Caritas im Rhein-Kreis Neuss
Kooperation mit dem Hospizverein Meerbusch
Der Hospizverein Meerbusch e.V. beteiligt sich mit
Spendengeldern an dem Palliativbett, indem er
eine halbe Stelle einer Pflegefachkraft und auch
die 14-monatige Palliativ Care-Ausbildung für zwei
Fachkräfte des Seniorenheimes bezahlt. Die bei-
den Palliativ-Kräfte Natalie Schatalov und Maria
Schenkel stellen die intensive pflegerische Beglei-
tung des jeweiligen Palliativ-Patienten sicher.
Zudem wurde ein Teil des Personals in Tagessemi-
naren zu den Themen „ personenzentrierte Ge-
sprächsführung“ und „ Selbsterfahrung mit der
eigenen Trauer“ sowie zur Schmerzmedikation und
Behandlungspflege (z.B. Portversorgung) geschult.
In regelmäßigen Abständen wird dem Personal
eine Supervision angeboten. Pflegedienstleitung
und die Koordinatorin sind Ansprechpartner für
das interdisziplinäre Team (bestehend aus Haus-
/Palliativarzt, ehrenamtlichen Mitarbeitern und
Seelsorge), um für den Schwerstkranken und des-
sen Angehörige ein beruhigendes und gut funktio-
nierendes Netzwerk zu bieten.
Natalie Schatalov und ihre
Kollegin Maria Schenkel (li.)
haben eine Ausbildung zur
Palliativ-Fachkraft absolviert.
In allen Fällen geht es nicht um Heilung, sondern
darum, den letzten Lebensabschnitt so angenehm
und schmerzfrei wie möglich zu gestalten. Lebens-
qualität bis zum Schluss, das ist das Ziel. Das
können kleine Dinge sein, wie das Lieblingsessen
oder ein abendliches Glas Wein, aber auch grö-
ßere Wünsche, etwa ein Ausflug oder eine kleine
Reise.
Frage an die Politik
Die Nachfrage ist groß: Das Palliativbett im Cari-
tashaus Hildegundis war seit dem Start des Ange-
bots im Sommer 2015 fast durchgehend belegt.
Die Kooperation zwischen der Hospizbewegung
und dem Caritashaus funktioniert reibungslos.
Es geht bei diesem Angebot auch um gesetzliche
Rahmenbedingungen, denn der Hospizplatz im Al-
tenheim wird von der Krankenkasse bezahlt, wäh-
rend der reguläre Heimplatz über die Pflegekasse
abgerechnet wird. Wie diese zwei Systeme unter
einem Dach in größerem Stil funktionieren können,
wäre eine Frage an die Politik.
Dieses Modellprojekt in Meerbusch wird weiterhin
mit Spendengeldern unterstützt.
27