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Viele schwerbehinderte Fachkräfte warten auf ihre Chance

Jeder vierte Job für Schwerbehinderte bleibt in NRW unbesetzt
19. Juni 2018; (presse@caritasnet.de)

Köln. Dem Job-Boom zum Trotz: Arbeitgeber in NRW setzen noch zu selten auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung. Viele Unternehmen zahlen Ausgleichsabgaben, vorgesehene Stellen bleiben deshalb unbesetzt. Damit geht echtes Potenzial verloren. Denn laut aktuellem Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege ist mehr als jeder zweite schwerbehinderte Arbeitslose (58,8 Prozent) für komplexe Tätigkeiten qualifiziert. Unter den nicht-schwerbehinderten Arbeitslosen erfüllen deutlich weniger diese Anforderungen (42,7 Prozent).

„Schwerbehinderung allein darf kein Einstellungshindernis sein", so der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel. Im Gegenteil: Gerade unter den Schwerbehinderten gebe es viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer guten Ausbildung.

Trotzdem, so Hensel, gehöre diese Gruppe zu den Verlierern der Arbeitsmarktpolitik: Der Anteil der schwerbehinderten Arbeitslosen bewegt sich in NRW mit 47.000 Menschen weiter auf hohem Niveau. Damit ist NRW weit von einem inklusiven Arbeitsmarkt ent-fernt. Und das, obwohl Unternehmen ab einer Größe von 20 Ar-beitsplätzen verpflichtet sind, wenigstens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Dieser gesetzlichen Beschäftigungspflicht können Firmen allerdings durch eine Ausgleichsabgabe (125 bis 320 Euro/Monat) entsprechen.

2016 blieb in NRW allein bei privaten Arbeitgebern ein Viertel aller Stellen für Schwerbehinderte offen. „Dabei würden die Kapazitäten für alle Menschen mit einer Schwerbehinderung ausreichen. Mit gezielten Initiativen könnten Unternehmen Fachkräftelücken schließen und Schwerbehinderten den Weg in den Arbeitsmarkt und zu mehr sozialer Teilhabe ebnen", so Hensel.

 

Infos und Daten aus allen Städten und Kreisen in NRW: www.arbeitslosenreport-nrw.de

 

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