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Flüchtlinge brauchen Sicherheit

Caritas zur Situation traumatisierter Flüchtlinge
2. Oktober 2014; (presse@caritasnet.de)

Erzbistum Köln. Im Therapiezentrum für Folteropfer der Kölner Caritas werden traumatisierte Flüchtlinge psychotherapeutisch behandelt. Übergriffe, wie sie jetzt vereinzelt publik wurden, sind Gift und müssen durch geschultes und qualifiziertes Personal verhindert werden, fordert die Caritas.

 

Schätzungen zufolge leidet etwa ein Drittel aller Flüchtlinge weltweit an einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Kriegserlebnisse, langjährige Unterdrückung, die Erfahrungen von Vertreibung und Flucht sind die Auslöser für die psychischen Beeinträchtigungen. „Die Menschen haben sehr oft schreckliche Dinge erlebt. Sie mussten mitansehen, wie Familienmitglieder getötet wurden, sie wurden selbst Opfer von Folter und Gewalt und litten Todesangst auf ihrer Flucht“, erklärt Brigitte Brand-Wilhelmy vom Caritas-Therapiezentrum für Folteropfer in Köln.

 

Nach der ersten Euphorie, es endlich geschafft zu haben und in Sicherheit zu sein, schlage die psychische Verfassung der Flüchtlinge häufig nach ein paar Wochen in eine Depression um, sie litten unter Angststörungen und den verstärkten Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung, wie Albträumen, Schlaflosigkeit, Panikattacken; nicht selten komme es zu Selbstmordversuchen, so die Psychotherapeutin Brand-Wilhelmy. „Übergriffe, wie sie jetzt publik wurden, lösen nicht nur ein starkes Gefühl der Beschämung aus, sie können bei traumatisierten Flüchtlingen in Einzelfällen auch zu so genannten Re-Traumatisierungen führen. Sie erleben wieder dieselbe Hilfslosigkeit. Das kann den Lebensmut kosten.“

 

Um solche Übergriffe zu vermeiden, fordert die Caritas im Erzbistum Köln qualifiziertes Personal. Kai Diekelmann vom Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln: „Das gesamte Betreuungspersonal inklusive Wachdienste muss interkulturell geschult werden; auch in diesen Funktionen wird ein Mindestmaß an Wissen über die psychische Befindlichkeit, typische Reaktionsmuster Traumatisierter benötigt und wie damit umzugehen ist.“ Daran dürfe nicht gespart werden, auch wenn die Unterbringungsnot viele Städte an ihre Grenzen bringe.

 

Ansprechpartner beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln ist  Kai Diekelmann: kai.diekelmann@caritasnet.de, Tel: 0221 2010 137

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