12.02.1862 Verviers, Belgien - 02.08.1919 Unkel/Rhein
Die geboren Jeanne Mali war eine führende Persönlichkeit in der katholischen Frauenbewegung vor dem Ersten Weltkrieg. Sie war die Tochter eines belgischen Tuchfabrikanten aus Verviers. Im Jahr 1880 heiratete sie den deutschen Juristen und Zentrumspolitiker Karl Trimborn.
Seit 1898 begann sie sich neben der Tätigkeit als Hausfrau und Mutter im Vereinswesen des katholischen Milieus zu engagieren. Sie gehörte viele Jahre lang bis kurz vor ihrem Tod dem Zentralausschuss (Vorstand) des Katholischen Frauenbundes an. Aus Sorge um die Anerkennung des katholischen Frauenvereins durch konservative Kreise und den Klerus plädierte sie für eine enge Anlehnung an die „Orthodoxigkeit“ und für eine Betonung des traditionellen Frauenbildes. Innerhalb des Frauenbundes leitete sie die Kommission für caritative Bestrebungen. Ihr Hauptinteresse galt der Mädchenschutzarbeit. Sie war daher Vorsitzende des Verbandes der katholischen Mädchenschutzvereine. Außerdem war sie Vorsitzende des Verbandes Katholischer Kaufmännischer Gehilfinnen und Beamtinnen Deutschlands.
Am Bahnhof fing alles an. Zur Zeit der Industrialisierung wanderten unzählige junge Mädchen und Frauen vom Land nach Köln, um Arbeit zu finden. Am Hauptbahnhof angekommen, waren sie oft mittel- und orientierungslos. Dies war die Geburtsstunde der Bahnhofsmission. Sie suchten nach Wegen und Organisationsformen der individuellen Hilfe und Unterstützung, aber auch nach Möglichkeiten der gesellschaftlichen und politischen Einflussnahme. So gründete Jeanne Trimborn am 7. November 1898 in Köln den Katholischen Mädchenschutzverein (heute IN VIA).
Damals wie heute sollen Mädchen Orientierung und Unterstützung bei Arbeitssuche, Ausbildung und selbständiger Existenzsicherung finden.