Sozialpsychiatrisches Zentrum

Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ)

für den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis

Das Sozialpsychiatrische Zentrum in Meckenheim ist eine Einrichtung der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung. Wir bieten psychisch Kranken und Menschen aus deren sozialem Umfeld Informationen, Rat und konkrete Hilfe an. Unser Angebot orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten und persönlichen Bedürfnissen der einzelnen Personen, damit sie trotz Erkrankung ein eigenverantwortliches und selbst bestimmtes Leben führen können.

Gebäude
Hof

Unsere Angebote

AaD

Der Ambulant Aufsuchende Dienst (AAD) soll psychisch erkrankten Menschen aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis psychosoziale Vor- und Nachsorge anbieten. Ziel des AAD ist es, den Betroffenen zu ermöglichen, trotz Erkrankung
ein eigenverantwortliches und selbst bestimmtes Leben führen zu können.

Unterstützungsleistungen

  • Krisenintervention
  • Information und Aufklärung über die Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten
  • Krankheitseinsicht wecken und Behandlungsbereitschaft aufbauen
  • Praktische, individuelle oder auch familienbezogene Hilfen
  • Beratung und Unterstützung bei der Sicherung der Existenzgrundlage
  • Vermittlung und Begleitung von ambulanter, teilstationärer und stationärer Behandlung

Rat und Hilfe des AaD können Betroffene selbst, aber auch Angehörige und andere Personen aus dem sozialen Umfeld eines Erkrankten erhalten. Es entstehen für die Ratsuchenden keine Kosten. Die Mitarbeiter des AaD unterliegen wie alle Mitarbeiter des SPZ der Schweigepflicht.

Ihr Kontakt zu uns

Ingrid Mönninghoff

Sozialpsychiatrisches Zentrum

SKM - Katholischer Verein für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis e. V.
Adolf-Kolping-Straße 5
53340 Meckenheim
BeWo

Betreutes Wohnen (BeWo) ist die ambulante Unterstützung zum selbständigen Wohnen für psychisch kranke Menschen.
Sie erhalten eine feste Bezugsperson, die Sie in Ihrer eigenständigen Lebensführung und Lebensplanung unterstützt. BeWo richtet sich in Umfang, Inhalt und Zeit nach Ihren Bedürfnissen, Hilfezielen und Wünschen. Es ermöglicht Ihnen, in Ihrer Wohnung ein selbst bestimmtes Leben zu führen und gleichzeitig die Sicherheit einer verlässlichen Unterstützung zu haben.

BeWo heißt Begleitung und Unterstützung im Alltag

  • beim Einkaufen und Kochen
  • bei Behördenangelegenheiten
  • bei Arztbesuchen
  • im Umgang mit Ihrer Erkrankung
  • bei Problemen mit der Familie, in der Nachbarschaft oder bei der Arbeit
  • beim Aufbau und beim Erhalt von Kontakten

Auch die Vermittlung in weiterführende Hilfen ist Aufgabe des Betreuten Wohnens.

Im Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) in Meckenheim erhalten Sie Betreutes Wohnen in hoher Qualität

  • Fachpersonal mit regelmäßiger Fort- und Weiterbildung und Supervision
  • Feste Bezugspersonen, die auch in Krisenzeiten an Ihrer Seite bleiben, zu denen Sie ein Vertrauensverhältnis aufbauen können

Als Nutzer des BeWo stehen Ihnen selbstverständlich auch die anderen Angebote des Sozialpsychiatrischen Zentrums zur Verfügung. Dies sind im einzelnen:

  • Kontakt- und Beratungsstellen in Meckenheim und Bornheim
  • die Tagesstätte
  • wechselnde therapeutische Gruppen
  • Sport- und Freizeitangebote
  • sowie die Angehörigengruppe

Die Mitarbeiter/Innen des SPZ unterstützen Sie bei der Antragstellung, wenn Sie dies wünschen. Gerne führen wir mit Ihnen ein unverbindliches Informationsgespräch. Zur Antragsstellung sind folgende Unterlagen notwendig: 

  • individueller Hilfeplan
  • Angabe der Einkommens- und Vermögensverhältnisse
  • fachärztliche Bescheinigung

Es besteht die Möglichkeit, Betreutes Wohnen ohne Einschaltung des LVR als Selbstzahler zu erhalten.

