Projekte & Förderbeispiele

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Die Erträge aus dem Stiftungskapital der CaritasStiftung kommen Projekten zugute, die in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen notwendige Hilfe leisten. Zentrale Themen sind die Bekämpfung der Armut, die Integration von Randgruppen und die Stärkung von Kinder, Jugend und Familie.

Erfahren Sie mehr über die vielfältigen Projekte, die durch die CaritasStiftung gefördert wurden:

Mehr Informationen zu einzelnen Projekten

Zwischen Hoffen und Bangen
Ein Projekt zur Integration von Roma-Familien des Caritasverbands für die Stadt Köln e.V.

Sie haben es nicht leicht in einer Gesellschaft, in der sie von klein auf manifestierten Vorurteilen und Klischees begegnen. In Deutschland leben geschätzt 120.000 Roma, viele von ihnen integriert und weit entfernt von den Bildern, die sich in den Köpfen ihrer Mitmenschen festgesetzt haben. Andere auf der ständigen Suche einen Platz zu finden – zwischen ethnischer Identität und nationaler Integration.

Sinti und Roma leben oft von Jobs, die keine hohe Qualifikation erforderten. Viele von ihnen verfügen aus unterschiedlichen Gründen über eine mangelhafte Schulbildung. Armut, Elend und Isolation sind ein guter Nährboden für Ausgrenzung, Rassismus und Antiziganismus.

Der Caritasverband für die Stadt Köln ist seit vielen Jahren bemüht, die Chancen von jugendlichen Roma und Sinti in unserer Gesellschaft zu verbessern. Aber der Bedarf an Unterstützung in der Arbeit mit Roma-Familien ist weiterhin hoch. „Zwischen Hoffen und Bangen“ setzt neue Ansätze in der partizipativen Integrationsarbeit um. Es geht darum, gemeinsam mit den Roma-Familien Zugangswege zu finden und eigene Kompetenzen zu stärken. Dazu werden Gruppenangebote für Eltern und Kinder, Einzelfallhilfen und Bildungsangebote zur Förderung der Elternkompetenz entwickelt. In der Regel wird bei der Integration von Roma-Familien vorwiegend mit Kindern und Müttern gearbeitet, da die Väter schwer zu erreichen sind. Das will das Projekt ändern, indem ein männlicher Roma in der Gruppenarbeit mit Männern eingesetzt wird.

Im Laufe des Projektes sollen mindestens 20 Roma Familien (80 – 100 Personen) erreicht werden. Darunter neu zugewanderte Mütter und Väter, aber auch Familien, die schon länger in Köln leben.

Die CaritasStiftung unterstützt das Projekt „Zwischen Hoffen und Bangen“ mit 6.000 Euro.

Weitere Informationen:
Caritasverband für die Stadt Köln e.V., Caritas-Zentrum Kalk, Bertramstraße 12-22, 51103 Köln, Tel.: 0221-98577-660, 
E-Mail: caritas-zentrum.kalk@caritas-koeln.de

Helfen im Vorgebirge

Hast du etwas Zeit für mich…?
Nachbarschaftshilfe im Vorgebirge

Gibt es in unserer hektischen und betriebsamen Zeit ein kostbareres Gut als Zeit? Vor allem, wenn man diese Zeit anderen Menschen widmet, die Unterstützung und Hilfe benötigen und manchmal auch „nur“ ein offenes Ohr. Mit dem Projekt „Zeitschenker“ der drei Seelsorgebereiche Alfter, Bornheim-An Rhein und Vorgebirge und Bornheim-Vorgebirge soll das Ehrenamt vor Ort gefördert und Nachbarschaftshilfe initiiert werden. 

