Die Beratungsstelle Arbeit bietet aufsuchende Angebote im Rhein- Sieg-Kreis an. Diesmal wurden wir in die Qualifizierungs- und Bildungsmaßname „Fit in Work - Wir helfen Ihnen, Arbeit zu finden“ des Anbieters Grone eingeladen. Die Teilnehmenden – überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund - werden dort im Zeitraum von max. 12 Wochen bei der beruflichen Orientierung & persönlichen Zielplanung begleitet und u.a. durch Bewerbungen & Trainings oder beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt. Dabei geht es auch darum, die Menschen über regionale Angebote und weitere Anlaufstellen zu informieren.
Somit konnten wir auch die Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfen beim SKM und speziell von der Beratungsstelle Arbeit vorzustellen. Da die meisten Teilnehmenden aktuell arbeitssuchend sind oder Unterstützung durch das Jobcenter erhalten, ging es darum niedrigschwellig aufzuklären und die Gefahren und Merkmale von „Arbeitsausbeutung und prekärer Beschäftigung“ zu erkennen
Mangelnde Sprachkenntnisse verhindern oft die direkte Bewerbung auf qualifizierte Stellen. Dies zwingt viele Arbeitskräfte in den Niedriglohnsektor, in dem atypische Beschäftigungsformen (z.B. Leiharbeit, befristete Verträge) dominieren. Zudem kommt es zu rechtlichem Unwissen und Unsicherheit. Für die Hilfesuchenden ist es schwierig, Arbeitsverträge, Kündigungsfristen oder Arbeitnehmerrechte zu verstehen. Dies kann Lohnunterdrückung oder unzulässige Arbeitsbedingungen begünstigen.
Die 30 Teilnehmenden hatten teilweise bereits Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt, in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen sowie in Minijobs und konnten schon aus ihren Arbeitserfahrungen berichten. Für diejenigen Teilnehmenden, die nach der Bildungsmaßnahme ihre erste Beschäftigung in Deutschland aufnehmen wollen, war es ein interessantes Angebot, da sie über das Hilfsangebot unserer Beratungsstelle informiert wurden und mit uns in einem praktischen Teil erste arbeitsrechtliche Fragen klären konnten. Wir hatten einige Beispiele mitgebracht, z.B. „Ist ein mündlicher Arbeitsvertrag gültig?“ oder „Mein Arbeitgeber zieht mir Geld für die Wohnung direkt vom Lohn ab.“ Über diese Sätze kamen wir mit den motivierten Teilnehmenden ins Gespräch.
Dass Informationsbedarf und Realität hier Hand in Hand gehen, zeigte sich am Ende unseres Angebots: Die Teilnehmenden nutzten intensiv die vielfältigen Informationsmaterialien zum Thema Arbeitsvertrag, Arbeitsschutz oder Arbeitsrecht von Ministerien, Gewerkschaften und Netzwerkpartnern, die teilweise auch in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung bereitstanden. Die verteilten Infomaterialien stammen unter anderem aus dem Broschürenservice des MAGS NRW. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) ist nicht nur Herausgeber dieser Aufklärungsschriften, sondern sichert als Hauptförderer – unterstützt durch EU-Mittel des Europäischen Sozialfonds – die Existenz und Unabhängigkeit der Beratungsstellen Arbeit in ganz Nordrhein-Westfalen. Somit können gezielt Menschen in Menschen in prekären oder potenziell ausbeuterischen Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen beraten und gestärkt werden.
Zum Ende gab es für jeden die Möglichkeit zum individuellen, persönlichen Gespräch im geschützten Rahmen mit den Beraterinnen. Gesamt gesehen war es ein lebhafter Austausch mit den Kursteilnehmern, und wir bedanken uns bei Grone für die freundliche Kooperation. Ein weiteres Angebot für neue Teilnehmenden ist bereits für September wieder geplant.