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Aktuelles aus dem Kreis

Lebensfreude trotz(t) Demenz
07.11.2019 - Das Team der Caritas-Fachstelle Demenz lädt Paare aus dem Kreis Mettmann zu einem gemeinsamen Gespräch ein. Ein Paar berichtet über Erfahrungen und den Umgang mit den Herausforderungen im Alltag, ohne dass dabei die Krankheit zum Lebensmittelpunkt wurde. Ein Austausch der zeigt, dass Lebensfreude erhalten werden kann.
Eine Million Sterne
07.11.2019 - In diesem Jahr beteiligen sich wieder viele Caritas-Einrichtungen an der Solidaritätsaktion "Eine Million Sterne" von caritas international, um mit Illuminationen auf öffentlichen Plätzen ein Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen. Im Kreis Mettmann finden an fünf Standorten Aktionen statt.
Rockige Klänge im Altenheim
30.10.2019 - Mettmann. Es ist doch ein etwas ungewöhnlicher Ort, den sich die Band WATAGA für ihr Benefizkonzert am Freitag, 8.11.2019 um 19.00 Uhr ausgesucht hat. Der Festsaal des Caritas-Altenstifts wird sich in einen Konzertsaal verwandeln. Rund 100 Leute finden hier Platz und die WATAGAs rund um die Mettmanner Sängerin Sabine Hausner hoffen, dass die Reihen gut gefüllt sein werden. Und das für einen guten Zweck!

Postkartenkampagne

In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Astrid Kirschey (www.astrid-kirschey.de) hat des Projekt „vielfalt. viel wert.“ eine am 1. Dezember beginnende und circa vier Wochen laufende Postkarten-Aktion ins Leben gerufen.

Die Postkarten – fünf Motive – sind kostenfrei in 45 Szene-Gastronomie-Betrieben in Erkrath, Haan, Hilden, Langenfeld, Mettmann, Ratingen, Velbert und Wülfrath erhältlich. Finanziert haben die Aktion der Caritas-Diözesanverband Köln und der Caritasverband im Kreis Mettmann.

 

Mit den Postkarten wollen der Caritasverband und die Künstlerin Denkanstöße zu einem Thema geben, dass im Jahr 2016 immer wieder die Medien beherrscht hat: Den Umgang mit muslimischen Kopf- und Körperbedeckungen und die Beweggründe, sich für diese Kleidung zu entscheiden.

 

„Die freie Wahl der Kleidung und unsere gesellschaftliche Freiheit sind untrennbar miteinander verbunden“, erläutert Astrid Kirschey ihre Motive. Diese Fotoserie visualisiere das Thema der gesellschaftlichen Bedeutung von Kleidung. „Zu sehen sind individuelle Kleidungsstile, die hinter der Vollverschleierung zutage treten und auf den individuellen Charakter der Frau hinter der Verhüllung hindeuten. Vielfalt und Individualität beginnt unter anderem im Kleiderschrank.“

Ergänzt werden die Motive mit klassischen Zitaten zu den Themen Freiheit und freies Denken:

  • „Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung.“
    Eugène Ionesco
  • „Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis.“
    Albert Camus
  • „Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle.“
  • Ingmar Bergmann
  • „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“
    Benjamin Franklin
  • „Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt.“
    Heinrich von Kleist

Hier steht die Freiheit, Bekleidung nach Belieben zu wählen, anderen Gesichtspunkten gegenüber. Widersprechen Ganzkörperverschleierungen oder doch eher Kleidervorschriften unseren Werten?“, ergänzt der Vielfalt-Projektbeauftragte der Caritas, Heiko Richartz.

Häufig werden Debatten zum Thema, zumeist unter dem irritierenden Titel „Burkaverbot“, ohne ein klares Wissen dazu geführt. Was ist überhaupt eine Burka? Es gibt viele verschiedene Formen der weiblichen Kopfbedeckung: Hidschab, Chimar, Tschador, Niqab und Burka. „Hier möchten wir anregen, sich mit dem Thema intensiver zu befassen und differenzieren zu können“, sagt FIM-Leiter Martin Sahler.

 

Die öffentliche Diskussion ist dabei von Vorurteilen geprägt, die nicht haltbar sind. So geben laut Scheikh Khaled Omran, hochrangiger sunnitischer ägyptischer Islamgelehrter, Koran und Sunna zwar religiöse Richtlinien für die Bekleidung vor, nach denen ein Kleidungsstück zwar nicht körperbetont, enthüllend oder eng anliegend sein solle, Hände und Gesicht aber frei bleiben müssten.  „Der Niqab ist eine Tradition, die Gewohnheitsrecht wurde, und die dem Brauchtum mancher Länder entstammt, aber von der nichts in den Grundlagen des islamischen Rechtes, in der Scharia, steht“, so Scheikh Khaled Omran in einem Interview mit der ARD-Tagesschau vom 7. September 2016. (www.tagesschau.de/ausland/burka-interview-101.html)

 

Innerhalb der gesellschaftlichen Fragestellung in Deutschland und der Europäischen Union steht die Freiheit, Bekleidung nach Belieben zu wählen, anderen Gesichtspunkten gegenüber: Widersprechen Ganzkörperverschleierungen oder Kleidervorschriften unseren Werten? Nicht immer wurden diese Debatten objektiv geführt, unter anderem aus Unwissenheit darüber, welche Formen der Kopfbedeckung zu unterscheiden sind:

 

  • Hidschab: Traditionelles islamisches Kopftuch, welches das Gesicht frei lässt, aber Haar, Ohren, Hals und zuweilen auch die Schultern bedeckt.
  • Chimar: Farbiger, mantelähnlicher Schleier bis zur Taille, der das Gesicht nicht bedeckt.
  • Tschador: Ein der schiitischen Tradition im Iran entspringendes schwarzes oder dunkles Tuch, das die Haare und den Körper bis zu den Fußspitzen bedeckt, aber das Gesicht frei lässt.
  • Niqab: Ein Schleier, der nur einen schmalen Sehschlitz frei lässt und zumeist in Kombination mit dem Tschador oder einem anderen Gewand getragen wird.
  • Burka: Ein sackähnliches Gewand, das Körper und Gesicht komplett verhüllt. Zusätzlich verbirgt ein schmales Netz die Augen. Bei der Burka handelt es sich um eine regionale Variante der Kleidung muslimischer Frauen, die in Pakistan und Afghanistan zu finden ist.

 

Doch es stellen sich noch wesentlich mehr Fragen:

  • Sollte eine – muslimische – Frau die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, ob sie eine Form der Verschleierung trägt?
  • Stellt die Verschleierung eine Unterdrückung der Frau durch den Mann oder die (islamische) Gesellschaft dar?
  • Sind wir uns  bewusst, dass ein Schleier Frauen verbirgt, die eine individuelle Lebensweise führen?
  • Hört die Freiheit der Bekleidung dort auf, wo ein Gegenüber die Trägerin eines Niqab oder einer Burka nicht mehr identifizieren kann?
  • Legt unsere Mehrheitsgesellschaft fest, wie sich Menschen zu kleiden haben, unter anderem vor dem Hintergrund, dass direkte Kommunikation deutlich erschwert wird, da sie auch aus Mimik und Gestik besteht?
  • Kann die Verschleierung eine Möglichkeit sein, die optische Reduktion einer Person auf ihr Geschlecht zu ersetzen durch die im Gespräch zu erkennenden Charakteristika und Fähigkeiten?