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Die ersten Kinder haben ihr Seepferdchen

Teilhabe per Schwimmkurs - das ist das Ziel der Caritas-Aktion Delfin-Freunde. Sie fördert Schwimmkurse für ärmere Kinder
1. Juni 2018; (presse@caritasnet.de)

Köln. Daniel (Name geändert) tappst über die weißen, rutschigen Fliesen des Schwimmbads Aqualand in Köln-Chorweiler. Am Becken angekommen, springt der Sechsjährige ins Wasser. Taucht unter, taucht wieder auf – und schwimmt auf die andere Beckenseite. Daniel kann schwimmen! Soeben hat er mit sieben anderen Kindern das Seepferdchen bestanden. Möglich gemacht hat das die Aktion „Delfin-Freunde“ des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln.

Die Aktion „Delfin-Freunde“ ermöglicht derzeit 50 Vorschulkindern Schwimmkurse, von der Wassergewöhnung bis zum Schwimmabzeichen. Die Kitas liegen allesamt in ärmeren Stadtvierteln: in Düsseldorf-Lierenfeld, Köln-Kalk oder Köln-Chorweiler.

Kaum ein Kindergartenkind kann hier schwimmen. Und was noch viel entscheidender sei, so Dr. Frank Joh. Hensel, Kölner Diözesan-Caritasdirektor: „Die Kinder haben auch nur geringe Chancen, schwimmen zu lernen.“ Der Grund sei so schlicht wie naheliegend: „Ihre Mütter und Väter können sich weder einen Schwimmbadbesuch, noch einen Kurs leisten.“ Vor allem für Familien, die von Hartz IV leben, sei Schwimmen ein „Luxusgut“.

Die Folgen hat die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) kürzlich beschrieben: 60 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen in Deutschland sind einer Umfrage zufolge keine sicheren Schwimmer, 2010 waren es noch 50 Prozent. Eine gefährliche Tendenz, denn Schwimmen-Können ist auch eine Überlebensversicherung.

Mit der Aktion Delfin-Freunde – gefördert von der Caritasstiftung, dem Verein BILD hilft „Ein Herz für Kinder“, der Pax-Bank Köln sowie der Aktion „Make Happy“ des Erzbistums Köln – möchte die Caritas aber nicht nur die Zahl der Schwimmer erhöhen. Sie möchte auch ein Zeichen setzen – dafür, dass sich staatliche Unterstützung wie etwa durch das Bildungs- und Teilhabepaket endlich am tatsächlichen Bedarf von Kindern und Familien orientieren muss.

Hensel: „Wer Kindern aus ärmeren Familien echte gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen möchte, muss mehr als nur Mittagessen und Klassenfahrten sichern. Der muss gewährleisten, dass Kinder auch mal in den Zoo, in ein Kino oder ins Schwimmbad gehen können.“

 

Weitere Infos: www.delfinfreunde.com

 

 

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