Rückblick Elisabeth-Preis 2020

Elisabethpreis 2020

Elisabeth-Preis 2020 für „Mini-Helden“ und „100 Legorampen für Köln“  

Premiere in der fast 25-jährigen Geschichte des Elisabeth-Preises der CaritasStiftung im Erzbistum Köln: Coronabedingt wurden die Preisträger 2020 am 19. November erstmals digital ausgezeichnet. Die mit jeweils 2.500 Euro dotierten ersten Preise gingen an den Malteser Hilfsdienst für sein Konzept einer Erste-Hilfe-Schulung für Kitakinder und den Verein „junge Stadt Köln“, der Rollstuhlrampen aus Legosteinen baut.

Für den Elisabeth-Preis ebenfalls nominiert waren „Nur mit uns“, ein Empowerment-Projekt für Frauen mit Migrationshintergrund des SkF Bergisch Land, sowie die „Digitalen Lernpatenschaften“ für Kinder aus sozial benachteiligten Familien des Caritasverbandes Mettmann. In der Kategorie „jung + engagiert“ gingen die "[digitale] Brieftaube“ der youngcaritas Mettmann und das Ehrenamtsprojekt „Jung, aktiv und kreativ für das Quartier“ des Malteser-Integrationsdienstes Wuppertal ins Rennen um den ersten Platz. Alle Nominierten erhielten ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro.

Erstmalig wurde in diesem Jahr ein Publikumspreis verliehen. Der Verein „Hilfe Litauen Belarus e.V.“ erhielt beim Online-Voting mit deutlichem Vorsprung die Mehrzahl aller abgegeben Stimmen und darf sich ebenfalls über ein Preisgeld von 1.000 Euro freuen.

Verleihung des Elisabeth-Preises der CaritasStiftung

Am 19. November 2020 digital aus dem Hotel „The New Yorker“

Die Gewinner und Nominierten 2020

Der Gewinner des Elisabeth-Preises 2020

Ziel des Projektes ist es, Kinder spielerisch an das Thema „Erstversorgung“ heranzuführen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Themen „Trösten, Helfen, Hilfe holen“. Mit dem Projekt soll Kindern Mut gemacht werden, zu helfen und vor allem zu erkennen, dass Hilfe benötigt wird. Die kindgerechte Ausbildung trägt dazu bei, dass schon im Kindergartenalter die Übernahme sozialer Verantwortung erlernt und für den Umgang mit Personen „in Uniform“ positiv sensibilisiert wird. Das Angebot richtet sich an kirchliche, kommunale und private Kindergärten und -tagesstätten in Leverkusen. Denn gerade im Kindergartenalter, wo Grundeinstellungen und soziale Werte vermittelt werden, ist die Ausbildung der Kinder von großer Bedeutung. „Mini-Helden“ weckt schon im frühen Kindesalter Interesse für soziales bzw. ehrenamtliches Engagement. 

Viele Einrichtungen suchen Angebote dieser Art, finden aber kaum Ansprechpartner. Vor allem fehlt es an den dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen. Die für die Realisierung dieses Projektes benötigten Mittel werden durch uns aus Spenden generiert, daher sind die Kurse für die Kindergärten/-tagesstätten kostenlos. Je mehr Sponsoren sich also finden, umso mehr Kinder können von uns zum Mini-Helden ausgebildet werden. Erfreulicherweise hat unser Projekt bereits großen Anklang bei den Einrichtungen und Eltern gefunden; die Kinder sind begeistert. Bereits im ersten Jahr (2019) konnten über 300 Mini-Helden ausgebildet werden.

Die Jury zeichnet die „Mini-Helden“ des Malteser Hilfsdienstes e.V., Leverkusen mit dem 1. Platz aus.

Nominiert für den Elisabeth-Preises 2020

Der SkF Bergisch Land e.V. unterstützt seit Jahren Frauen mit Migrations-hintergrund und stößt dabei häufig an Grenzen: Gerade die muslimische Frauen, die den größten Anteil an der Familienarbeit leisten, tun sich oft schwer ihre Rolle in der neuen Heimat zu finden. Ein Weg aus der Sackgasse leistet der SkF in seinem Projekt „Nur mit uns“.

Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund engagieren sich für Frauen mit denselben Erfahrungen darin, in Deutschland anzukommen, sich zu integrieren und zu sich selbst zu finden. Die Frauen finden Unterstützung beim Spracherwerb, bei der Berufsvorbereitung und bei Freizeitaktivitäten. Gemeinsam werden die Frauen so zu Impulsgeberinnen im Quartier. Ein Empowerment - Projekt, das in Wuppertal Leuchtturmcharakter hat!

