Projekte & Förderbeispiele

Förderbeispiele

Die Erträge aus dem Stiftungskapital der CaritasStiftung kommen einzelnen Projekten und Aktivitäten zugute, die in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen oft notwendige Hilfe leisten.

Erfahren Sie mehr über die Projekte vor Ort, die durch die CaritasStiftung gefördert wurden:

Mehr Informationen zu einzelnen Projekten

Die Mannschaft der Caritas Leverkusen ging mit 17 Sportlern an den Start (c) Foto Conny Brückner

Im Sport sind alle gleich

Über Autoreifen laufen, durch den Fühlinger See schwimmen unter Zäunen krabbeln oder einen Wasserrutsche heruntersausen. Das waren nur einige der Aufgaben, die die 17 Klienten und Mitarbeitende der Wohnungslosenhilfe der Caritas Leverkusen beim Hindernislauf ‚Strongman Run‘ in Köln zu überwinden hatten. Mit vorbildlichem Teamgeist brauchten sie zwischen 38 und 81 Minuten, um die insgesamt 6,5 Kilometer und 15 Hindernisse zu bewältigen und holten den dritten Platz von über 100 Teams. 

Ein halbes Jahr bereiteten sich die Starter mit Hilfe von Coach Ben Schneider und dem Jugendstreetworker der Stadt Leverkusen Christian Vallo darauf vor. Das Training war perfekt, so ist die einhellige Rückmeldung, denn beide präsentierten nicht nur Übungen sondern spornten die Mannschaft sowohl bei den Trainingseinheiten als auch beim Wettkampf immer wieder gut an.

Stefanie Strieder, Fachdienstleiterin der Wohnungslosenhilfe rief das Projekt ‚Zieleinlauf‘ ins Leben. Ziel war, wohnungslosen Menschen und ihrer Umgebung zu zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt und ihnen damit Perspektiven zu bieten und das Selbstvertrauen zu stärken. Beeindruckt ist sie von der Resonanz sowohl bei den Klienten als auch bei vielen befreundeten Sportlern, die reichlich gut erhaltene Sportkleidung spendeten. 

Teilnehmerin Janine Sartorius sagte: „Für mich war das Beste, zu erleben, dass man trotz Niederlage einiges schaffen kann und Durchhaltevermögen hat. Am Anfang haben mir die vielen Menschen Angst gemacht, aber das hat sich schnell gelegt und dann war ich einfach nur noch glücklich,“ und berichtet weiter: „Auch der Teamgeist hat mir besonders gefallen, denn ich wurde immer unterstützt und mitgezogen.“

Rückblickend freut Stefanie Strieder sich über den Erfolg, dass trotz Durststrecken in der Vorbereitung 17 Personen an den Start gegangen sind. In der Trainingsphase wurde deutlich, dass die wechselhaften und bewegten Lebensverhältnisse wohnungsloser Menschen, die auf Angebote wie Tagestreff und Notschlafstelle angewiesen sind es schwer machen, längere Verbindlichkeiten in Form von regelmäßigem Training einzugehen. Aber alle sind sich einig: Das war es wert. Denn der Zieleinlauf und das Erfolgserlebnis, sich selbst überwunden zu haben und an Grenzen gegangen zu sein, wirkt bei allen Beteiligten noch lange nach.

Zum Gelingen des Projektes waren das Engagement und die Motivation der begleitenden Sozialarbeiter und eine akzeptierende Grundhaltung den Klienten gegenüber ganz entscheidend. Denn hier galt es immer wieder neu zu aktivieren, zu überzeugen und nicht aufzugeben.

Einer Teamkollegin, die zum Anfeuern mitgereist war, hat besonders gefallen, einfach mal rauszukommen und sich ganz normal fühlen zu können. „Ich bin da nicht als wohnungsloser Mensch aufgefallen und das hat mir sehr gut getan.“ Und auch auf den Mannschaftsbildern lässt sich nicht erkennen, wer woher kommt, denn im Sport sind alle gleich und typische Klischees wohnungsloser Menschen ausgeschaltet. Hier stand der Gemeinschaftssinn im Vordergrund. Auf eine versteckte Botschaft verzichteten die Teilnehmer dennoch nicht, denn das Starter - Shirt zierte der Schriftzug ‚Suche Wohnung‘. Aber das war auch schon das einzige, das möglicherweise auf eine Wohnungslosigkeit aufmerksam machen könnte.

Derzeit wird daran gearbeitet, wie ein dauerhaftes Sportangebot in der Wohnungslosenhilfe in Leverkusen aussehen könnte, denn die Motivation ist hoch, jetzt weiterzumachen.

Die CaritasStiftung im Erzbistum Köln förderte das Projekt mit 12.420 €.