Ihr Kontakt zu uns

Rodger Ody

Fachbereichsleiter des SPZ

SKM - Katholischer verein für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis e. V.
Adolf-Kolping-Straße 5
53340 Meckenheim

 

Ihre BeWo-Ansprechpartnerinnen:

Anja Blumhöfer
Beate Schönborn
Jessica Maura von Waldow
Melina Rümmler

Jacob

...  der Alltag ist nicht mehr zu schaffen  ...  Ängste, Traurigkeit und Antriebslosigkeit bestimmen das Leben  ...  soziale Kontakte brechen ab  …
Dies alles können Zeichen einer psychischen Erkrankung sein, die alleine und ohne professionelle Hilfe nur schwer zu bewältigen ist.
Unsere Kontakt- und Beratungsstelle jaKoB steht Ihnen hilfreich zur Seite. Die Teilnahme ist kostenlos und jederzeit möglich.

jaKoB - die Kontakt- und Beratungsstelle:

  • willkommen sein
  • sich austauschen
  • unter Menschen sein
  • Kaffee trinken
  • gemeinsam kochen und essen
  • spielen, kreativ sein

 

Öffnungszeiten der Kontakt- und Beratungsstellen

Montag
12:00 Uhr Gemeinsamer Mittagstisch (Meckenheim)
13:30 - 15:30 Uhr Kontaktstelle in Meckenheim
 
Dienstag
9.00 - 10.00 Uhr Offene Beratung in Bornheim
12:00 Uhr Gemeinsamer Mittagstisch (Meckenheim)
15:00 - 16:00 Uhr ADele Sprechstunde in Bornheim

Mittwoch
12:00 Uhr Gemeinsamer Mittagstisch (Meckenheim)
13:30 - 15:30 Uhr Kontaktstelle in Meckenheim

Donnerstag
12:00 Uhr Gemeinsamer Mittagstisch (Meckenheim)
14:00 - 17:00 Uhr Kontaktstelle in Bornheim
16:00 - 17:00 Uhr Sportangebot im Gymnastikraum des Caritashauses, Kirchplatz 1, Meckenheim
 
Freitag
10:00 - 13:00 Uhr Kontaktstelle Meckenheim
11:00 - 12:00 Uhr Brunch in Meckenheim

Samstag
Offener Samstag im SPZ Meckenheim
Termine und Programm siehe Aushang

Weitere Gruppenangebote, Ausflüge, Veranstaltungen und Feste werden im SPZ bekanntgegeben. Beratungsgespräche für Betroffene und Angehörige sind während der Kontaktstellenzeiten sowie nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Ihr Kontakt zu uns

Rodger Ody

Fachbereichsleiter des SPZ

SKM - Katholischer Verein für soziale Dienste im Rhein-SIeg-Kreis e. V.
Adolf-Kolping-Straße 5
53340 Meckenheim

Außenstelle Bornheim
Königstraße 25
53332 Bornheim
Telefon 02222  8047517
Fax 02225 9997622

Tagesstätte

In der Tagestätte finden Sie neue Kontakte, Menschen zum Reden, eine offene, vertrauensvolle Atmosphäre, gute Ideen,
was man mit seinem Leben alles anfangen kann. Gruppen und Tagesstruktur geben Ihnen Sicherheit, Neues auszupro-
bieren und Dinge in Angriff zu nehmen. Die Tagestätte kann von psychisch erkrankten Menschen aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis besucht werden.

Es erwarten Sie:

  • viel Platz in freundlichen Räumen
  • Frühstückspause und Mittagessen
  • handwerkliches und gestalterisches Arbeiten
  • Ausflüge in die Umgebung
  • Arbeiten in Haus und Hof
  • Lernprogramme am Computer
  • Gruppenarbeit und Projekte
  • Sportangebot
  • Begleitung im Umgang mit Behörden und Ärzten
  • Entwicklung von Berufs- und Lebensperspektiven

Haben Sie Interesse? Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin für ein Informationsgespräch. Dort werden die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Tagestätte geklärt. Jeder Teilnehmer besucht die Tagesstätte an mindestens drei Tagen die Woche. Im Bedarfsfall steht ein Fahrdienst zur Verfügung.