Nominiert für den Elisabeth-Preises 2020

Chancengleichheit in der Bildung eröffnet lernschwachen Kindern aus sozial schwachen Familien oder Familien mit Migrationshintergrund die Perspektive auf eine selbstbestimmte Zukunft. Die Caritas Lernpatenschaft verfolgt das Ziel, lernschwache Kinder schulisch und sozial zu fördern, ihre Kompetenzen zu stärken und ihnen somit gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Die Caritas Lernpatenschaft bringt Kinder mit Lernschwierigkeiten mit Ehrenamtlichen zusammen, die sie schulisch sowie im sozialen Miteinander fördern. Derzeit werden in Ratingen rund 90 Kinder durch 78 Paten betreut. Über 30 Kinder warten noch auf eine Patenschaft. Das Alter reicht vom Grundschul- bis zum Teenageralter. Die Patenschaften werden durch die Caritas im Zusammenspiel zwischen Kind - Pate - Schule koordiniert, eng begleitet, qualitativ sichergestellt und dokumentiert. Gemeinsame Aktivitäten ermöglichen ein multikulturelles Kennenlernen sowie Vernetzung und machen den Kindern die nicht selten fehlende familiäre Zuwendung erfahrbar

Für die Zeit der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona Pandemie mussten digitale Lösungen gefunden werden. Viele der betreuten Kinder verfügen zu Hause über keine Computer, Laptops, Tablets Drucker und Co. Darum wurde mit großem Engagement durch die Caritas bei jeder Schülerin und jedem Schüler die digitale Ausstattung geklärt und über einen Spendenaufruf 45 digitale Endgeräte organisiert, um den Kindern Zugang zu digitalem Schulunterricht und zu Videokonferenzen mit ihren Paten zu ermöglichen.

Denn die Resonanz auf beiden Seiten ist sehr positiv. Ältere Paten finden ungeahnten Zugang zur digitalen Welt, benachteiligte Kinder erhalten Zugang zum digitalen Lernen.

Der 1. Preis in der Kategorie "jung+engagiert"

In einer Projektideenwerkstatt mit Kölner Jugendlichen ist dieses Projekt im April 2017 entstanden: Lasst uns kleine, mobile Legorampen bauen, damit Köln barrierefreier wird. Daraus wurde die Parole „100 Legorampen für Köln“. Die Legorampen liegen in Geschäften hinter der Theke. An der Tür ist ein Hinweis angebracht, dass eine Legorampe vor Ort ist. Bei Bedarf wird die Legorampe vor die Stufe gelegt.

Aus tiefsten Herzen nehmen unsere Teilnehmenden (15 bis 25-jährige Jugendliche) unseren Inklusions-Anspruch ernst: Sie haben ein Projekt entwickelt, das Menschen mit Beeinträchtigungen und Senior*innen mehr Lebensqualität schenkt und ihnen Teilhabemöglichkeiten eröffnet. Kleine Stufen sind mit den bunten Legorampen keine Hürde mehr. Die Idee stammt von Jugendlichen. Und die Umsetzung auch: Es sind Legospenden-Flyer entstanden, es wurden Bautage geplant, Öffentlichkeitsarbeit geleistet und die ca. 20 Rampen bereits kostenfrei Geschäften oder Café übergeben.

Durch Kooperationspartner wie die Aktion Mensch und deren Filmbericht über das Projekt, haben die Kölner Jugendlichen bundesweite Aufmerksamkeit in Magazinen (ADAC-Mitgliedermagazin), Fernseh-Sendern (SAT 1, RTL, ZDF) und diverse Online-Seiten erregt. Es sind in der ganzen Republik weitere Gruppen entstanden, die nach dem Kölner Vorbild auch Legorampen bauen. Dafür haben wir u.a. eine Bauanleitung erstellt, die der Bewerbung beiliegt. junge Stadt Köln hat die Jugendlichen bei ihrem Abenteuer unterstützt, war Mentor und Ratgeber, hat Räume für Treffen und Startkapital für Materialkauf organisiert. 

Nominiert für den Sonderpreis jung + engagiert

Junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund finden durch eine ehrenamtliche Tätigkeit und durch die Begegnung mit Menschen der Aufnahmegesellschaft ihren Weg in unsere Gesellschaft. Engagement-Beispiele: 

