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Aktuelles aus dem Kreis

Ehrung für Hannelore Becker
06.12.2019 - Hannelore Becker ist seit rund 23 Jahren in der Flüchtlingshilfe der Caritas in Ratingen aktiv und betreut seit 15 Jahren Romafamilien in der Unterkunft "Am Sondert".  Mit viel Energie, Herz und Verstand unterstützt sie insbesondere die dort lebenden Kinder und sorgt neben sinnvoller, anregender Freizeitbeschäftigung vor Ort. Nun erhielt sie als Anerkennung für Ihr Engagement die Johanna-Flinck-Ehrennadel.
Ich tue was für mein Herz
04.12.2019 - Ratingen. Als die gelernte Bankkauffrau Jutta Quack in Ruhestand ging, suchte sie nach einer Aufgabe, ihr Mann riet ihr, etwas zu tun, was sie einfach glücklich macht. Also entschied sich Frau Quack mit Kindern zu arbeiten und Caritas-Lernpatin zu werden – eine Aufgabe, die sie nach über einem Jahr nicht mehr missen möchte.
„Kulturtage grenzenlos“
27.11.2019 - Haan. Von Freitag, 6. Dezember, bis Sonntag, 8. Dezember, veranstaltet der Caritasverband für den Kreis Mettmann in der Alten Pumpstation das dreitägige Event "Kulturtage grenzenlos". Sie umfassen ein breites künstlerisches Spektrum, das von Malerei, Fotografie und Upcycling-Objekten über eine interkulturelle Lesung und Workshops bis zum Konzert reicht. Es handelt sich dabei um ein Angebot der Kampagne vielfalt. viel wert., des Fachdienstes für Integration und Migration und der Abteilung Suchthilfe.

Gewaltfrei - in jeder Beziehung

25. November 2019; Helene Adolphs

Gewaltfrei – in jeder Beziehung

Kreis Mettmann. Der 25. November ist der Tag der Gewalt gegen Frauen. Jede dritte Frau wird Opfer von Gewalt, auch in Deutschland. Allein in NRW gibt es jährlich rund 18.000 angezeigte Fälle von Partnerschaftsgewalt. Die Dunkelziffer ist höher. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um Gewalt von Männern gegenüber Frauen. Damit es nicht nur bei einem Gedenktag bleibt, gibt es spezielle Programme, in denen die Täter lernen, schädliche Verhaltensmuster abzulegen, neue zu erlernen und ihre Beziehungen gewaltfrei zu leben. Im Kreis Mettmann bietet die Caritas www.caritas-taeterarbeit.de Beratung und Unterstützung für Menschen mit Veränderungswillen an.

Häusliche Gewalt ist mehr als eine Krise. Sie findet in den häufigsten Fällen im sozialen und familiären Umfeld der Betroffenen statt. Ohne ausreichende Beratung und therapeutische Hilfe sind die Opfer oft ein Leben lang den körperlichen, psychischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen ihrer Gewalterfahrungen ausgeliefert, die sie aus eigenen Kräften nicht verarbeiten können. Meistens sind es Männer, die häusliche Gewalt in unterschiedlichen Formen ausüben und Frauen, die sich als Opfer ihrer Situation hilflos ausgeliefert fühlen. Beide brauchen Hilfe!

Es sei wichtig, die Opfer angemessen zu unterstützen und zu stärken, doch müsse man das Übel an der Wurzel packen und beim Täter ansetzen, wenn man dauerhaft etwas ändern wolle, ist Andreas E. Smolka, verantwortlich für die Caritas-Fachstelle für Gewaltprävention, überzeugt. Wut, Streit, Beleidigungen, Erniedrigungen und Schläge; Häusliche Gewalt ist ein Teufelskreis, der Menschen immer wieder dazu bringen kann, diejenigen an Körper und Seele zu verletzen, die sie eigentlich lieben oder glauben es zu tun. Mit dem Programm „gewaltfrei – in jeder Beziehung“ sollen Männer lernen, diesen Kreis zu durchbrechen.

„Unsere Zielgruppe sind Menschen, die häusliche Gewalt ausüben - oder befürchten, es zu tun“, erklärt Smolka. Viele kommen über Auflagen von Gerichten, wie Smolka ausführt. Einige Männer würden auch über Jugendamt kommen. „Wir haben aber auch eine wachsende Anzahl an Selbstmeldern, die sich oftmals auf sanften Druck ihrer Anwälte oder Partner hin bei uns melden“, erklärt der Familientherapeut und Trainer für Täterarbeit bei häuslicher Gewalt.

Warum aber überhaupt den Tätern helfen ihr Verhalten zu ändern, statt mehr Frauenhäuser zu bauen, ist in den sozialen Medien eine häufige Reaktion auf die Täterprogramme. „Wäre es nicht besser, es wären gar nicht so viele Frauenhausplätze notwendig?“, kontert Smolka. Schließlich sei die Zahl der Verkehrsopfer nicht durch ein mehr Krankenhausplätzen sondern durch die verbesserte Sicherheit der Fahrzeuge gesunken, unterstreichen die Befürworter der Täterprogramme. „Wir müssen bei dem ansetzen, der die Gewalt ausübt und nicht bei dem der sie erleidet, wenn wir wirklich und nachhaltig die Sicherheit der Frauen und deren Kinder verbessern wollen“, ist der Sozialarbeiter überzeugt. Viele Paare aus gewaltbelasteten Beziehungen trennten sich, einige Frauen wollen den Vater ihrer Kinder nicht unbedingt hinter Gitter sehen und andere würden die Beziehung gern fortsetzen, wenn nur die Gewalt endlich aufhören möge. Da sei die Auseinandersetzung mit dem Täter ein geeigneter Weg.

Die Teilnehmer kommen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten. Akademiker schlagen ebenso zu, wie Arbeiter, oder Rentner. „Neben Einzelgesprächen ist das soziotherapeutische Training in der Gruppe besonders wichtig. Und es geht nicht um >>schön, dass wir darüber gesprochen haben<<, nein, es ist harte Arbeit“. Durchschnittlich ein dreiviertel Jahr seien die Männer im Programm. Die Caritas-Fachberatung gegen häusliche Gewalt arbeitet gemäß dem Standard der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt (BAG TäHG), ist dort gestaltendes Mitglied und in regionalen (z.B. Runder Tisch gegen häusliche Gewalt, Expertenrunde gegen Gewalt…) sowie überregionalen Netzwerken und Arbeitskreisen gegen häusliche Gewalt engagiert. 

Weitere Informationen unter www.caritas-täterarbeit.de Zu erreichen ist die Beratungsstelle unter der Rufnummer 02058-780215 oder per E-Mail unter gewaltfrei@caritas-mettmann.de

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