Hier können Sie anhand unseres Wochenplanes Angebote und Uhrzeiten der Tagesstätte abrufen:

Ihr Kontakt zu uns

Rodger Ody

Fachbereichsleiter des SPZ

SKM - Katholischer Verein für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis e. V.
Adolf-Kolping-Straße 5
53340 Meckenheim

 

Ihre AnsprechpartnerInnen  der Tagesstätte:

Katrin Greuel,
Christoph Grobelny,
Eva Schliefer
Telefon 02225 999760

ADele

ADele ist die Beratungsstelle, die sich an ältere Menschen richtet, die an einer psychiatrischen Erkrankung, wie z. B. Demenz oder Depressionen leiden. Hier können neben den Betroffenen auch die Angehörigen der Erkrankten Rat und Hilfe finden. ADele ist zuständig für Einwohner aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.

Wir lassen Sie nicht allein mit Ihren Sorgen und bieten Ihnen:

  • Angehörigenberatung und Entlastung
  • Informationen zu Krankheitsbildern und zum Umgang mit den Erkrankten
  • Unterstützung bei Behördenangelegenheiten
  • Vermittlung von Entlastungsdiensten
  • Hilfe bei der Gestaltung des Alltags
  • Organisation von Facharztbesuchen und geeigneten Therapien
  • Hausbesuche nach Vereinbarung

ADele - unser Angebot

Im gemeinsamen Gespräch gehen wir auf Ihre Probleme und Schwierigkeiten im Alltag ein. Wir informieren Sie über Krankheitsbilder, beraten Sie über Behandlungsmöglichkeiten und Entlastungsangebote. Dabei berücksichtigen wir Ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse. Sie erfahren Hilfe und Unterstützung:

  • bei der Suche nach einem geeigneten Facharzt zur Diagnosestellung und weiteren Behandlung
  • bei der Alltagsgestaltung und Tagesstruktur
  • bei der Antragstellung und Einrichtung von Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und rechtlicher Betreuung
  • bei der Erledigung behördlicher Angelegenheiten
  • bei der Beantragung von Leistungen der Pflegeversicherung
  • bei der Organisation und Vermittlung von Entlastungsdiensten, wie Pflegedienst, Tagespflege, Tages- und Nachtbetreuung, Alltagsbegleiter
  • bei der Suche nach alternativen Wohnformen

Adele-Angehörigengruppe

Teilnehmen können alle pflegenden Angehörigen, die einen demenzerkrankten Menschen betreuen und pflegen. Die Angehörigengruppe ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Treffen finden, jeden 1. Dienstag im Monat von 10:00-11:30 Uhr, in den Räumen des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) Meckenheim statt. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Fr. Renate Brand, Telefon 02225 9997623 oder per E-Mail: renate.brand@skm-rhein-sieg.de.

Termine 2019:

08.01.2019, 05.02.2019, 05.03.2019, 02.04.2019, 07.05.2019, 04.06.2019, 02.07.2019, 03.09.2019, 01.10.2019, 05.11.2019, 03.12.2019

MusikCafé ADele

Musik, Tanz und Begegnung für Menschen mit Demenz und Depression und deren Angehörige, Freunde, Begleiter. Kostenbeitrag pro Teilnehmer: 5 € (inkl. Kaffee, Kuchen und Musikprogramm). Um Anmeldung bei Frau Birgit Knels, SPZ Meckenheim, Adolf-Kolpingstr. 2, 53340 Meckenheim, Telefon 02225 999 7624.

Saal des Katholischen Familienbildungswerkes, Kirchplatz 1, 53340 Meckenheim

Termine: jeden zweiten Dienstag im Monat von 15:00 - 17:00 Uhr:

29.01.2019, 12.02.2019, 12.03.2019, 09.04.2019, 14.05.2019, 11.06.2019, 09.07.2019, 10.09.2019, 08.10.2019, 12.11.2019, 10.12.2019

Ihr Kontakt zu uns

Renate Brand, Birgit Knels

Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ)
Adolf-Kolping-Straße 5
53340 Meckenheim

Sprechstunde
Donnerstag von 13:00 - 14:00 Uhr und nach Vereinbarung

ADele-Demenzsprechstunde in Bornheim

Die Demenzsprechstunde finden in der Königstraße 25, in 53332 Bornheim, jeweils Dienstags von 15.00 Uhr - 16.00 Uhr und nach Vereinbarung statt. Bitte vereinbaren Sie vorab einen Termin mit Ihrer Ansprechpartnerin Birgit Knels: Tel. 02225 9997624.  Während der Sprechzeiten in Bornheim erreichen Sie uns unter der Telefonnummer 02222 8047516

Fips

Fips ist ein Angebot des Sozialpsychiatrischen Zentrums für den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Fips richtet sich an Kinder und Jugendliche, die in Familien aufwachsen, in denen ein oder beide Elternteile psychisch krank sind.

