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Armutskonferenz kritisiert wachsende Zahl bedürftiger Menschen

Der Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak) und Kölner Diözesan-Caritasdirektor, Dr. Frank Johannes Hensel, hat kritisiert, dass in Deutschland die Zahl der bedürftigen Menschen immer weiter steigt.

 

Die soziale Ungleichheit werde einfach einkalkuliert und hingenommen, sagte Hensel am Mittwoch in Berlin. Politik und Gesellschaft setzten stattdessen auf die Konkurrenz der ausgegrenzten Gruppen untereinander. Hensel äußerte sich zum 25-jährigen Bestehen der Nationalen Armutskonferenz. Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge bezeichnete die nak als „wichtige Stimme“ der bedürftigen Menschen. Vor allem in großen Städten wie Berlin sei die Kinderarmut sehr sichtbar. In Zeiten steigender Mieten gelte es, bezahlbare Wohnungen für arme Menschen zu schaffen.

 

Bei einer Schiffstour hatten Geringverdiener und arbeitslose Menschen Gelegenheit, Bundestagsabgeordnete auf ihre Situation aufmerksam zu machen und Verbesserungen anzumahnen. Vertreten waren die sozialpolitische Sprecherin der SPD, Kerstin Griese, die CDU-Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach, der grüne Abgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn und der linke Abgeordnete Matthias W. Birkwald. Die Armutskonferenz fordert unter anderem die Abschaffung des Bildungs- und Teilhabepakets. Stattdessen sollen Kinder und Jugendliche einen kostenlosen Zugang zu sportlichen und kulturellen Angeboten der Städte und Kommunen sowie kostenloses Mittagessen in Ganztagsbetreuung erhalten. Durch eine soziale Wohnungsbaupolitik sollten genügend bezahlbare Wohnungen geschaffen werden. Zudem müsse der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger weiter erhöht werden und sich am Bedarf des unteren Drittels der Haushalte orientieren.

 

Die Nationalen Armutskonferenz (nak) ist ein Zusammenschluss der deutschen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege mit Fachverbänden und Selbsthilfeorganisationen sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund. Sie wurde im Herbst 1991 gegründet und ist die deutsche Sektion des European Anti Poverty Network (EAPN, Europäisches Armutsnetzwerk). Zu den Mitgliedern gehören die Arbeiterwohlfahrt, die BAG Schuldnerberatung, der Bundesverband Deutsche Tafel, der Caritasverband sowie die Diakonie und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.