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Caritas-Kampagne 2017

Das Miteinander gut zu gestalten und Integration zu ermöglichen ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe in den kommenden Jahren. Wie sie gelingen kann, ist das Thema der Caritas-Kampagne 2017 „Zusammen sind wir Heimat“

Europäische Woche der Berufsbildung 2017

Vom 20.-24.11.2017 findet unter dem Motto „Discover Your Talent“ die „2. European Vocational Skills Week“ (Europäische Woche der Berufsbildung) statt. 

 

Die Initiative der Europäischen Kommission gibt Verbänden, Organisationen und Unternehmen damit die Möglichkeit, spannende Möglichkeiten der beruflichen Aus- und Weiterbildung vorzustellen.

 

Beispiele, in welchen Betrieben und Einrichtungen wir junge Menschen ausbilden und qualifizieren, sehen sie hier!

"Bunte Pflege" gegen den Fachkräftemangel

Caritasverband Rhein-Kreis Neuss: Nachwuchs für die Altenpflege

 

Im Projekt "Bunte Pflege" bietet der Caritasverband Rhein-Kreis Neuss Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, sich auf die Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin vorzubereiten. In den ersten sechs Monaten geht es unter anderem um die Verbesserung der Deutschkenntnisse, fachbezogenen Unterricht, interkulturelles Training und Bewerbungstraining sowie diverse Praktika. Nach der erfolgreichen Vorbereitungszeit steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dann der Weg in eine spannende Berufsausbildung offen.

 

Aufbruch ins Berufsleben

SKM Aufbruch gGmbH: Azubis verkaufen, malern und lackieren

 

Die SKM Aufbruch gGmbH in Bonn kümmert sich um die berufliche Integration von langzeitarbeitslosen und behinderten Menschen sowie um alle die, die es in der klassischen Arbeitswelt schwerer haben als andere. Der Betrieb für soziale Dienstleistungen bildet dabei auch seit zehn Jahren aus und hat bis heute bereits neun Azubis in das Berufsleben geführt.

 

Ab in die „Schatzinsel“ und „Malmanufaktur“

Insgesamt drei Ausbilder/innen begleiten die Azubis in ihrer Zeit der Lehre. Wer beim SKM Aufbruch einen Beruf erlernen möchte, kann wählen zwischen Verkäufer/in, Einzelhandelskaufmann/frau sowie Maler/in und Lackierer/in. Ausgebildet wird zum Beispiel im Bonner Gebrauchtwarenkaufhaus „Schatzinsel“, wo Möbel, Elektroartikel, Haushaltswaren, Bücher und Kleidung aus zweiter Hand zu günstigen Preisen verkauft werden. Wer lieber malert oder lackiert, findet im Malerbetrieb „Malmanufaktur“ seinen Meister und Ausbildungsort.

 

SKM Aufbruch als überbetrieblicher Partner

Die SKM Aufbruch gGmbH fungiert aber auch als Kooperationsbetrieb für junge Menschen in einer überbetrieblichen Ausbildung. Angestellt sind die Azubis dann jeweils bei unterschiedlichen Trägern. Die SKM Aufbruch gGmbH übernimmt hier die Vermittlung der vorgeschriebenen Kenntnisse und Fertigkeiten, die es in den verschiedenen Berufen zu erlernen gilt. Derzeit gibt es bei der SKM Aufbruch gGmbH zwei Auszubildende zum/zur Verkäufer/in im Rahmen dieses kooperativen Modells. Darüber hinaus beschäftigt die „Malmanufaktur“ derzeit auch einen afghanischen Flüchtling im Rahmen des Programms „Einstiegsqualifizierung“.

 

Azubi und Verkaufsexperte Kevin Rheindorf kontrolliert in der Bonner
Azubi und Verkaufsexperte Kevin Rheindorf kontrolliert in der Bonner "Schatzinsel" die Jackets.

Semir startet in eine neue Welt

Ratinger Radstation bildet Mazedonier zum Zweiradmechatroniker aus

 

Seit Oktober 2012 lebt der 19-jährige Semir mit seinen Eltern und seiner Schwester in Ratingen bei Düsseldorf. Die aus Mazedonien stammende Familie befindet sich in einem noch nicht abschließend entschiedenen Abschiebungsverfahren. Semir selbst hat seit Mitte September 2016 einen definierten Status als geduldeter Nicht-EU-Bürger. Genau an diesem Tag hat er auch seine Ausbildung zum Zweiradmechatroniker in der Radstation des Sozialdiensts katholischer Frauen e.V. (SKF) Ratingen am S-Bahnhof Ratingen-Ost angetreten.