Fips verfügt über ein Beratungsbüro und einen kindgerecht ausgestatteten Raum in unmittelbarer Nähe des SPZ. Eine Diplom-Sozialarbeiterin und examinierte Krankenschwester mit jahrelanger Berufserfahrung in der Psychiatrie steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Im Fokus unserer Arbeit stehen das Wohl der betroffenen Kinder und der Wunsch, sie aus ihrer permanenten Überforderung herauszuholen und ihre Zukunftschancen zu verbessern.

Fips macht ganz konkrete Angebote an Eltern und ihre Kinder:

  • Beratungsgespräche zu Hause oder in den Fips-Räumen
  • Freizeitangebote für Kinder mit und ohne Eltern
  • bei Bedarf Vermittlung weiterer Hilfen
  • Systemische Familienberatung
  • Beratung mit Marte Meo

Die Kinder sollen:

  • altersgerecht über die elterliche Erkrankung aufgeklärt werden und lernen damit umzugehen
  • „Kind-sein-dürfen“ und andere junge Menschen kennen lernen, die ähnliche Situationen erleben
  • mit und ohne ihre Eltern Freizeit und Freude erleben, um einen Ausgleich zu ihren Belastungen zu finden

Ohne Zustimmung und Mitarbeit der Eltern geht das nicht. Eltern können dabei unterstützt werden:

  • die eigene Erkrankung anzunehmen und offen damit umzugehen
  • auch in der psychischen Krise auf die Bedürfnisse ihrer Kinder zu schauen und die Rolle als Eltern zu übernehmen
  • sich mit anderen betroffenen Eltern austauschen und für Krisenzeiten Netzwerke zu schaffen

Die Teilnahme an den Angeboten von Fips ist kostenlos.
Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Mutter-Kind-Café

Jeden 1. Freitag im Monat ab 10:00 Uhr. Es erwartet Sie

  • Spiel und Spaß
  • Kontakte zu anderen Müttern und Kindern,
  • etwas leckeres zu Essen für Groß und Klein

Das Mutter-Kind-Café findet statt in den Räumen von Fips, Adolf- Kolping- Str. 2, 53340 Meckenheim. Das Angebot ist kostenlos. Es besteht die Möglichkeit unseren Fahrdienst zu nutzen. Damit wir vorbereiten können, bitten wir um telefonische Anmeldung. Sie erreichen uns unter: Telefon: 02225-9997626 oder per E-Mail: alexandra.wieschollek@skm-rhein-sieg.de.

Ihr Kontakt zu uns

Alexandra Wieschollek, Beate Schörnborn

Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ)
Adolf-Kolping-Straße 5
53340 Meckenheim

Weitere Angebote

Mini-Job für Menschen mit einer psychischen Behinderung

Mit dem Angebot „Beschäftigung als Zuverdienst“ bietet das SPZ in Meckenheim eine zusätzliche inklusive Alternative zur Beschäftigung in einer Werkstatt, tagesstrukturierenden Angeboten oder dem Besuch einer Tagesstätte. Interessenten können im Zuverdienst einen regulären Arbeitsvertrag im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung mit  dem SPZ vereinbaren.

Der Landschaftsverband Rheinland hat diese Möglichkeit der Beschäftigung  zunächst bis Ende 2023 bewilligt, so dass im SPZ  Meckenheim 2 Arbeitsstellen in der Hauswirtschaft und als Fahrer mit 5 Stunden die Woche eingerichtet  sind. Zusätzlich zu dem vereinbarten Tariflohn erhalten die Arbeitnehmer die erforderlichen Fahrtkosten mit dem ÖPNV ersetzt.