Weitere Informationen:
Stefanie Strieder, Fachdienstleiterin für soziale und berufliche Integration,  Caritasverband Leverkusen e.V., 0214 855 42 802, stefanie.strieder@caritas-leverkusen.de

Förederbeispiele Mamica

„Mamica“ ist ein Projekt zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von schwangeren Roma-Frauen und Roma-Müttern mit kleinen Kindern des Caritasverbandes Wuppertal/Solingen e.V. in Wuppertal . Aufgrund ihrer eingeschränkten Lebenswelt und Kommunikationsmöglichkeiten haben die Frauen keine hinreichende Aufklärung hinsichtlich der gesundheitlichen Versorgung ihrer Familien.  Der Zugang zu Bildungsangeboten wird ihnen bereits in ihren Herkunftsländern verwehrt. Auch in Deutschland besucht eine große Anzahl der Roma-Kinder nur unregelmäßig die Schule. Traditionell wird der Hilfe im Haushalt und bei der Kinderbetreuung gerade bei Mädchen mehr Bedeutung zugeschrieben als der regelmäßige Besuch einer Schule.  Elementare Lerninhalte sowie das Rüstzeug zum eigenen kritischen Denken bleiben unvermittelt.

Das Projekt „Mamica“ bietet den jungen Roma-Frauen regelmäßiger Sprachkurse, Austauschtreffen  und Informationsveranstaltungen an, um ihnen so gesundheitliche Aufklärung und einen gesellschaftlichen Zugang zu ermöglichen und die interkulturelle Öffnung zu begünstigen. 

In Wuppertal leben derzeit ca. 600 geduldete Roma-Flüchtlinge. In Flüchtlingsheimen isoliert und von Armut betroffen, ist ihr Zugang zur gesellschaftlichen Integration und gesundheitlichen Grundversorgung stark eingeschränkt. 

Die Roma-Frauen spielen eine zentrale Rolle bei gesellschafts- und gesundheitsbezogenen Angelegenheiten ihrer Familien und Gemeinschaften. Sie sind für die Erziehung der Kinder und die Versorgung der Familie zuständig. Durch die erschwerte Bildungssituation in ihren Herkunftsländern sind diese Frauen oft von Analphabetismus betroffen. Dies schränkt die Alltagsbewältigung ein und hindert sie an einer gesellschaftlichen Partizipation. Durch mangelnde Kenntnisse und Aufklärung über die gesundheitliche Versorgung fehlen den jungen Müttern Orientierungspunkte zur gesunden Entwicklung ihrer Kinder, beginnend bei der kindgerechten Ernährung bis hin zu Vorsorgeuntersuchung und Zahnhygiene. Ein unsicherer Aufenthaltsstatus und mangelnde Mobilität erschwert ihnen zusätzlich den Zugang zu Bildungsangeboten. 

"Mamica" unterstützt junge Roma-Frauen mit folgenden Maßnahmen:

  • Sicherung der Mobilität durch Anschaffung eines Monatstickets
  • Regelmäßige Sprachkurse zur Verbesserung der Deutschkenntnisse
  • Austauschtreffen und Informationsangebote zu den Themen Gesundheit, Bildung, Familienplanung, Schwangerschafts- und Erziehungsberatung.
  • Die Projektlaufzeit beträgt 1,5 Jahre und endet am 31.12.2015. Die CaritasStiftung unterstützt das Projekt „Mamica“ mit einem Betrag von 16.000,00 Euro. 

Weitere Informationen zu diesem Projekt

Förderbeispiele Service-Learning

Fürs Leben lernen – Das Projekt „Service Learning“ will Schüler für das ehrenamtliche Engagement interessieren und sie für ihr Berufsleben stärken. Die Lehr- und Lernmethode soll das gesellschaftliche Engagement von Kindern und Jugendlichen im Schulalltag verankern. Seit Mai 2009 ist IN VIA als Kompetenzzentrum für die Stadt Köln im bundesweiten Netzwerk der Freundberg Stiftung „Lernen durch Engagement – Service Learning“ tätig und hat das Ziel, neun Schulkooperationen in rechts-rheinischen Stadtteilen mit vergleichsweise hohem Anteil an Migranten und sozial schwächer gestellten Familien einzugehen.

Die Lehrer erhalten alle wichtigen Informationen auf einem Einführungsworkshop und ehrenamtliche Schulbegleiter (ehemalige Lehrer und Schulleiter) unterstützen die Schulen bei der Umsetzung des Projektes.

Die Schüler recherchieren den Bedarf für ehrenamtliches Engagement in ihrem Stadtviertel und suchen sich selbst ihre Einsatzstellen wie beispielsweise im Kindergarten oder in einem Seniorenheim aus. Im Schulunterricht setzen sie sich theoretisch mit den sozialen Themen auseinander. Das „Fachwissen“ über ihren Arbeitsplatz erhalten die Schülerinnen und Schüler durch Fachreferenten, wie zum Beispiel einer Ärztin, die über das Thema „Krankheit im Alter“ informiert. Einmal wöchentlich besuchen sie dann ihre „Einsatzstelle“ außerhalb der Schulzeit und gestalten den Nachmittag mit den Kindern einer KiTa oder demenzkranken Menschen in einem Seniorenheim.