 

SKF übernimmt Verantwortung
Die Aufnahme einer qualifizierten Ausbildung ist Grundlage für den aufenthaltsrechtlichen Status der Duldung. Den Kontakt zum SKF Ratingen hatten ehrenamtliche Helferinnen für Semir organisiert. Versuche, ihn auf dem regulären Ausbildungsmarkt als KFZ-Mechatroniker unterzubringen, liefen aufgrund des laufenden Abschiebungsverfahrens ins Leere. Schließlich übernahm der SKF Ratingen die Verantwortung und schloss mit Semir einen Ausbildungsvertrag ab. Diese verbindliche Erklärung war für die Ausländerbehörde die Rechtsgrundlage für die Entscheidung der Duldung - und für Semir vorerst der Start in eine neue Welt.

 

Alle Vorzeichen stehen gut
Und der verläuft prima. „Seit über einem Jahr schlägt sich Semir als neuer Azubi bestens“, freut sich Robert Wierichs, Bereichsleiter beim SKF Ratingen. Semirs Ausbildung zum Zweiradmechatroniker geht insgesamt über 3,5 Jahre. Nach dem Ende der hoffentlich erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung hat der Mazedonier nach Aussage seiner Rechtsanwältin eine gute Bleiberechtsperspektive. „Aber nicht nur das. Mit einem guten Abschluss verbessert er auch seine Chancen auf eine Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt erheblich“, sagt Wierichs. Verantwortlich für diese guten Perspektiven sei die gute Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, dem SKF und der von der Einrichtung hinzugezogenen Rechtsanwältin. „Durch diese netzwerkartige Kooperation erhält Semir die Chance auf eine Zukunft in Deutschland, die er - auf sich allein gestellt - wahrscheinlich nicht bekommen hätte“, so Wierichs.

 

Gemeinsam für ein Ziel
Als Azubi und jüngster Mitarbeiter der Radstation in Ratingen genießt der aufgeschlossene junge Mann einen Sonderstatus. Die Kolleginnen und Kollegen sind bemüht und helfen, ihn in der Fachausbildung und bei der Bewältigung der Anforderungen der Berufsschule zu unterstützen. Alle drücken die Daumen: Jetzt muss Semir nur noch die Chance nutzen, die Ausbildung im März 2020 erfolgreich abzuschließen!

 

Die zwei haben den Dreh heraus: Azubi Semir (links) und Projektleiter Marc Toczek.
Die zwei haben den Dreh heraus: Azubi Semir (links) und Projektleiter Marc Toczek.

"¡Hola Köln!"

MobiPro-EU: IN VIA Köln ist Partner im europäischen Austauschprogramm

 

Ausbildung in Deutschland? Richtig angesagt! Das zeigen die vielen junge Spanierinnen und Spanier, die in den letzten zwei Jahren nach Köln gekommen sind, um eine duale Berufsausbildung zu absolvieren. Dabei werden sie in den verschiedenen Fachbereichen von IN VIA Köln e.V., dem Fachverband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, betreut und unterstützt. Die Einrichtung beteiligt sich seit Beginn im Jahr 2015 erfolgreich an dem Austauschprogramm MobiPro-EU.

 

MobiPro-EU fördert Fachkräfte
Das Programm verfolgt das Ziel, einen Beitrag zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa und zur Fachkräftesicherung in Deutschland zu leisten. Diese gezielte Förderung versetzt junge EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in die Lage, außerhalb ihrer Herkunftsländer in Deutschland eine betriebliche Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

 

Ausbildung ohne Grenzen

In der Praxis werden die Teilnehmenden im Heimatland mit bis zu 600 Unterrichtsstunden sprachlich und interkulturell auf ihren Aufenthalt vorbereitet. In Deutschland absolvieren sie dann ein sechswöchiges Praktikum in einem zuvor ausgewählten Ausbildungsbetrieb, um sich für eine Stelle in den Ausbildungsberufen Hotelfachmann/frau, Koch/Köchin, Altenpfleger/in, Industriemechaniker/in und Anlagenmechaniker/in zu qualifizieren. Nach einem erfolgreichen Praktikum erhalten sie neben der regulären Ausbildungsvergütung eine Aufstockung, fortlaufende Sprachangebote und ausbildungsbegleitende Hilfen, zwei Heimflüge pro Ausbildungsjahr sowie individuelle sozialpädagogische Begleitung.