„Zeitschenker“ bietet Menschen jeden Alters, ihren Neigungen und Talenten entsprechende Möglichkeiten, sich nachbarschaftlich zu engagieren. Dazu gehört die Mithilfe bei der Gartenarbeit ebenso wie die kurzfristige Kinderbetreuung. Gertrud Bürvenich freut sich zum Beispiel über die handwerkliche Unterstützung ihres Zeitschenkers Jonas. Der Auszubildende geht der Seniorin immer mal wieder zur Hand, wenn es irgendwo im Haus zischt, quietscht und flackert. „Das hat früher mein Karl gemacht, aber seit dem Schlaganfall will die rechte Hand nicht mehr so“, erklärt die gebürtige Bornheimerin. 

Das Projekt „Zeitschenker“ richtet sich an Menschen, die sich engagieren wollen, sowie an Menschen mit aktuellem Unterstützungsbedarf. Insgesamt ist der Einsatz von 30-45 Zeitschenkern geplant, die insgesamt 120-200 Menschen mit Hilfebedarf erreichen sollen. Eine hauptamtliche Kraft koordiniert Helfende und Hilfesuchende, sorgt für die Öffentlichkeitsarbeit und organisiert die fachliche und persönliche Begleitung der Ehrenamtlichen. Das Projekt ist zunächst auf 3 Jahre angelegt.

Die CaritasStiftung unterstützt das Projekt „Zeitschenker“ mit 10 500 Euro.

Schulkind

Starthilfe
Schulranzen-Aktion 2020“ des Caritasverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis e.V.

Der erste Schultag ist eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Kindes. Opa und Oma, Patinnen und Paten werden eingeladen und die Schultüte prall gefüllt. Gerne schaut man sich immer wieder das Foto der Einschulung an und bewundert den neuen Schulranzen, den ganzen Stolz des Erstklässlers. 

Ein Kind, das in relativer Armut aufwächst, hat oftmals keinen schönen Ranzen, den es vorzeigen kann. Häufig werden die Schulranzen von den älteren Geschwistern oder Ranzenspenden von Bekannten genutzt. Funktionalität und Ergonomie dürfen jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht beeinträchtigt sein. Und natürlich geht es bei sichtbaren Gebrauchsspuren auch um den sozialen und psychischen Aspekt der sichtbaren Armut. Diese wirkt gerade am ersten Schultag so bedrückend und nachhaltig, weil das betroffene Kind sie beim ersten Zusammentreffen mit den neuen Mitschülern sofort direkt und schmerzhaft spürt. Ein Empfinden des „Nicht-Dazugehörens“, das die I-Dötzchen oft die ganze Grundschulzeit begleitet.

Der Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V. stattet seine Dienste und Einrichtungen daher jedes Jahr zum Schulanfang mit einem Kontingent neuer Schulranzen zur kostenlosen Weitergabe an bedürftige Familien und Kinder aus. Im Jahr 2020 waren es 120 Marken-Schulranzen (Vorjahresmodelle zum Sonderpreis), die besorgt werden konnten und refinanziert werden mussten. An dieser sinnvollen Aktion beteiligten sich gleich mehrere Stiftungen. „Das ist ja das Schöne an einer Stiftungsgemeinschaft, dass - wenn man einen ähnlichen Stiftungszweck hat - man gemeinsam mehr bewegen kann, als allein“, erläutert Konrad Rüdelstein aus dem Kuratorium der „Geschwister Dr. Cläre Pelzer und Resi Narr Stiftung“.

Die „Geschwister Dr. Cläre Pelzer und Resi Narr Stiftung“ (1 800 Euro), die „Caritas Stiftung Boos“ (450 Euro) und die „CaritasStiftung Hoss“ (450 Euro) unterstützen die Ausrüstung von Erstklässlern mit Schulranzen mit insgesamt 2 700 Euro. Damit konnten 60 Ranzen finanziert werden.

