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Aktuelles

Presseerklärung nach Anschlag auf die Synagoge in Halle a. d. Saale
Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle a.d. Saale bekundet die Bergische Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ihrem Mitglied, dem Wohlfahrtsverband der jüdischen Kultusgemeinde, ihre Solidarität und verurteilt den Anschlag als Angriff auf die religiöse Freiheit als Grundprinzip der bundesdeutschen Verfassung...
Neues hauptamtliches Vorstandsmitglied
Markus Hoymann verstärkt das Vorstandsteam des Caritasverbandes Remscheid e.V.
Einladung zur Interkulturellen Woche 22.-29. September 2019
Im Rahmen der bundesweiten interkulturellen Woche im Zeitraum 22.-29 September hat der Caritasverband Remscheid e.V. mit vielen Kooperationspartner*innen ein schönes Programm in Remscheid auf die Beine gestellt.

Unbesetzte Ausbildungsplätze und gescheiterte Bewerber - Freie Wohlfahrtspflege NRW kritisiert Schieflage auf dem Ausbildungsmarkt

Sandra Engelberg

Remscheid 19. März 2019. 

Während in Deutschland immer mehr Arbeitgeber über einen Azubi-Mangel klagen, gibt es in Nordrhein-Westfalen mehr Bewerber als Ausbildungsplätze. So kamen etwa von Oktober 2017 bis September 2018 auf knapp 805 gemeldete Bewerber 717 gemeldete Ausbildungsstellen. Für eine optimale Versorgung würden sogar zusätzliche 189 Stellen benötigt. [1] „Diese Ausbildungslücke ist besorgniserregend, zumal es bundesweit seit den 1990er Jahren erstmals einen ganz anderen Trend gibt“, erklärt die Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege in Remscheid, Sandra Engelberg.

Trotz aller Bemühungen blieben laut Arbeitslosenreport NRW mehr als 40 Bewerber zum Stichtag 30. September 2018 gänzlich unversorgt. Mit dem Argument fehlender Ausbildungsreife gäben viele Betriebe Hauptschülern keine Chance mehr, kritisiert Sandra Engelberg. „Es birgt sozialen Sprengstoff, wenn Unternehmen sich über Fachkräftemangel beschweren, sich aber von Hauptschülern abwenden. Die Betriebe haben eine gesellschaftliche Verantwortung, einen solidarischen Beitrag zur Sicherung der Zukunft junger Menschen zu leisten“, mahnt Engelberg.

 

Laut Arbeitslosenreport gab es im September 2018 in Remscheid insgesamt 762 Jugendliche unter 25 Jahren im sogenannten Langzeitleistungsbezug. 226 dieser jungen Menschen sind auf der Suche nach einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und besitzen gleichzeitig keine abgeschlossene Berufsausbildung. Landesweit ist ihre Zahl ist in den letzten drei Jahren um rund zwei Prozentpunkte gestiegen.

Gleichzeitig wurden ausbildungsvorbereitende und -begleitende Maßnahmen abgebaut.  „ Jugendliche müssen jede nötige Unterstützung erhalten, um sich beruflich qualifizieren zu können. Daher fordern wir eine Ausweitung ausbildungsvorbereitender und –begleitender Maßnahmen. Sie müssen anschlussfähig sein und wo nötig Förderketten bilden, die den jungen Menschen den Weg in das Berufsleben ebnen“, so die Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege in Remscheid. Eine Ausweitung der Angebote wäre aus Sicht der Freien Wohlfahrtspflege in Remscheid ein wichtiger Schritt, um das im ‚Ausbildungskosens NRW‘ formulierte Ziel der Stärkung von Aus- und Weiterbildung zu erreichen.

An die Betriebe appelliert Engelberg, sich auch für Jugendliche mit Hauptschul- oder Förderschulabschluss zu öffnen. „Der Staat bietet Betrieben die nötige Unterstützung an, zum Beispiel mit der Assistierten Ausbildung. Es gibt keine Ausreden mehr für mangelnde Ausbildungsbereitschaft“, betont die Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege in Remscheid.

 

 

Hintergrund:

Die Wohlfahrtsverbände in NRW veröffentlichen mehrmals jährlich den „Arbeitslosenreport NRW“. Basis sind Daten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Hinzu kommen Kennzahlen zu Unterbeschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit und zur Zahl der Personen in Bedarfsgemeinschaften, um längerfristige Entwicklungen sichtbar zu machen. Der Arbeitslosenreport NRW sowie übersichtliche Datenblätter mit regionalen Zahlen können im Internet unter www.arbeitslosenreport-nrw.de herunter­geladen werden. Der Arbeitslosenreport NRW ist ein Kooperationsprojekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz.

 

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW haben sich 16 Spitzen­verbände in sechs Verbandsgruppen zusammengeschlossen. Mit ihren Einrichtungen und Diensten bieten sie eine flächendeckende Infrastruktur der Unterstützung für alle, vor allem aber für benachteiligte und hilfebedürftige Menschen an. Ziel der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege NRW ist die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit.

Mit freundlichem Gruß

 

Sandra Engelberg

- Sprecherin -

  

[1] Vielfach ist für den Ausbildungsstellenmarkt von einer Angebots-Nachfrage-Relation von ANR = 112,5 (also von einem Angebotsüberhang von 12,5 %) die Rede. Dieser Richtwert resultiert aus einem politischen Kompromiss der sozialliberalen Koalition in den 1970er-Jahren. Sie ist der Mittelwert aus der damaligen SPD-Forderung nach 20 % und der FDP-Vorstellung von 5 % Überhang, der sich in § 2 Abs. 1 Satz 1 Ausbildungsplatzförderungsgesetz (APlFG) manifestierte.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.bibb.de/de/4377.php

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