Das Angebot unterstützt voll erwerbsgeminderte Menschen mit einer psychischen Behinderung dabei, eine passende Beschäftigung zu finden und ist möglich für Menschen  die einen Anspruch haben auf:

  • Leistungen im Arbeitsbereich (§ 58 SGB IX) einer WfbM
  • Leistungen eines anderen Leistungsanbieters (§ 60 SGB IX) oder
  • Tagestrukturierende Leistungen im Rahmen der Wohnhilfen (z.B. LT 24) oder in Tagesstätten (LT 22).

Bei Bezug von SGB II Leistungen ist ein Zuverdienst nicht möglich.  
Nähere Informationen gibt es auch unter www.lvr.de
Bei Interesse vereinbaren Sie bitte einen Infotermin im SPZ.

Im Sozialpsychiatrischen Zentrum gibt es seit Sommer 2011 ein Projekt mit dem Titel „Marte Meo in der Angehörigenberatung", das von der Caritasstiftung für das Erzbistum Köln in einem kleinen Umfang für drei Jahre finanziert wird.

Im Rahmen der Beratung bei ADele kam immer wieder die Frage auf, wie man die kommunikativen Fähigkeiten von Angehörigen dementiell Erkrankter so beeinflussen kann, dass sie selbst und natürlich die Betroffenen mehr Lebensqualität haben können.

Sie sollten lernen, nicht „falsches" Verhalten der Erkrankten zu korrigieren, sondern ihnen Struktur und Orientierung zu geben, damit sie es „richtig" machen können.

Marte Meo heißt aus eigener Kraft handeln. Diese Kraft wollen wir im Sinne von Maria Aarts nutzen, um Angehörige zu befähigen, mit den besonderen Bedürfnissen ihrer psychisch erkrankten Familienmitglieder gut umgehen zu können, ihre eigenen Ressourcen zu schonen und so weit zu erhalten, dass sie die längerfristige Begleitung psychisch und körperlich schaffen können.

Den anderen (erkrankten) neu kennenzulernen geht bei Marte Meo über den Weg, sich zunächst selbst neu kennenzulernen, sich der eigenen Kompetenzen bewusst zu werden und diese dann gezielt und fördernd einzusetzen. Das hört sich kompliziert an, aber die Erfahrung zeigt, dass es in kleinen, einfachen Schritten zu schaffen ist.

Die Idee Marte Meo als Methode einzusetzen, kam in einem „Qualitätszirkel", den das SPZ gemeinsam mit anderen Fachleuten rund um das Thema Demenz anbietet. Dort berichtete Frau Dr. Ursula Becker von positiven Erfahrungen im stationären Altenpflegereich mit der Methode Marte Meo.

Unser Interesse wurde geweckt. Was stationär gut funktioniert, kann man möglicherweise auch auf den häuslichen Bereich übertragen. In unserem Projekt wollen wir die Wirksamkeit von Marte Meo in der ambulanten gemeindepsychiatrischen Arbeit (besonders mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind und ihre Angehörigen) herausfinden. Das ist uns wichtig, da die meisten unseren alten Klienten zu Hause wohnen und gepflegt werden und das auch in Zukunft tun wollen.

Aus den vielen Gesprächen mit den Angehörigen wissen wir, mit welchen psychischen und körperlichen Belastungen die häusliche Betreuung von Demenzkranken verbunden ist. Marte Meo scheint uns ein Ansatz zu sein, diesen Belastungen ein wenig entgegen zu wirken.

Marte Meo setzt als Methode an den natürlichen Verhaltensweisen an, die kommunikativ gut entwickelte Eltern im Umgang mit ihren kleinen Kindern zeigen. Diese Verhaltensweisen brauchen nicht gelernt zu werden, sondern werden intuitiv gezeigt. Marte Meo macht sie allerdings sichtbar und auch für Laien erkennbar und somit bewusst abrufbar. Den Transfer vom natürlichen Eltern-Kind-Verhalten auf die Kommunikation mit einem psychisch beeinträchtigen Angehörigen (egal, ob jung oder alt) wird mit Hilfe des Marte Meo Therapeuten vollzogen und gelingt auch Menschen, die bisher keine Erfahrungen und Ausbildung bezüglich ihres kommunikativen Verhaltens erhalten haben.

Ein kurzer Bericht aus der Praxis verdeutlicht, was Marte Meo in der Angehörigenberatung bewirken kann.

 

Erfahrungen einer pflegenden Angehörigen mit Marte Meo

Ich pflege seit 12 Jahren meinen an Demenz erkrankten Mann.

