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Aktuelles aus dem Kreis

Die interkulturelle Woche erwandern...
28.09.2020 - Zur diesjährigen interkulturellen Woche vom 27.9. bis 4.10.2020 unter dem Motto "Zusammen leben - Zusammen wachen" haben neun kirchliche Träger mit sechzehn Einrichtungen in Ratingen ein gemeinsames, ökumenisches Projekt geplant. Koordiniert wird die Aktion durch die "Aktion Neue Nachbarn" im Fachdienst Integration und Migration des Caritasverbandes im Kreis Mettmann e.V..
Diskussion mit Bürgermeisterkandidaten fällt aus
26.08.2020 - Die für Mittwoch, 26. August, um 11 Uhr geplante Podiumsdiskussion zu sozialen Brennpunkt Themen vor der Königshofgalerie muss wetterbedingt abgesagt werden. Die starken Windböen machen eine Veranstaltung im Freien leider unmöglich.
Afro-Funk-und Reggae in Picknick-Atmosphäre
24.08.2020 - Haan. Gemeinsam veranstalten der Fachdienst für Integration und Migration im Caritasverband und die katholische Kirchengemeinde St. Chrysanthus und Daria am Freitag, 4. September, ab 18 Uhr ein Konzert der interkulturellen Band "Ambessengers" in Picknick-Atmosphäre. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Caritas diskutiert mit Bürgermeister Kandidatinnen und Kandidaten
13.08.2020 - METTMANN. Am Markttag, Mittwoch den 26. August 2020, wird ab 11 Uhr auf dem Vorplatz der Königshof-Galerie eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten*innen zur Bürgermeisterwahl stattfinden, bei der von der Caritas aufbereitete städtische Sozialthemen besprochen werden sollen. Thomas Reuter, Chefredakteur Täglich ME, wird die Veranstaltung im Auftrag des katholischen Wohlfahrtsverbandes moderieren.
Praxisseminar: Leichterer Umgang mit Menschen mit Demenz
13.08.2020 - Die Caritas-Fachstelle Demenz bietet am Dienstag, 1. und Donnerstag, 3. September 2020 jeweils 9:00-16:00 Uhr, im Haus der Begegnung, Vogelskamp 120, Mettmann, ein Praxisseminar an, das sich an Fachkräfte in Pflege und Betreuung, an Alltagsbegleiterinnen und -begleiter sowie an ehrenamtlich Tätige in der Begleitung von Menschen mit Demenz richtet.

Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe ist auch in Krisenzeit tragfähig

14. Mai 2020; Helene Adolphs

Caritas: Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe ist auch in Krisenzeit tragfähig

Ratingen. Als sich Anfang März abzeichnete, dass die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe durch die Coronakrise auf den Kopf gestellt wird und Veranstaltungen und Angebote abgesagt werden mussten, befürchteten viele Aktive ein Ende von Integration und Hilfe. 

Doch mit dem Willen weiter zu machen, mit Kreativität und der Bereitschaft sich den neuen Bedingungen zu stellen, entwickeln die Beteiligten neue Möglichkeiten. Unterstützt werden sie durch die Caritas-Ehrenamtskoordinatorin Ursula Hacket, deren Stelle anteilig von der Stadt Ratingen finanziert wird. 

Los geht es mit dem Nähen der dringend benötigten Masken: Ehrenamtliche und Geflüchtete nähen – jeder bei sich zuhause, getrennt aber doch verbunden. Nähmaschinen werden organisiert, Stoff gespendet. Schon bald können die Masken eingesammelt und an Altenhilfe und Pflegestationen verteilt werden. 
Viele Geflüchtete bringen sich ein, sie beteiligen sich bei Nachbarschaftshilfen, kaufen für ältere Menschen ein. Auch die Ehrenamtlichen bleiben aktiv - halten Kontakt und helfen, so gut es am Telefon und mit Textnachrichten geht. So bleiben Kontakte bestehen, Informationen können weitergegeben werden und Hilfe ist möglich.

„Es sind solche Erfahrungen, die uns allen Mut machen und zeigen, dass die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe weitergeht. Die entstandenen Beziehungen tragen nicht nur, sie bringen auch viele neue tolle Ideen hervor“, erzählt Ursula Hacket, Caritas-Ehrenamtskoordinatorin. 