(1) Weil wir es können – Begegnung mit Senioren: Das Modul begann mit einem Workshop „Was heißt es alt zu sein“. Ziel war es, dass sich die jungen Teilnehmer in die Lebenssituation von alten Menschen einfühlen können. Dies wurde mit Anzügen, die den Seniorenalltag simulieren, erfahrbar. Im zweiten Teil erarbeiteten die jungen Menschen ein Programm für die Besucher einer Altentagesstätte. Zwei Angebote wurden vorbereitet und durchführt: Playstation – Spiele und ein Seminar „So funktioniert dein Handy“. Eine Altenpflegerin lud zum Abschluss des Moduls zu sich ein und erzählt von ihrem Berufsalltag.
(2) Weil wir es können – Aktionen mit Kindern: In einem Workshop beschäftigten sich die jungen Teilnehmer mit Entwicklungsschritten bei Kindern und planten ein altersgerechtes Programm, das als Ferienprogramm für 7 bis 10-jährige durchgeführt wurde. Eine Erzieherin berichtete im Rahmen des offenen Wohnzimmers über ihren Berufsalltag.
(3) Weil wir es können – Reparatur eines Autos: Ein altes Auto wurde in einer gemeinsamen Aktion von den jungen Teilnehmern repariert und steht nun als Stadtteilauto für ein Jahr den Ehrenamtlichen des Stadtteils zur Verfügung (weitere Beispiele siehe Bewerbungsformular).

Die Ziele des Projektes sind mannigfaltig. Die jungen Erwachsenen entdecken die eigenen Fähigkeiten und Stärken, aktivieren sie für ihren Stadtteil und orientieren sich darüber hinaus auf dem Ausbildungsmarkt. Dabei lernen sie Menschen aus ihrem Stadtteil kennen, bauen Vorurteile ab und ermöglichen ein Miteinander von Alt und Jung.

Nominiert für den Sonderpreis jung + engagiert

Die Aktion „Digitale Brieftaube“ der youngcaritas Mettmann ruft junge Menschen dazu auf, Briefe für ältere Menschen zu schreiben und diese digital über youngcaritas zu verschicken.Da für viele Menschen der besondere Reiz an Briefen gerade in der Papierform liegt, werden diese Briefe auch analog versendet. Die Erfahrung zeigt, dass die allermeisten Menschen diesen Weg nutzen und Briefe per Post schicken, oft ergänzt durch selbstgemalte Bilder, liebevoll gestaltetes Briefpapier oder auch selbstgebastelte Dinge.

Im Lauf der Aktion ergaben sich noch verschiedene Weiterentwicklungen, die das Projekt besonders lebendig und reizvoll machen. Ein Seniorenheim schickte auf Anfrage direkt eine Liste mit BewohnerInnen und ihren Interessen, so dass gezielt zu diesen Interessen Briefeschreiber angesprochen werden konnten. So entstanden wunderschöne, persönliche Briefe, z.B. zum Thema Tiere oder Wandern und sogar zu bestimmen TV-Formaten, für die sich offensichtlich Jung und Alt gleichermaßen begeistern können. Mit Beginn der Urlaubszeit entstand auf Initiative eines anderen Seniorenheimes die Idee, dazu aufzurufen, dass (Urlaubs--) Postkarten geschrieben werden. Sie geben den älteren Menschen die Gelegenheit, sich an eigene frühere Reisen zu erinnern oder auch einfach noch etwas Neues zu entdecken.

Das Besondere an diesem Projekt ist die interaktive Weiterentwicklung gemeinsam mit den Senioreneinrichtungen und die große generationenübergreifende Solidarität, die über die Briefe zum Ausdruck kommt. Außerdem fördert die Aktion Kontakte und „Begegnung“ (nicht räumlich, aber gedanklich und emotional) zwischen Jung und Alt. Mit dem Projekt „Brieftaube“ wirken junge engagierte Menschen der zunehmenden Vereinsamung alter Menschen in Corona-Zeiten entgegen.

Publikumspreis 2020

"Hilfe Litauen Belarus e.V.“ unterstützt seit über 25 Jahren Projekte in Weißrussland und in Litauen - in erster Linie für Kinder, Waisen, Erkrankte und alten Menschen und seit dem letzten Jahr das Sonderpädagogische Zentrum „Die Quelle“ in Gelgaudiškis/ Litauen. Hier werden Kinder aus ganz Litauen mit hohem und sehr hohem sonderpädagogischem Bedarf behandelt, sowie die Vorschulerziehung für Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsstörungen und anderen Behinderungen gewährleistet. Nicht zuletzt ist im Zentrum eine soziale Tagesbetreuung für Erwachsene integriert. Ziel ist es, dass die Betreuten nach und nach die notwendigen Kompetenzen erwerben, um sich erfolgreich in die Gesellschaft einzugliedern. Auch Hilfsgüter wie Kinderrollstühle und die Finanzierung einer Treppenraupe, mit der gehandicapte Kinder und Jugendliche von den Betreuern problemlos über Treppen und Stufen transportiert werden können, organisiert der Verein.

Hinweis

Informationen zur Bewerbung um den Elisabeth-Preis 2021 finden Sie demnächst hier!