Als mir erste Anzeichen von Vergesslichkeit in einer für ihn fremden Umgebung auffielen, fuhren wir zur Abklärung in die Gedächtnisambulanz.

Die Diagnose des Arztes lautete: Alzheimer

Sein Arzt verordnete ihm ein Medikament, das ein Fortschreiten der Krankheit verzögern sollte. Ich kann sagen: Mit Erfolg.

Von diesem Zeitpunkt an war die medizinische Versorgung und Betreuung gewährleistet. Es wurden regelmäßig Tests durchgeführt und er nahm an 2 Studien teil.

Der Alltag zu Hause war vorerst nicht belastet. Trotzdem besuchte ich eine Gruppe für pflegende Angehörige. Der wichtigste Satz der Leiterin lautete: Wer pflegen will, muss sich selbst pflegen. Mir wurde Lektüre empfohlen, die ich sorgfältig und immer wieder las, um die einzelnen Phasen der Krankheit  zu begreifen.

Als mein Mann eine Pflegestufe bekam, wollte ich, dass er einmal in der Woche in die Tagespflege geht. Mir wurde gesagt, zwei Mal wöchentlich sei für einen Demenzkranken besser und ich stimmte zu.

Ich war entlastet, doch ich wurde immer wieder mit Situationen konfrontiert, die mich zuerst verunsicherten, dann hilflos machten, bis ich schließlich allein nicht mehr weiterwusste.

Eine Betreuerin der Tagespflege meinte schließlich: Sie brauchen Hilfe. Sie empfahl mir Frau Schmidt, Mitarbeiterin der Beratungsstelle ADele – Mit Alzheimer und Depressionen leben lernen – Meckenheim, ein Angebot des SKM Siegburg.

Frau Schmidt  kam zu mir nach Hause, um zu sehen und zu hören, welche konkrete Hilfe ich brauchte.

Sie unterstützte mich dabei, dass ab sofort ein Pflegedienst ins Haus kam, um meinen Mann zu duschen. Außerdem machte sie einen Vorschlag, wie ich eine kurzfristig abgesagte Reise mit meinem Mann doch noch antreten konnte.

Dann stellte sie mir das Marte Meo-Projekt vor und fragte mich, ob sie schwierige Alltagssituationen bei uns zu Hause mit der Videokamera aufnehmen dürfte. Ich war sofort einverstanden.

Einige Zeit später besprach Frau Schmidt die Auswertung des Films mit mir und zeigte mir kleine Sequenzen daraus. Es ging um die Frage: Was braucht mein Mann?

In einer kurzen Sequenz sah ich es: Er braucht Anleitung, ein positives Leiten, das ihm Sicherheit gibt.

Und mir wurde bewusst, dass mein Mann oft nicht weiß, was als Nächstes kommt. Deshalb sollte man die Dinge benennen, langsam und ruhig sprechen, nicht viel erklären und abwarten, bis die Information bei ihm angekommen ist.

Ich wusste jetzt, verzögertes Handeln meines Mannes hieß nicht: Ich mache das nicht, ich will das nicht.

Durch Marte Meo bekam ich konkret und verständlich vermittelt, wie ich mit neuen schwierigen Situationen umgehen kann.

Dadurch hat sich vieles vereinfacht und ich wurde sicherer.

Wie sehr ich die Marte Meo-Methode inzwischen verinnerlicht hatte, zeigt folgende Situation:

Mein Mann besucht einmal wöchentlich das Cafe Vergissmeinnicht. An einem dieser Nachmittage wollten die Betreuerinnen die Gäste, unsere Angehörigen, in den wunderschönen Garten begleiten.

Mein Mann wollte aber nicht. Das hörte eine Dame, die ihren Mann ebenfalls an diesem Tag ins Cafe begleitet hatte und redete auf meinem Mann ein: Es sei doch so schön draußen, ob er die vielen schönen Blumen schon gesehen habe, es gingen doch alle, das täte ihm bestimmt gut.

Ich saß neben meinem Mann und hörte nur zu. Mir fiel Marte Meo ein: langsam sprechen, immer nur eine Sache benennen!

Es erledigte sich dann alles von selbst, weil mein Mann zur Toilette wollte. Als er zurückkam, waren die meisten Besucher schon wieder zurück aus dem Garten.

