendliche auf gesellschaftliche und politische Themen aufmerksam zu machen und sie in ihrer politischen Meinungsbildung zu unterstützen.

Mit dem Projekt sollen Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 8 angeprochen werden, sowie Jugendliche und junge Erwachsene aus den beteiligten Parteien, Verbänden und Gruppierungen. Auf diese Weise ist ein Netzwerk entstanden, was auch weiterhin trägt, und es ist eine Sensibilität für eine politisch-gesellschaftliche Jugendbeteiligung vor Ort gewachsen. In den Augen der Jury ist das „Breite Bündnis Jugendpolitik“ ein Vorbild für eine lebendige und basisorientierte Demokratiearbeit. 

Hinweis

Informationen zur Bewerbung um den Elisabeth-Preis 2020 finden Sie demnächst hier!