Später reflektieren die Schüler im Unterricht ihre Erfahrungen und dokumentieren ihre Einsätze in Form von Lerntagebüchern oder Plakaten. Auf diese Weise sollen sie sich über den gesamtgesellschaftlichen Kontext ihres Engagements, ihrer Verantwortung in der Gesellschaft bewusst werden. Die Schüler lernen ihr Wissen praktisch anzuwenden und verstehen schulische Inhalte tiefer und umfassender.

Das Projekt kann den Prozess der Berufsfindung positiv beeinflussen, denn Arbeitshaltung und Berufsfähigkeit werden trainiert und eigene Stärken und Neigungen erkundet.

Die Schulen sollen nach Ablauf des Projektes befähigt werden, ihr Projekt selbstständig weiter zu führen.

Förderung durch die CaritasStiftung: 20.000 €

Weitere Informationen zu diesem Projekt

Goldene Palme

Hochwertige Filmfestivals gibt es nicht nur in Cannes. Für das Projekt  „Art of Budget“ wird am 21.08.2015 der rote Teppich in der Domstadt ausgelegt. „Art of Budget“, für das der Kölner OB Jürgen Roters die Schirmherrschaft übernommen hat,  ist aber mehr als ein Highlight für Cineasten, es ist ein Präventionsprojekt der Schuldnerberatung des SKM-Köln für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15-20 Jahren. An zehn ausgewählten Kölner Schulen wurde jeweils ein künstlerischer Film zum Thema „Geld-Schulden-Konsum-Werte-Normen entwickelt.

Betreut von Absolventen der Medienhochschule Köln für die fachliche Umsetzung sowie einer Fachkraft des SKM für die inhaltliche Begleitung, wurden die Schülerinnen und Schüler in der Projektlaufzeit für die Themen Konsum und Finanzen, Kaufverhalten und Kaufmotivation sowie persönliche Werte und Normen sensibilisiert. Ziel ist die Erreichung einer finanziellen Kompetenz und – durch die künstlerische Gestaltung des Themas – auch die Förderung kultureller Fähigkeiten. Zum Abschluss startet am 21. August 2015 ab 9:30 ein großes Filmfestival mit dem Kooperationspartner des Projektes, der KOMED GmbH, das eine nachhaltige Diskussion über die Thematik in der breiten Öffentlichkeit anschieben soll.

Vor dem Hintergrund einer zunehmend Konsum orientierten Gesellschaft, geraten junge Menschen immer früher in finanzielle Schwierigkeiten. Kredite auch für Jugendliche, bargeldlose Zahlungsmethoden und Ratenkäufe tragen dazu bei, die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel falsch einzuschätzen. Der Wunsch, gesellschaftliche Teilhabe durch Konsumbeteiligung sicherzustellen, führt immer mehr junge Menschen in Überschuldung bis hin zur Straffälligkeit.

Das Projekt „Cannes in Köln“ richtet sich an den Sekundarbereich weiterführender Schulen sowie an berufsbildende Schulen. In der zweijährigen Projektlaufzeit erhalten die Jugendlichen grundlegende Kenntnisse im Bereich finanzielle Bildung sowie die Möglichkeit, über das eigene Konsumverhalten zu reflektieren - und Überschuldung frühzeitig zu erkennen und damit zu vermeiden. Neben der Bewusstwerdung der Eigenverantwortlichkeit werden die Teilnehmenden befähigt, ihre Erfahrungen auch an Gleichaltrige weiterzugeben – Peer to Peer.

Nach dieser ca. vierteljährigen thematischen Einführung ins Thema werden die Mädchen und Jungen von Künstlern in der Konzeption und Umsetzung eines entsprechenden Films angeleitet und betreut. Die Filme werden auf einem zentralen Festival vorgestellt, zu dem alle Kölner Schülerinnen und Schüler der entsprechenden Jahrgangsstufen eingeladen werden. Durch die kreative und innovative Auseinandersetzung mit der gesellschaftsrelevanten Problemstellung ist eine nachhaltige Implementierung bei den Jugendlichen gewährleistet. Das auf diese Weise entstandenen Filmmaterial kann darüber hinaus zur weiteren Finanzprävention genutzt werden.

Die CaritasStiftung unterstützt das Projekt „Art of Budget“ mit einem Betrag von 25.000,00 Euro.

Weitere Einblicke in die Arbeit der CaritasStiftung

Die Stiftungsreporte der CaritasStiftung

Kontakt

CaritasStiftung im Erzbistum Köln
Georgstraße 7
50676 Köln

Tel. 0221/ 2010-210
Fax: 0221/ 2010-100
info@caritasstiftung.de