Der Stromspar-Check

Mit dem Stromspar-Check der Caritas kann man viel neue Energie gewinnen!

 

In Deutschland leben 12,8 Millionen Menschen in Armut, das sind knapp 16 Prozent der Bevölkerung. 2,8 Millionen von ihnen wohnen in Nordrhein-Westfalen. Viele haben hohe Schulden, die sie einschnüren und aus denen sie sich ohne Hilfe nicht befreien können.

 

Hier setzt die aufsuchende Energieberatung des Caritas-Stromspar-Checks an. Die Grundidee: Langzeitarbeitslose werden zu Stromsparhelferinnen und -helfer qualifiziert. Sie gehen in Haushalte, deren Situation und Probleme sie zumeist aus eigener Erfahrung kennen, beraten also „auf Augenhöhe". Sie messen sie alle elektrischen Geräte im Haushalt durch, überprüfen die Strom- und Wasserabrechnungen und notieren die Grund- und Verbrauchsdaten. Zusammen mit einer Analyse des Nutzungsverhaltens werden daraus individuelle Auswertungen erstellt und Einsparpotenziale berechnet. Beim zweiten Besuch erhält der Haushalt kostenlos die jeweils sinnvollen Energie- und Wassersparartikel sowie eine Beratung zu weiteren Einsparmöglichkeiten durch Verhaltensveränderungen etwa beim Heizen und Lüften, Kühlen oder Waschen.

Den Stromspar-Check der Caritas zeichnet die Verknüpfung von vier zentralen Politikfeldern aus:

  • Sozialpolitik: Bezieher von Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld, sparen jährlich zwischen 95 und 140 Euro ein, was bei der Sicherung des Existenzminimums hilft
  • Klimapolitik: Jeder Haushalt verbraucht nach einem Caritas-Stromsparcheck im Durchschnitt rund 2 Tonnen weniger CO2 – ein aktiver Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung.
  • Arbeitsmarktpolitik: Ehemals langzeitarbeitslose Menschen qualifizieren sich in einer Zukunftsbranche; sie können ihre Ausbildung zum Stromsparhelfer mit Prüfung vor der Handwerkskammer abschließen und als „Serviceberater für Energie- und Wasserspartechnik" ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
  • Bildungspolitik: Der Caritas-Stromspar-Checkt trägt dazu bei, Einsparpotenziale beim Strom- und Wasserverbrauch zu erkennen und das Bewusstsein für ein energieeffizientes Verhalten im Alltag zu stärken.

 

Der Diözesan-Caritasverband und caritative Träger im Erzbistum Köln sind derzeit in zwei überregionalen Stromspar-Check Projekten engagiert:

Stromspar-Check PLUS

Energiespar-Angebote für einkommensschwache Haushalte im Rahmen der Energiewende 2013–2015


Mit dem Stromspar-Check PLUS können Menschen mit geringem Einkommen ihren Geldbeutel und das Klima schützen. Die effiziente Hilfe zur Selbsthilfe lässt sich einfach umsetzen und ist ein Präventionsprogramm gegen Energieschulden und ein sinnvoller Beitrag zur Energiewende.

 

Bis 2015 sollen an 150 Standorten bundesweit insgesamt 150.000 einkommensschwache Haushalte erreichen werden. Im Rahmen der Aktion wird zudem der Austausch von 16.000 stromfressenden Kühlschränken gegen energieeffiziente Kühlgeräte (A+++) bezuschusst.

 

Der „Stromspar-Check PLUS" verknüpft nachhaltig Klimaschutz mit arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Zielen. So haben seit Ende 2008 durchschnittlich rund 700 Stromsparhelfer/innen in mittlerweile rund 120 Städte und Kreisen mehr als 100.0000 Haushalten beim Strom- und Wassersparen geholfen – durch eine intensive Beratung auf „Augenhöhe" und einem Paket mit den jeweils notwendigen Energiesparartikeln.

 

Weitere Informationen rund um die Aktion sowie den Projekt-Standort in Ihrer Nähe finden Sie unter www.stromspar-check.de.

Ihre Ansprechpartnerin im Diözesan-Caritasverband ist die Regionalkoordinatorin NRW, Nicola Buskotte.

„NRW bekämpft Energiearmut”

Ein Modellprojekt mit zwei Säulen

 

„NRW bekämpft Energiearmut" verknüpft die aufsuchende Energieberatung der Caritas in NRW mit der Budget- und Rechtsberatung rund um die Energierechnung durch die Verbrauchzentralen. Gemeinsame Modellstandorte sind die Städte und Regionen Aachen, Bochum, Dortmund, Köln und Krefeld.

 

Bis Herbst 2015 leisten rund 50 gut geschulte Stromsparhelfer/innen, die zuvor selbst langzeitarbeitslos waren, in insgesamt 6.000 Haushalte mit geringem Einkommen eine ganz praktische Hilfe zur Selbsthilfe – mit einer umfassenden Energiesparberatung, mit dem Einbau von Soforthilfen im Wert von rund 70 Euro und mit einen Gutschein für ein neues energieeffizientes Kühlgerät (A++).

 

Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld sowie in Inhaber von Sozialpassen können mit diesen Einsparungen die steigenden Energiepreise zu mindestens teilweise abfedern und damit Energiearmut aktiv entgegenwirken. So leisten auch Menschen mit geringem Einkommen den ihnen möglichen Beitrag zum Klimaschutz und damit zu Bewahrung der Schöpfung.

 

Weitere Informationen zum Projekt sowie die Kontaktdaten der fünf Modell-Standorte finden Sie demnächst unter www.caritas-nrw.de.

Ihre Ansprechpartnerin im Diözesan-Caritasverband ist die Projektkoordinatorin Nicola Buskotte.