Zu den neuen Ideen und Angeboten gehören beispielsweise ein Sprachkurs als Videokonferenz. In der Gruppe für alle eine Herausforderung, aber auch das deutliche Zeichen, es geht weiter. Insgesamt soll die Kommunikation und auch der Fortbildungsbereich um digitale Wege, Videokonferenzen, Webinare, erweitert werden. 

Zur individuellen Sprachförderung verabreden sich die Beteiligten unter dem Motto „Walk ´n talk“ zu Spaziergängen an der frischen Luft: laufen und dabei deutsch sprechen, das geht auch jetzt schon. So kann Sprechpraxis sicher und gesund wiederaufgenommen werden. Die Frauengesprächsgruppe hat ein gemeinsames Hochbeet im Caritas-Gemeinschaftsgarten des Projektes InWESTment plus. Die Frauen gärtnern zeitversetzt, aber miteinander verbunden. Absprachen laufen über Messenger und jede freut sich am Wachsen und Blühen. 

Die interreligiöse Gruppe aus Geflüchteten und Ehrenamtlichen startet aus Anlass des Weltgebetstages der Religionen mit einem regelmäßigen multireligiösen Gebet. In der Coronakrise betet jeder und jede zuhause aber in Gedanken verbunden. Texte und Impulsgedanken werden im Vorfeld versandt.

Je mehr über das Ende des Lock down und ein Öffnen der Maßnahmen diskutiert wird, bereiten Caritas-Akteure, Ehrenamtliche und Geflüchtete weitere Angebote vor. Für sichere Begegnungen wurde schon die nächste tolle Idee auf den Weg gebracht: 20 Campingstühle warten auf ihren Einsatz, sobald Treffen mit mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit erlaubt sind, können diese mit Abstand aufgestellt werden und für Begegnungsangebote genutzt werden. Da der Sommer bevorsteht, bevorzugt draußen und im Grünen. Das bietet Sicherheit und fördert die Gesundheit. 

Wer, sich anschließen möchte, Ideen und Kompetenzen einbringen will und sich gerade in dieser Zeit engagieren will, melde sich bitte bei der Caritas-Ehrenamtskoordination in der Flüchtlingshilfe/Aktion Neue Nachbarn: ea-ratingen@caritas-mettmann.de oder 02102/9394-611

Ein Beispiel

Frau S., 43 Jahre. Sie lebt mit ihrer 16-jährigen Tochter in Ratingen. Vielfach engagiert und gut integriert, arbeitet sie ehrenamtlich bei der Tafel und dem THW mit, trifft sich in der Frauengesprächsgruppe und lernt Deutsch in einem Sprachkurs. Aber all das ruht aktuell - es ist einfach zu gefährlich und gar nicht erlaubt, sich in Gruppen zu treffen. Als Asiatin hatte sie keine Berührungsängste mit den Masken. Während man in Deutschland noch kontrovers über Sinn du Zweck der Masken diskutiert, überlegte sie, dass Masken helfen könnten. So lag es nahe, Masken zu nähen. Frau S. wandte sich an die Caritas/Aktion Neue Nachbarn und eine gebrauchte Nähmaschine aus dem Fundus der ANN -Handarbeitsgruppe der Gemeinde Heilig Geist war schnell besorgt, auch Stoff und Gummibänder.

Dann näht sie, Masken für die Tafel, für die Caritas- Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe/ ANN, für die Diakonie, für die Geschwister Gerhard Stiftung und das THW. Eine enorme Leistung- ca. 1000 Masken hat sie in kurzer Zeit hergestellt- ehrenamtlich. Ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Zu ihrer Motivation sagt sie, dass sie so viel von Deutschland bekommen hat, so gut aufgenommen wurde. Sie möchte etwas zurückgeben- mit ihren Möglichkeiten. Dabei hat sie zurzeit andere Sorgen, ihre Bleibeperspektive ist unsicher. Aus der Wohnung muss sie im Herbst ausziehen, denn das Haus wird abgerissen. Ihr größter Wunsch ist, eine kleine Wohnung zu finden, besser deutsch zu sprechen und endlich arbeiten zu dürfen. Sie versucht das Beste, um für sich und ihre Tochter eine gute Perspektive zu erarbeiten. Wer helfen kann und z.B. eine Wohnung vermitteln kann, melde sich bitte bei: Ehrenamtskoordination der Caritas - Flüchtlingshilfe/Aktion Neue Nachbarn (02102/9394611) oder ea-ratingen@caritas-mettmann.de.

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