Es sind oft die leisen Momente, die lange nachwirken. So auch bei der feierlichen Einsegnung der neuen Caritas Tagespflege St. Therese am Keltenring in Euskirchen, die seit Anfang März mit Leben gefüllt ist. Nun wurde der Ort, der Betreuung, Gemeinschaft und Geborgenheit vereint, offiziell in einer würdevollen Zeremonie durch Kreisdechant Guido Zimmermann eingeweiht.
Schon beim Ankommen wird spürbar, dass hier mehr entstanden ist als eine klassische Tagespflegeeinrichtung. Helle Räume, warme Farben und eine offene Gestaltung prägen das Bild. Bis zu 17 Gäste finden hier täglich einen strukturierten Alltag, der Sicherheit gibt und gleichzeitig Raum für Selbstständigkeit lässt.
Ein Haus mit Haltung und Geschichte
In ihren einführenden Worten rückten die Vorstände des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.V., Martin Jost und Maria Surges-Brilon, die Namenspatronin in den Mittelpunkt: die Heilige Thérèse von Lisieux. Surges-Brilon erzählte von deren Haltung der „kleinen Schritte“ – einer Spiritualität, die das Große im Alltäglichen sucht. „Die Heilige Thérèse erinnert uns daran, dass es oft die kleinen Gesten sind, die den größten Unterschied machen“, sagte sie. „Diese Haltung soll auch das tägliche Miteinander hier prägen – achtsam, zugewandt und getragen von Vertrauen.“
Martin Jost betonte die Bedeutung der Tagespflege: Die Tagespflege St. Therese ist ein Ort, an dem Menschen nicht nur betreut, sondern in ihrer Würde gestärkt werden. Sie bietet Struktur, Gemeinschaft und entlastet zugleich Angehörige – und genau das macht sie zu einem unverzichtbaren Baustein moderner Pflege.“
Ein Konzept, das Leben zusammendenkt
Realisiert wurde das Projekt durch die G und S Wohnbau GmbH. Das Konzept verbindet selbstständiges Wohnen im Alter mit unterstützenden Angeboten – ein Ansatz, der Sicherheit schafft, ohne die Eigenständigkeit einzuschränken.
Geschäftsführer Hartmut Lackner betonte: „Uns war wichtig, einen Ort zu schaffen, der Menschen in jeder Lebensphase begleitet und ihnen ein Gefühl von Zuhause gibt“, betonte Hartmut Lackner. „Die Tagespflege ist dabei ein zentraler Bestandteil – ein Raum der Begegnung, der Unterstützung und des Miteinanders.“
Im Rahmen der Feier überreichte das Unternehmen eine Spende zugunsten des ambulanten Hospizdienstes des Caritasverbandes – ein Zeichen gelebter sozialer Verantwortung über das Bauprojekt hinaus.
Räume, die den Alltag tragen
Beim anschließenden Rundgang wurde deutlich, wie durchdacht die Räumlichkeiten der Tagespflege gestaltet sind. Ein großzügiger Aufenthaltsraum lädt zur Begegnung ein, die Wohnküche bildet das Herzstück des gemeinsamen Alltags. Hier wird gegessen, erzählt und gelacht – fast wie in einer großen Familie.
Ein Aktivierungsraum unterstützt gezielt Bewegung und Wahrnehmung, während der Ruheraum Rückzug und Entspannung ermöglicht. Jeder Bereich folgt dabei einem klaren Gedanken: den Menschen in seiner Individualität wahrzunehmen und zu begleiten.
Ein Ort der Entlastung und des Vertrauens
Das Konzept der Tagespflege verfolgt ein klares Ziel: Menschen sollen möglichst lange in ihrem eigenen Zuhause leben können. Tagsüber erfahren sie Gemeinschaft und Unterstützung, abends kehren sie in ihre vertraute Umgebung zurück. Für Angehörige bedeutet dies spürbare Entlastung – für die Gäste Stabilität und Lebensqualität.
Am Ende der Einsegnung bleibt ein Eindruck, der sich nicht allein in Worten fassen lässt. Die Tagespflege St. Therese ist kein Ort, der laut auf sich aufmerksam macht. Sie wirkt leise – aber nachhaltig.
Oder, wie es Maria Surges-Brilon zusammenfasste: „Hier entsteht jeden Tag ein Stück gelebte Menschlichkeit.“
Ein Haus, das nicht nur Räume bietet, sondern Beziehungen. Ein Ort, der nicht nur versorgt, sondern verbindet. Und ein Versprechen – für Würde, Nähe und ein Stück Zuhause mitten im Tag.