Ich veränderte mich. Ich wurde sensibler und bemühte mich, Abstand zu gewinnen und nahm mir bewusst Zeit zum Atemholen. Bis heute versuche ich, mich auf das einzustellen und einzustimmen, was vor mir liegt. Ich nenne es meine Struktur, ein Ritual.

Am Morgen überdenke ich meinen Tag. Wieviel Kraft brauche ich heute und wofür setze ich sie ein? Nicht nur unsere demenzkranken Angehörigen brauchen Rituale und feste Zeiten. Auch wir brauchen sie.

Nicht nur unsere Angehörigen wünschen sich Aufmerksamkeit, wir schenken sie uns in gleichem Maße.

Die Pflege zu Hause ähnelt einem Beruf, für den ich mich entschieden habe, in dem ich mich weiterbilde, neue Aufgaben übernehme, weil dieser Beruf es erfordert; indem ich einen strukturierten Tagesablauf schaffe, kreativ werde, um mir das tägliche Leben zu erleichtern und, wie in anderen Berufen auch, Freiräume zu schaffen als Ausgleich zu meinen beruflichen Pflichten.

Mit dieser Entscheidung gebe ich bei „Dienstantritt" mein Bestes.

Vielleicht kommt der Zeitpunkt, an dem ich diesen „Beruf" nicht mehr ausüben kann. Dann gibt es neue Wege. Ich denke sehr oft an das, was Frau Aarts schreibt:

Schwierigkeiten in Möglichkeiten verwandeln.

Doch es verändert sich nicht immer sofort etwas. Manchmal ist auch keine Lösung in Sicht. Eine Woge von Gefühlen überkommt mich dann, die schmerzhaft sind und hilflos machen. Doch je schneller ich die Situation akzeptiere, desto kürzer ist die belastende Zeit des Aushaltens.

Dabei ist es so wichtig, weiterzumachen, die täglichen Pflichten nicht zu vernachlässigen, sich selbst wieder zu beachten, bis sich wieder innere Ruhe einstellt. Sie sollte ausgekostet werden. Ich genieße einfach, dass es wieder leicht geworden ist. Ich sehe plötzlich die Dinge, die ich gut kann, die ich gut gemacht habe und um die ich mich auch weiter bemühe. Wenn ich nur für eine kurze Zeit spüre, dass ich in Ordnung bin, dass es ausreicht, was ich tue, fühle ich mich unendlich erleichtert.

Am 21.10.2012 schrieb ich in mein Tagebuch:

„Frau Schmidt machte mich auf etwas sehr Positives aufmerksam. Sie erlebte, wieviel Freude wir noch zusammen haben, dass wir lachen können und wie  sehr er mir vertraut."

Ich schaue dankbar zurück. Frau Schmidt war immer für mich da: aufmerksam, freundlich, verständnisvoll und aufbauend, wenn ich Fragen zu schwierigen Situationen hatte. Das hat Vertrauen geschaffen und mich motiviert.

Für mich ist sie eine wunderbare Vermittlerin der Marte Meo-Methode und ich bin überzeugt, dass sie es für viele Menschen noch werden wird. E.K.

Die guten Erfahrungen mit der Methode Marte Meo in der Beratung von Angehörigen von dementiell Erkrankten hat uns motiviert, auch in anderen Bereichen des SPZ mit dieser Methode zu arbeiten.

Auch hierzu ein Erfahrungsbericht. Es ist der Brief einer jungen, psychisch erkrankten Frau nach der dritten Sitzung mit der Methode Marte Meo.

 

Erfahrungsbericht einer jungen, psychisch erkrankten Frau nach der der dritten Sitzung mit der Methode Marte Meo

„Hallo Frau Graaf,

mir geht es gut. Sogar besser seit ich dieses Marte Meo mache.

Ich hatte jetzt die ganze Zeit um nachzudenken über mein Leben und was ich alles falsch gemacht habe. Ich habe die Fehler immer bei den anderen gesucht, bei mir wusste ich nicht, wo ich suchen sollte. Seit einigen Tagen weiß ich was ich will und was ich besser machen werde.

....

Ich möchte meine Tochter so wahrnehmen können, wie ich es früher getan habe. Einfach mehr auf sie eingehen. Und vor allem möchte ich nicht die Fehler aus meinem Leben streichen und vergessen, ich möchte sie bearbeiten und daraus lernen.

