Ambulante Dienste
den eingeführt, die Pflegetätigkeit in einzelne Mo-
dule gegliedert. Heute gibt es 30 Module – von
Ganzkörperpflege bis Bettwäschewechsel. Jedes
hat einen festen Zeit- und Kostenrahmen. In Pfle-
gestufen ist festgelegt, welches Budget für die
Pflege zur Verfügung steht. Welche Module benö-
tigt werden, wird im Gespräch mit dem Patienten
beziehungsweise dem Angehörigen und dem Pfle-
gedienst vereinbart. Das klingt technokratisch und
ist es auch. Der Bürokratieaufwand ist enorm ge-
stiegen. Heute werden Tourenpläne geschrieben,
Arbeits- und Fahrtzeiten minutiös erfasst.
Hohe Identifikation
Die Pflegeversicherung hat einen Kulturwandelt für
alle Mitarbeiter nach sich gezogen: Gerade für
einen Caritasverband, der die Nächstenliebe im
Namen trägt, kann es nicht der Anspruch sein, bei
hilfebedürftigen Menschen Pflegevorgänge abzu-
wickeln und möglichst geräuschlos zu verschwin-
den. Ambulante Pflege bei der Caritas ist ein
Spagat zwischen professioneller Fachlichkeit und
liebevoller Zuwendung. Glaubt man den Rückmel-
dungen vieler Patienten und Angehörigen, gelingt
dieser Spagat. Denn die Mitarbeiter identifizieren
sich sehr mit ihrem Beruf. Der Teamgedanke wird
gelebt und gepflegt. Und es ist eine Selbstver-
ständlichkeit, dass die Mitarbeiter in vielen Fällen,
etwa in Sterbesituationen, mehr geben als die
Pflegeversicherung erstattet.
Fachkraftquote nahe 100 Prozent
Heute sind in den fünf Caritas-Pflegestationen
(Neuss-Nord, Neuss-Mitte/Süd, Kaarst, Greven-
broich/Rommerskirchen und Dormagen) 92 Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Lag der
Anteil angelernter Pflegehilfskräfte früher bei über
50 Prozent, beträgt die Quote an dreijährig exami-
nierten Pflegefachkräften heute annähernd 100
Prozent. Inzwischen bilden die Ambulanten Diens-
te des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss auch
ihren Pflegenachwuchs selbst aus.
Gestiegen ist zudem die fachliche Qualität und
Bandbreite der Pflege, die sich mit zunehmendem
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Der Teamgedanke wird in den Ambulan-
ten Diensten intensiv gepflegt.