 

Perspektiven in Europa

Das Projekt startete bei IN VIA mit 20 Auszubildenden, die sich für ein Praktikum qualifizierten. 2016 waren es 16 junge Spanierinnen und Spanier in Ausbildung.

Generell freuen sich die Auszubildenden über die Chance, eine Ausbildung in Köln zu machen. "Die Arbeitssituation in Spanien ist derzeit sehr schwer. Mein Ziel war eine Zukunftsperspektive, um im Anschluss eine Arbeitsmöglichkeit zu haben." so Alejandro Aguirre Dobernack. In Köln hat er sie bekommen. Auch von seinen Kollegen fühlt er sich unterstützt: "Egal welches Problem ich sprachlich, beruflich, ja sogar privat habe, ich kann offen mit allen sprechen".

 

Weitere Infos: www.thejobofmylife.de und www.invia-koeln.de

MobiPro-EU verbindet Europa: Junge Menschen aus Spanien & Deutschland lernen sich kennen.
MobiPro-EU verbindet Europa: Junge Menschen aus Spanien & Deutschland lernen sich kennen.
Gewusst wie: Ein junger Spanier bohrt bei seinem Ausbilder nach.
Gewusst wie: Ein junger Spanier bohrt bei seinem Ausbilder nach.

"Da hat es bei mir Klick gemacht!"

Radstation beim CV Bonn: Qualifizierung gegen Langzeitarbeitslosigkeit

 

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis Norman Mengeler seine echte Berufung fand. Jetzt ist ihm klar: Zweiradmechatroniker ist genau der richtige Beruf für ihn. Bei der Caritas-Radstation in Bonn ist Norman bereits im dritten Ausbildungsjahr und es ist - neben den handwerklichen Herausforderungen – vor allem das Teamwork mit den anderen jungen Kollegen, das ihm so viel Spaß bereitet. Denn die Bonner Radstation, in der man Räder leihen, reparieren und aufbewahren lassen kann, ist nicht nur ein ganz normaler Betrieb, sondern auch eine Qualifizierungsmaßnahme für arbeitslose junge Erwachsene.

 

Ein Unfall verändert alles

Nicht immer war Norman voller Lebensmut wie heute. Nach einem schweren Autounfall, bei dem er fast gestorben wäre, scheint für ihn mit 19 Jahren alles vorbei zu sein. Seine damalige Ausbildung im Landschaftsbau kann er erst einmal an den Nagel hängen – der Körper schmerzt wegen der vielen Verletzungen. Ein langes halbes Jahr dauert es, bis er wieder einigermaßen gesund ist. Was er zu dieser Zeit empfindet, ist Wut. Was ihm fehlt, ist ein Ziel und die Hoffnung.

 

Neue Chance in der Radstation

Nach vielen Rückschläge erhält Norman 2015 schließlich über das Job-Center bei der Radstation Bonn eine Arbeitsgelegenheit und anschließend eine Ausbildung zum Fahrradmonteur. „Da habe ich gemerkt: Das macht mir Spaß. Ich kann etwas. Hier sieht man nicht nur meine Defizite, sondern meine Fähigkeiten“, erinnert sich Norman. An ihn geglaubt haben Sozialpädagogin Doris Hinz und Werkstattleiter Tobias Scheuss. Die beiden sind sich schnell einig, dass Norman das Zeug für die anspruchsvolle Ausbildung zum Zweiradmechatroniker hat. „Als das Angebot kam, dachte ich: So eine Chance kriegst Du nie wieder! Und ich habe zugesagt“, erzählt Norman.

 

Vertrauen in die Fähigkeiten

Norman ist heute ein glücklicher Mensch und fühlt sich angekommen: „Ich genieße das Leben, meine Arbeit. Auch bei Stress gibt es hier ein tolles Zusammenspiel der verschiedenen Arbeitsbereiche. Es ist ein einfach familiär hier.“ Am wichtigsten ist für ihn aber, dass das Bonner Radstation-Team seine Fähigkeiten erkannt, ihn gefördert und an ihn geglaubt hat. „Da hat es bei mir Klick gemacht“, strahlt er.

 

www.radstationbonn.de

 

Flink wie eine Gazelle: Der Azubi bei der Arbeit.
Flink wie eine Gazelle: Der Azubi bei der Arbeit.
Fahrrad-Experten: Norman Mengeler (rechts) mit Werkstattleiter Tobias Scheuss
Fahrrad-Experten: Norman Mengeler (rechts) mit Werkstattleiter Tobias Scheuss
Politik-Berater: Auch der ehemalige Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD) kam vorbei.
Politik-Berater: Auch der ehemalige Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD) kam vorbei.