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Dialog-Gespräche: Inklusion

25. April 2017; Wolfgang Droetboom

Die CDU-Landtagsabgeordneten Holger Müller und Rainer Deppe im Gespräch mit George Koldewey, Caritas-Sprecher des Vorstandes, und Angelika Huber, Leiterin des Caritas Frühförderzentrums (von links).
Die CDU-Landtagsabgeordneten Holger Müller und Rainer Deppe im Gespräch mit George Koldewey, Caritas-Sprecher des Vorstandes, und Angelika Huber, Leiterin des Caritas Frühförderzentrums (von links).

Inklusion - Menschenrecht mit hohem Anspruch an alle Beteiligten

 

Der Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis praktiziert Inklusion in vielen Bereichen, so beispielsweise in den acht Caritas-Kindertagesstätten. Inklusion darf nicht nur eine Sache von politischem Willen und eine Frage finanzieller Ressourcen sein, sondern Gemeinschaftsaufgabe aller. Daher lädt die Caritas RheinBerg in unregelmäßigen Abständen Politiker zum Gedankenaustausch ein, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wenn sich Probleme in der praktischen Umsetzung des Inklusions-Prozesses zeigen. Am Montag waren die beiden rheinisch-bergischen Landtagsabgeordneten Rainer Deppe und Holger Müller, beide CDU, bei der Caritas zum Gedankenaustausch zu Gast.

 

Die Caritas RheinBerg versteht unter Inklusion das Gelingen des Zusammenlebens aller Menschen von Anfang an in allen Lebensbereichen. Inklusion ist auch Caritas-Auftrag. Der Verband setzt hierzu in seinen Einrichtungen deutliche Zeichen: Die konsequent ambulante Ausrichtung in der Behindertenhilfe, die Ausweitung von Angeboten des Betreuten Wohnens, konsequente Quartiersentwicklung in der Altenhilfe und der inklusive Ansatz in den Caritas-Kindergärten sind nur einige Beispiele.

 

Im Kindertagesstätten-Bereich zeigt sich allerdings auch, dass immer wieder Eltern mit behinderten Kindern „Klinken putzen“ müssen, um einen inklusiven Kindertagesstätten-Platz für das Kind zu finden. Eine Folge: Die fehlenden Inklusions-Plätze in den Kindertagesstätten führen zu langen Wartezeiten in der Frühförderung. Die Wartezeit für eine Erstdiagnostik hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt und beträgt mittlerweile mehrere Monate. Die Caritas hat aus diesem Grund einige Beispiele aus der Praxis in einem Problemausriss dokumentiert und mit den beiden Landtagspolitikern diskutiert. "Wir haben Sorge, dass durch die Defizite bei den Rahmenbedingungen für die inklusive Betreuung in den Kindertagesstätten einige Kinder auf der Strecke bleiben. Dies trifft vor allem Kinder mit Förderbedarf, für die Inklusion besonders wichtig ist", beschreibt Angelika Huber, Leiterin des Caritas-Frühförderzentrums, die derzeitige Entwicklung.

 

Was für Kinder gilt, gilt für erwachsene Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, ältere und kranke Menschen ebenso. Caritas-Vorstandssprecher George Koldewey fordert: „Menschen im Rheinisch-Bergischen dürfen keine Opfer von Inklusionsideologien werden. Wir müssen in Gesellschaft und Politik alles unternehmen, um Inklusion auch im Rheinisch-Bergischen Kreis zu ermöglichen und sinnvoll, das heißt menschengerecht, zu gestalten.

 

Die Caritas RheinBerg wird sich in ihren Einrichtungen weiter dafür einsetzen, Inklusion zu realisieren und überall dafür werben, alle Beteiligten im Blick zu haben. In der nächsten Woche ist ein weiteres Politikergespräch geplant; dann trifft sich die Caritas mit Helene Hammelrath, SPD.

    

 

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