Skat spielen

Der Duft der Erinnerung
Anschaffung von Sinnes- und Erlebniswagen für demenziell erkrankte Patientinnen und Patienten im St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf und im Krankenhaus Elbroich

Patientinnen und Patienten, die von Demenz betroffen sind, verlieren zunehmend ihre Erinnerungen. Menschen und Lebensereignisse rücken in den Hintergrund, im fortgeschrittenen Stadium sogar die eigene Identität. Die Vergangenheit wird erst lebendig, wenn man Erlebtes mit Sinneseindrücken verbindet, beispielsweise das Familienessen mit dem Duft frischgebratener Reibekuchen oder einen schönen Abend mit dem Hörerlebnis eines Klavierkonzerts. Schon lange wird daher in der Betreuung von Demenzerkrankten versucht, über Sinneswahrnehmungen verloren geglaubtes zurückzuholen. 

Dabei werden Sinnesreize sehr individuell unterschiedlich wahrgenommen und es bedarf einer sehr intensiven Betreuung, die Sinne anzuregen, die für die betroffene Person eine besondere Bedeutung haben. Diesen Vorgang nennt man auch Sinnes- oder Sensobiographie, ein Begriff der ursprünglich aus der Basalen Stimulation stammt und ein Herausfinden der persönlich bedeutsamen Sinneseindrücke der Person mit Demenz beschreibt.

Mit Unterstützung der CaritasStiftung können die Betreuerinnen und Betreuer im St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf und im Krankenhaus Elbroich ihre Arbeit nun mit sogenannten „Sinnes- und Erlebniswagen“ begleiten. Das speziell qualifizierte therapeutische Team fördert mit unterschiedlichen Materialien an den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientiert, deren soziales, körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Herrn Rudolfi hat es zum Beispiel das Kartenset angetan. Wenn auch nur kurz, fühlt sich der 78jährige wieder so, als würde er mit seiner Skatrunde zusammensitzen. Dann fallen ihm auch die alten Gesprächsthemen wieder ein, die Bundesliga und die schlechte Torbilanz des Lieblingsvereins. Weitere Materialien wie der Aktivierungskoffer Motorik, das Wortspiel „Bleib fit, Reim mit“, das Würfelbingo oder das Legespiel „Berufe“ sowie die Hand- und Stoffpuppen aktivieren Erinnerungen und motivieren die Patientinnen und Patienten zu Aktion und Gespräch. Frau Gerhardt liebt das „Stadt-Land-Fluss-Spiel“. Die ehemalige Lehrerin findet nicht nur in kürzester Zeit zu allen Buchstaben die richtigen Namen, sie kann auch zu jeder Stadt eine kleine Geschichte erzählen. Viel gereist ist sie damals mit ihrem Kurt, im Opel Kadett durch ganz Deutschland von A wie Amrum bis Z wie Zugspitze.

Ein ganz besonderes Hilfsmittel im Sinnes- und Erlebniswagen ist die Sprichwortbox. Benutzt die Person mit Demenz eine Redewendung besonders häufig? Dies kann ein Hinweis auf das Sinnesorgan sein, über das der Demenzkranke besonders gut erreichbar ist. Frau Pastorius greift gerne zu Wendungen wie „der Duft der großen weiten Welt“ und „die Schwester Hildegard kann ich gut riechen.“ Hat sie sich über etwas geärgert, gibt sie auch schonmal ein „Nee, nee, das schmeckt mir gar nicht“ von sich. „Bei Frau Pastorius arbeiten wir gerne mit Gerüchen und Geschmackserlebnissen, um Erinnerungen in Gang zu bringen. Das funktioniert viel besser, als über Bilder,“ beschreibt Anja Küster aus dem Demenzteam die Erinnerungsarbeit mit der Seniorin.

Die Sinnes- und Erlebniswagen stellen ein flexibles Beförderungsmittel mit Stauraum für Materialien dar, das dezentral in jedem Patientenzimmer, aber auch für kleine Patientengruppen eingesetzt werden kann. Die Materialien sollen der körperlichen und geistigen Aktivität sowie der Erinnerungspflege der Patientinnen und Patienten dienen, ihnen Erfolgserlebnisse verschaffen und somit ihr Selbstwertgefühl stärken.

