Papst erlässt Meldepflicht für Missbrauchsfälle

09.05.19 12:13
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Rainer Hörig

9. Mai 2019
Bischöfe, Priester und Diakone müssen Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche künftig melden. "Während diese Verpflichtung bis dato in einem gewissen Sinne dem persönlichen Gewissen überlassen war, wird sie nunmehr zu einer universell gültigen Rechtsvorschrift", sagte der Chefredakteur der Kommunikationsabteilung des Vatikans, Andrea Tornielli. Das von Papst Franziskus erlassene Gesetz soll am 1. Juni in Kraft treten.

Eine Meldepflicht an staatliche Stellen ist nicht vorgesehen. Die katholischen Diözesen weltweit müssen den Angaben nach bis spätestens Juni nächsten Jahres "ein oder mehrere dauerhafte und der Öffentlichkeit leicht zugängliche" Anlaufstellen für Anzeigen einrichten.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) kritisierte den Schritt als nicht ausreichend. "Sexueller Missbrauch von Kindern ist von Strafgerichten zu beurteilen", sagte Barley.

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