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16.08.2018 - Bei der Reise nach Bad Bevensen zur Heideblüte vom 04.09. - 18.09.2018 sind noch einige wenige freie Plätze verfügbar.
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16.08.2018 - In Sorge sein um Andere, das ist vielen Ehrenamtlichen wohlbekannt. Die Sorge um sich selbst, um sich überhaupt um andere sorgen und kümmern zu können, kommt dabei oft zu kurz. Die Fortbildung bietet Gelegenheit, sich selbst in den Blick zu nehmen und Selbstsorge zu üben.
Tanzcafé für Menschen mit und ohne Demenz
13.08.2018 - Alle, die gerne Tanzen sind am Sonntag, den 26. August 2018 von 15 – 17 Uhr wieder in die Caritas-Begegnungsstätte Gerberstraße, Gerberstr. 7, in Erkrath, zum gemeinsamen, entspannten Tanznachmittag eingeladen.

Emotionale Sicherheit ist ein Grundbedürfnis aller Menschen

1. Februar 2018; Helene Adolphs

Emotionale Sicherheit ist ein Grundbedürfnis aller Menschen

Die Caritas veranstaltet mit großem Erfolg und etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern den ersten Fachtag des Modellprojektes EMSIDE.

Seit Mitte letzten Jahres ist der Caritasverband für den Kreis Mettmann e. V. Träger des durch Mittel der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW geförderten Modellprojektes „Emotionale Sicherheit im Kontext von Demenz im öffentlichen Lebensraum“ kurz EMSIDE.

Gemeinsam mit der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf widmet sich das Team der Caritas-Fachstelle Demenz der Frage, welche Bedingungen die emotionale Sicherheit von Menschen mit Demenz im öffentlichen Lebensraum fördern.

Beim Fachtag wurde den Interessierten aus dem gesamten Kreisgebiet und den umliegenden Städten das Projekt mit seinen Inhalten und Zielen vorgestellt und die Hintergründe durch Fachreferenten erläutert.

Das Empfinden sich sicher zu fühlen kennt jeder Mensch, bei sich zu Hause, im Straßenverkehr, beim Einkaufen oder in der Freizeit. Welche Faktoren bedingen, ob ein Mensch sich in seiner Umgebung sicher oder unsicher fühlt? Menschen mit Demenz ziehen sich häufig aus dem Alltagsgeschehen zurück. Sie erleben, dass sich etwas verändert, etwas nicht mehr stimmt. Häufig beginnt hier eine Spirale: Unsicherheit fördert den Rückzug und der Rückzug vergrößert die Unsicherheit.

Ziel des Projektes ist es herauszufinden, welche Bedingungen diese Spirale durchbrechen können. Es gilt herauszufinden welche Bedingungen zu einem Gefühl von Sicherheit beitragen und zwar dort, wo sich Menschen aufhalten: in ihrem Viertel, in ihrer Umgebung, in ihrem Umfeld. Besonders wichtig ist es den Projektbeteiligten, nicht über Menschen mit Demenz zu sprechen, sondern mit ihnen.

Zudem soll mit dem Projekt herausgefunden werden, welche Handlungsempfehlungen sich aus den ermittelten Bedingungen ableiten lassen. Beispielsweise beim Einkaufen, was gibt einem Menschen mit Demenz Sicherheit?

Hierzu sollen zahlreiche Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen, einzeln und in Gesprächsrunden, geführt werden, es sollen vor Ort z. B. Stadtteilspaziergänge durchgeführt werden, um so Informationen zur gefühlten Sicherheit direkt von den Betroffenen zu erhalten.

Für die wissenschaftliche Aufbereitung und Validierung der so gewonnen Daten und Aussagen ist der Projektpartner, die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, zuständig. Beim Fachtag stellte Professorin Dr. Silke Kuske gemeinsam mit Sandra Grobosch die wissenschaftliche Methode, den „ Systematic Review“ und erste Ergebnisse daraus vor. „Emotionale Sicherheit hat eine hohe Relevanz und Bedeutung, ist bislang aber kaum im Kontext von Demenz untersucht. Es gibt eine Evidenzlücke, die mit dem Projekt EMSIDE“ geschlossen werden kann“, erläuterte Professorin Dr. Silke Kuske in ihrem Vortrag.

Der anschließende Fachvortrag von Detlef Rüsing vom Dialog- und Transferzentrum Demenz der Universität Witten/Herdecke betonte in seinem Vortrag besonders, dass die Informationen von den Betroffenen selbst keine Wahlmöglichkeit, sondern eine Notwendigkeit seien. Er forderte, dass der begonnene Paradigmenwechsel, nämlich die Stimmen von Betroffenen zu hören und deren Meinungen als Entscheider zu betrachten, unbedingt fortgeführt werden müsse.

Im letzten Vortrag des Fachtages stellte Christine Menke vom Sozialamt der Stadt Münster noch die positive Wirkung der Einbeziehung der Menschen in den dortigen Masterplan für die Entwicklung der Sozialräume und Quartiere vor.

Zum Abschluss der Veranstaltung bündelte Caritas-Projektleiterin Gabriela Wolpers noch die wichtigsten Aussagen und Ziele: Ein Leben in emotionaler Sicherheit, ist ein Bedürfnis aller Menschen, auch von Menschen mit Demenz.

„Mit dem Projekt EMSIDE wollen wir die Bedingungen schaffen. Also müssen wir mit den Menschen mit Demenz sprechen und sie angemessen fragen, denn sie sind die Experten“, so Gabriela Wolpers abschließend.

Interessierte, die im Projekt mitwirken möchten, erhalten Informationen unter der Rufnummer 0211 – 2208 4955

Referent*innen und Organisator*innen des Fachtags EMSIDE Vorne: Christine Menke (Stadt Münster), Gabriela Wolpers (Caritas), Prof. Dr. Silke Kuske, Prof. Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin (beide Fliedner Fachhochschule). Hinten: Stefan Juchems (Stiftung Wohlfahrtspflege), Roland Spazier (Caritas), Detlef Rüsing (Universität Witten/Herdecke), Anika Hagedorn (Caritas), Sandra Grobosch (Fliedner Fachhochschule).

Fotos ►

Organisatorinnen EMSIDE Referenten mit Präsent Teilnehmer
Referent*innen und Organisator*innen des Fachtags EMSIDE Vorne: Christine Menke (Stadt Münster), Gabriela Wolpers (Caritas), Prof. Dr. Silke Kuske, Prof. Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin (beide Fliedner Fachhochschule). Hinten: Stefan Juchems (Stiftung Wohlfahrtspflege), Roland Spazier (Caritas), Detlef Rüsing (Universität Witten/Herdecke), Anika Hagedorn (Caritas), Sandra Grobosch (Fliedner Fachhochschule).

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