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Aktuelles aus dem Kreis

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen
05.05.2021 - "Argumentationstraining gegen Stammtischparolen – Umgang mit rassistischen und menschenverachtenden Äußerungen" – so lautet der Titel einer Online-Veranstaltung, die der Fachdienst für Integration und Migration im Caritasverband für den Kreis Mettmann im Rahmen seiner Kampagne vielfalt. viel wert am Montag, 17. Mai, 18.30 bis 20.30 Uhr organisiert. Kooperationspartner sind die Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln und die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus von Assisi Erkrath-Hochdahl.
Caritas-Kindergarten in Langenfeld/Wiescheid eröffnet vierte Gruppe
22.04.2021 - Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren sind in Langenfeld Wiescheid sehr gefragt. Der Caritasverband für den Kreis Mettmann e.V. und die Stadt Langenfeld haben sich dieser Situation im letzten Jahr gemeinsam gestellt. Seit Anfang des Jahres, gibt es zehn zusätzliche Plätze für Kinder unter drei Jahren.
40 Jahre Caritas-Altenstift „Vinzenz von Paul Haus“
21.04.2021 - Das Caritas-Altenstift wird in diesem April 40 Jahre alt. Ein Jubiläum, das bedingt durch das bestimmende Thema der Covid-19-Pandemie ein wenig aus dem Blick geraten ist. Dennoch: 40 Jahre nach dem Bau des Pflegeheimes im Mettmanner Stadtteil Süd, mit 100 Plätzen für pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren, mit 12 Gästen in der Tagespflege mit 24 Seniorengerechten Mietwohnungen, zieht der Caritasverband eine überaus positive Bilanz. 
Online Vortrag mit Diskussion: Sind wir noch solidarisch?
21.04.2021 - Zu einem Online-Vortrag mit anschließender Diskussion zur Frage „Sind wir noch solidarisch?“ lädt am Montag, 3. Mai, um 18.30 Uhr die Kampagne vielfalt. viel wert. ein. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Katholischen Bildungsforum im Kreis Mettmann statt. Referent ist Prof. Dr. Dr. Alexander Lohner, Professor für Angewandte Ethik am Katholisch-Theologischen Institut der Universität Kassel.
Online-Themenabend: Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe - Wissenswertes zu den Corona-Impfungen
12.04.2021 - Am Mittwoch, dem 21.4.2021, 18:30 – 20:00 Uhr veranstalten die Caritas-Flüchtlingshilfe und die Aktion Neue Nachbarn im Erzbistum Köln zusammen mit dem Katholischen Bildungsforum ihren nächsten Online-Themenabend. Im Fokus steht das Thema "Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe - Wissenswertes zu den Corona-Impfungen"

Gewalt in Partnerschaft und Ehe steigt

19. November 2020; Helene Adolphs

Corona erhöht das Gewaltrisiko in vielen Familien. Beratungsstelle der Caritas hilft die Gewalt zu beenden

Gerade erst stellte Bundesfamilienministerin Giffey die aktuelle Auswertung der Kriminalstatistik in Bezug auf häusliche Gewalt vor. Fazit: Die Zahl von Mord und Totschlag, Sexualdelikten, Körperverletzungen oder Stalking ist in (Ex-) Paarbeziehungen nimmt einfach nicht ab. Auch in unserer Region nicht. Dabei sollte das eigene Zuhause doch Sicherheit und Geborgenheit geben.

„Gegenwärtig ist die Gewalt eher im Steigen begriffen, da die Menschen Corona bedingt viel enger aufeinander hocken und ein Ausgleich, ein Stressabbau außerhalb kaum mehr gegeben ist“, bestätigt Andreas E. Smolka, verantwortlich für die kreisweit zuständige Fachstelle für Gewaltprävention, zu der auch die Caritas-Beratungsstelle für Täter*innen bei häuslicher Gewalt im Kreis Mettmann gehört.

Es sei sehr wichtig da zu sein; gerade jetzt den Menschen Hilfsangebote zu unterbreiten und nicht erst nachdem durch das erzwungene Beieinanderhocken Schlimmeres passiert ist, erklärt der Experte.

Erfahrungen aus der Beratungspraxis der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass gerade in dieser Notsituation, in der Familien auf engstem Raum miteinander leben, lieben, spielen und streiten müssen, bereits eine telefonische Beratung oder ein Videogespräch mit allen Beteiligten sinnvoll zur Deeskalation im häuslichen Gewaltbereich beitragen haben. „Ein gemeinsam erarbeiteter Notfallplan, ein Beratungsgespräch durch die Plexiglaswand, alles ist besser, als die Menschen in ihrer Not und ihrem Stress allein zu lassen“, ist Smolka überzeugt und ergänzt: „Auch die soziotherapeutischen Gruppentrainings finden – unter Beachtung der jeweils tagesaktuellen Vorsorgemaßnahmen – wieder statt“.

Zu 81% waren Frauen betroffen und zu 19% Männer, die Hälfte der Opfer lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter oder der Täterin in einem Haushalt, viele davon haben Kinder, steht im Bericht der Ministerin und deckt sich mit den Erfahrungen der Caritas. „Zum weit überwiegenden Teil ist häusliche Gewalt also männlich“, stellt Sozialarbeiter und Familientherapeut Smolka fest.

Gewalt von Männern gegen Frauen ist kein unabänderliches Schicksal. Sie ist erlernt, ist zielgerichtet und beabsichtigt. Jeder Gewalthandlung liegt eine Entscheidung zugrunde und sie hat mit Kontrolle, Macht und Machtmissbrauch zu tun. Alternative, sozialverträgliche Verhaltensweisen können aber erlernt werden. Täterorientierte Programme, wie die der Caritas-Fachberatung können Auswege aus Spirale der Gewalt eröffnen. Im Programm müssen die Menschen sich damit auseinandersetzen, was sie ihren Partner*innen angetan haben, Empathie und gewaltfreie Kommunikation sowie gewaltfreie Handlungsalternativen erlernen.

Es sei wichtig, Verantwortung zu übernehmen, meint Smolka. Ihm gehe es nicht um Schuld, die man vielleicht teilen könne wie bei einem Autounfall. „Für das was einer tut ist nur er selbst verantwortlich. Erkennt ein Mensch das, wird er auch bereit sein, an sich zu arbeiten“, ist der Leiter der Beratungsstelle und Trainer gegen Gewalt im sozialen Nahraum überzeugt.

Täter*innenarbeit ist mehr als „gut, dass wir darüber gesprochen haben, das nächste Mal schlagen Sie bitte nicht mehr zu.“ Es sei anstrengend für Klienten und Berater, aber sinnvoll und effektiv, meint Smolka. Ein Klient meinte neulich: „Ich muss merken, wann die Wut hochkocht, muss wissen, wie man aus der Nummer wieder herauskommt“. Dabei hilft die Beratungsstelle der Caritas, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung.

Die Beratungsstelle ist unter der Rufnummer 02104-926235 oder per E-Mail gewaltfrei@caritas-mettmann.de erreichbar. Weitere Informationen zum Angebot: www.caritas-taeterarbeit.de

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