Mir ist bewusst geworden, dass ich diese Fehler teilweise aus Unwissenheit, falsche Verständigung, falsche Auffassung und vor allem deshalb gemacht habe, weil ich alleine war.  Aber ich bin nicht allein, ich werde und war niemals alleine.

Meine Tochter ist für mich da, mein Mann, meine Freundin und vor allem die Hilfe von Menschen, von denen ich es nicht erwartet hätte, z.B. von Ihnen oder vom Forum Senioren. Dieses Unbewusste und Unscheinbare ist es, was mich zum Nachdenken gebracht hat und vor allem die Kontakte, wenn ich nach Bonn fahre oder unterwegs bin.

Ich finde, ich habe mich lange genug vor diesen Problemen versteckt. Die ich jetzt für mich zur Herausforderung umwandeln werde.

Dies kann ich gut am letzten Besuchskontakt am 01.4.12 erklären.

Frau H. hat mich alleine im Zimmer mit ihr spielen lassen und es hat geklappt wie früher. Es war etwas  schwieriger, weil so viel neu ist aber ich habe es gut hinbekommen.

Ich habe C. nicht gesagt, was sie falsch macht sondern habe es ihr an anderen Stellen positiv erklärt. (z.B. sie sollte erst mal mit mir den Käfer basteln, dann räumen wir den Tisch auf und sie hat Platz zum Malen). Das war viel besser.

Wenn ich unterwegs bin, schaue ich mir das Verhalten der anderen an und lerne und begreife, was ihre Körperhaltung, ihre Mimik und Gestik und ihre Sprache alles bewirken und wie dies auf andere wirkt.

Aber ich habe noch eine gute Neuigkeit für Sie bzw. zwei:

-       ich finde mein Selbstvertrauen wieder

und

-       ich habe die Stelle bei den grünen Damen ... auf Probe bekommen. Ich habe Frau S. mit Fachwissen überzeugen können ... ich war selber mit mir so erstaunt und froh darüber ...

Sie sollten auch wissen bzw. erfahren, dass ich seit Jahren das erste Mal freiwillig und ohne Zwang in einer Kirch ... war. Ich war dort, weil ich einfach nicht weiter wusste und einfach mal nachdenken musste. Hab sogar einen Zettel geschrieben, den der Pfarrer in der Abendmesse mit ins Gebet nehmen konnte. (Dies hätte ich mir nie erträumen lassen, dass ich das mal irgendwann tue. Es tut mir eigentlich sehr weh, wenn ich diesen Ort betrete, weil ich diese Herzlichkeit von früher nicht so kannte und auch heute kaum verarbeiten kann. Aber dies kommt Stück für Stück, dass ich es wieder lerne. Es ist einfach diese Liebe und dieses (blinde) Vertrauen, was ich dort fühle.)

Es ist schön, dass ich Ihnen meine Gedanken und Gefühle so mitteilen kann. ..

Vielen Dank B"

*Für ihre Offenheit der Methode Marte Meo gegenüber und für ihre Bereitschaft, die Texte

veröffentlichen zu dürfen, bedanken wir uns bei den beiden Autorinnen ganz herzlich.

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Qualifikationskurs zur ehrenamtlichen Begleitung von Menschen mit Demenzerkrankungen
Demenzbegleiter bieten Hilfen durch die Betreuung von Erkrankten an und sind eine wertvolle Entlastung für Angehörige. Wir bieten Ihnen einen Qualifikationskurs zur ehrenamtlichen Begleitung von Menschen mit Demenzerkrankungen an. Die Kursdaten sowie Informationen zu Anmeldung und Inhalten erhalten Sie hier:

Krimilesung im SPZ

19-04-20-SPZ-Krimilesung-HO

Die zweite Krimilesung „Lidakis spielt falsch“ mit Schriftsteller Jürgen Schmidt im SPZ in Meckenheim ist eine Veranstaltung, die Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen bringen soll. Spannende Unterhaltung für Sie:

10. Mai 2019, Beginn 19 Uhr, Eintritt 3 Euro, für das leibliche Wohl ist gesorgt. Reservierungen erbeten: Tel. 02225 999760, E-Mail spz@skm-rhein-sieg.de.

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