Die CaritasStiftung unterstützt die Anschaffung von 1 Erlebnis- und 2 Sinneswagen für den Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf mit 5 000 Euro.

Mut tut gut
Teilnahme am bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Die CJG St. Ansgar Schule ist eine Förderschule für beeinträchtigte Kinder und Jugendliche ab Klasse 5, die aufgrund besonderer Probleme in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung intensive Förderung benötigen. Kinder wie Nina. Die Zwölfjährige wurde mit ihren zwei Schwestern und dem kleinen Bruder jahrelang sich selbst überlassen. Die alleinerziehende Mutter war selten zu Hause. Um die jüngeren Geschwister kümmerte sich Nina. Diskriminierung kennt das Mädchen von klein auf: „Mit uns wollte niemand etwas zu tun haben. Auf die Schule habe ich mich nie richtig konzentrieren können und Freunde habe ich erst in St. Ansgar gefunden.“

Durch die Teilnahme am bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ soll der Schulalltag so verändern werden, dass dieser von einem Klima der gegenseitigen Achtung und Anerkennung individueller Eigenheiten geprägt ist. Diskriminierung in all ihren Formen die Stirn zu bieten, Selbstbewusstsein und Resilienz zu erlernen, dazu haben sich die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und sonstige Mitarbeitende mit der notwendigen Selbstverpflichtungsquote von mind. 70% verpflichtet. Anlässlich der Auftaktveranstaltung am 11.2.2020 trägt Nina ein T-Shirt, auf das sie malen sollte, was sie als Person ausmacht: „MUTIG“ steht da in großen Buchstaben. Bleib so, Nina!

Pate der Aktion ist Staatssekretär im Ministerium des Inneren NRW, Jürgen Mathies.

Die CaritasStiftung unterstützt das Projekt mit 1.000 Euro.

 

Weg von der Droge - weg von der Straße

Weg von der Droge – weg von Straße
Casa nostra S – Stärkung der Suchtberatung für wohnungslose Menschen in Köln

Sandra K. lebt seit vier Jahren auf der Straße. Sie hielt die Enge der Kleinstadt nicht aus und suchte die große Freiheit. Gemeinsam mit ihrem Freund Sven kam sie nach Köln, fand sogar einen Job und eine kleine Wohnung am Eigelstein. Mit den Drogen zerbrach der Traum vom Großstadtglück und auch von der großen Liebe. Schätzungsweise rund 430 Menschen sind in Köln derzeit ohne Obdach. Rund ein Viertel davon sind Frauen. Sandra K. ist eine von ihnen.

Dem Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Köln (SKM) ist das Problem bekannt. Wohnungslose Menschen sind häufig auch von Suchterkrankungen betroffen, was eine erfolgreiche Wohnungssuche behindert.

Mit dem Aufbau des stadtweiten Netzwerkes „Casa Nostra S“ sollen bestehende Beratungsangebote verknüpft und eine niedrigschwellige Suchtberatung in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe installiert werden. Für die wohnungslosen Menschen werden individuelle Maßnahmen geschaffen aus der Sucht und damit aus der Wohnungslosigkeit herauszufinden (z.B. Aufsuchende Suchtberatung, Angebote zur Konsumreduktion, Weiterleitung in geeignete Beschäftigungsangebote).

Innerhalb dieser Maßnahmen werden gemeinsam mit der betroffenen Person Ziele gesetzt, durch die die persönliche Lebenssituation verbessert werden können. Der Fokus des Projektes soll sowohl auf Frauen liegen, die häufig verdeckt wohnungslos leben und die Sucht über Prostitution finanzieren, als auch auf entlassenen Inhaftierten der JVA Köln sowie auf von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen.

Die CaritasStiftung und die Agape-Stiftung unterstützen das Projekt „Casa nostra S.“ gemeinsam mit 10.500,00 Euro.

Weitere Einblicke in die Arbeit der CaritasStiftung

Die Stiftungsreporte der CaritasStiftung

Kontakt

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